Schlagwort: Ancash

  • Pallasca / Áncash: Nach Flutwelle 25 Personen vermisst

    Starke Regenfälle haben heute im peruanischen Distrikt Llapo (Provinz Pallasca / Region Áncash) den Encantada-See über die Ufer treten lassen und damit eine Flutwelle Schlammlawine ausgelöst, die vermutlich mehrere Menschen das Leben kostete. Auch der Nachbardistrikt Santa Rosa ist betroffen. Eine Mitarbeiterin der regionalen Gesundheitsbehörde sagte dem Nachrichtensender RPP, es würden bislang noch 25 Personen vermisst. Die Flutwelle ereignete sich heute in den frühen Morgenstunden (Ortszeit), am stärksten Betroffen sind offenbar die Wohneinheiten eines Bergbauprojektes an der gemeinsamen Distriktgrenze, sowie die Orte Ancos, Miraflores und Porvenir. Auch drei Brücken sollen zerstört worden sein. Möglicherweise hing die Flut- und Schlammwelle mit den Bauarbeiten an einem Damm zusammen, der das Wasser der Laguna Encantada (verwunschener See) stauen soll.

    NACHTRAG 16.02.2012: Offenbar drei Tote
    Wie aus dem jüngsten Bericht des peruanischen Zivilschutzes hervorgeht, haben offenbar drei Menschen durch die Flut- und Schlammwelle ihr Leben verloren. Berichte über weitere Vermissten wurden bislang nicht bestätigt.

  • Cajamara – Lima: Protestmarsch zum Schutz der Wasserressourcen steht vor Lima

    Der Protestmarsch zum Schutz von Wasserressourcen von Cajamarca in die peruanische Hauptstadt Lima, dem nach unbestätigten Medienberichten derzeit rund 1.000 Personen folgen steht kurz vor der Zielregion. Für heute ist die Ankunft in Huarmey (Region Áncash), sowie Paramonga (Region Lima) geplant. An vielen Orten, durch die der Marsch führt, kam es zu Solidaritätskundgebungen. Die Teilnehmer fordern, die Nutzung von Wasser zunächst für den menschlichen Gebrauch sicherzustellen. Auslöser des Marsches war der Streit um das Bergbauprojekt Conga in der peruanischen Provinz Celendín (Cajamarca). Die Ankunft im Zentrum Limas ist für diesen Donnerstag geplant.

    Unterstützt wird der Protestmarsch von rund 120 sozialen und Umweltorganisationen vorwiegend aus Nord- und Nordostperu.

  • Santa / Áncash: Überfall auf Überlandbus

    Bei dem Überfall auf einen Überlandbus des Unternehmens Yungay Express erbeutete gestern eine Gruppe bewaffneter Räuber Schmuck, 3.000 Nuevos Soles in Bar, sowie weitere Wertgegenstände der Passagiere. Als sich kurze Zeit später die Polizei an ihre Fersen heftete, flüchteten sie und schwammen durch den Santa-Fluss. Die Räuber hatten die Straße von Huaraz nach Chimbote mit mehreren Betonblöcken versperrt, um den Bus zum anhalten zu zwingen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

  • Chimbote nach dem Großbrand: 302 Familien obdachlos

    Drei Tage nach dem Großbrand, der am Rande der peruanischen Hafenstadt Chimbote einen Großteil des Viertels Luis Sánchez Milla (Provinz Santa / Region Ancash) zerstörte, wird nun das Ausmaß der Zerstörung deutlich. Nach dem letzten Report des peruanischen Zivilschutzes (INDECI) zerstörte das Feuer insgesamt 302 Häuser und Hütten. 1.149 Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf, 16 Personen wurden verletzt. Die meisten der – mutmaßlich größtenteils illegal errichteten – Häuser bestanden aus Holz und geflochtenem Schilf.

    Auf einer nahegelegenen Sportanlage wurden 60 Zelte aufgestellt, um zumindest einen Teil der nun Obdachlosen vorrübergehend aufzunehmen. Lokale Behörden, NGOs und Unternehmen stellten derweil Matratzen und Essen zur Verfügung.

  • Chimbote / Ancash: Großbrand zerstört hunderte Häuser und Hütten

    José Sánchez Milla nach dem Feuer. Foto: INDECI.
    José Sánchez Milla nach dem Feuer. Foto: INDECI.

    Ein Brand hat heute Morgen (Ortszeit) im Armenviertel Luis Sánchez Milla am Rande der peruanischen Hafenstadt Chimbote (Provinz Santa / Region Ancash) hunderte einfacher Wohnhäuser und -hütten zerstört. Nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes (INDECI) verbrannten drei ganze Straßenblöcke vollständig, ein Vorabbericht des INDECI spricht von 600 zerstörten Häusern, lokale Medien von rund 350. Nach rund drei Stunden konnte der Brand von Anwohnern und der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden. Die meisten der – mutmaßlich größtenteils illegal errichteten – Häuser bestanden aus Holz und geflochtenem Schilf. Die Feuerwehr vermutet, dass ein Kurzschluss den Brand auslöste. Andere Quellen führen einen defekten Gasherd als Brandursache an.

    NACHTRAG: INDECI spricht von 160 Häusern und Hütten

    Der peruanische Zivilschutz hat die Zahl von 600 zerstörten Häusern und Hütten zurückgenommen und spricht nun davon, man gehe „vorläufig von 160“ zerstörten Häusern und Hütten aus. Nach einer ersten groben Zählung des INDECI haben durch den Brand 427 Menschen ihr Haus, in vielen Fällen auch ihr Hab und Gut verloren.

  • Peru: Landwirte, Umweltschützer, Baumwollpflücker und Goldwäscher kündigen Streiks und Demonstrationen an

    Die ersten 100 Tage der Regierung von Präsident Ollanta Humala sind vorbei, nun kündigt sich ein heißer Sommer an. Nicht im Sinne des Wetterberichts, vielmehr haben diverse Gremien in verschiedenen Teilen Perus für die kommenden Tage und Wochen Streiks angekündigt. Denn einige ehemalige Humala-Verbündete sind enttäuscht von der bisherigen Regierungsarbeit. Das breite Bündnis aus Umweltschützern, Menschenrechtlern, Personen aus der Schattenwirtschaft – inklusive den Goldwäschern -, linken und rechten Nationalisten, Gewerkschaftern und Teilen der Polizei und des Militärs zeigt Risse, die sich auch innerhalb der Regierung abzuzeichnen beginnen. Sichtbar wurde dies beispielsweise an der Kontroverse über eine von Arbeitsminister Rudecindo Vega geforderte „Generalamnestie“ für Militärs und Terroristen, die während des internen Konfliktes in Peru während der 80er und 90er Jahre Menschenrechte verletzten. Nach Protesten mehrerer Kabinettskollegen war das Thema bald vom Tisch.

    Noch deutlicher zeigt sich die Unzufriedenheit allerdings an den zahlreichen Streiks und Protesten, die dieser Tage in vielen Teilen Perus aufflammen. So protestieren in Cajamarca Anwohner gegen das geplante Bergbauprojekt „Conga“ und wollen die Region im Protest lahmlegen. Studierende der Universität Cajamarca besetzten ihren Uni-Campus. In Áncas kam es zu Straßenblockaden im Protest gegen mutmaßlich nicht eingehaltene Zusagen zur Finanzierung sozialer Projekte durch ein Bergbauunternehmen. (Nicht nur) In Madre de Dios ist für den 24. November ein Streik der Goldwäscher geplant, die nicht nur einen Stopp der Militär- und Polizeiaktionen gegen ihre technischen Einrichtungen wie Baggerschiffen fordern, sondern auch ein offizielles Goldwäscher-Register. In Apurímac wird bereits seit einigen Tagen gegen die Vergabe weiterer Bergbaukonzessionen demonstriert und die Baumwollproduzenten aus Ica, Lambayeque und Piura kündigen Proteste an, sollten kürzlich aufgehobene Importbeschränkungen für indische Baumwolle nicht wieder eingeführt werden.

    Umweltminister Ricardo Giesecke hatte nach seiner Ernennung betont, es dürfe „keine weiteren Toten wegen (sozialen und Umwelt-) Konflikten mehr geben, und Projekte dürften nicht „um jeden Preis“ durchgezogen werden. Die Regierung von Präsident Ollanta Humala selbst hat sich „Dialog“ und „Konsultation“ auf die Fahnen geschrieben und in einigen Fällen bereits Verhandlungen angestrengt. Wie ernst es ihr und den protestierenden Organisationen damit ist, werden die kommenden Tage zeigen.

  • Erdbeben lässt Huarmey (Áncash) Erzittern

    Ein Erdbeben der Stärke 4,4 auf der Richterskala hat nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik gestern Abend kurz vor 22 Uhr Ortszeit die peruanische Region Áncash erschüttert. Insbesondere Huarmey, Casma und Chimbote waren betroffen. Das Epizentrum lag rund 28 Kilometer Nordwestlich von Huarmey in einer Tiefe von 60 Kilometern.

    Berichte über Schäden liegen bislang nicht vor.

  • Casma / Áncash: Polizei vernichtet 15.000 Cannabis-Pflanzen

    Gut versteckt in einem Maisfeld fand die peruanische Nationalpolizei (PNP) am vergangenen Dienstag im Distrikt Yaután (Provinz Casma / Region Áncash) ein zwei Hektar großes Marihuana-Feld. Die Polizisten waren durch die Aussage eines mexikanischen Staatsbürgers auf die Spur des Feldes gekommen, der bei einer Routinekontrolle in Casma mit 28 Kilogramm Marihuana im Gepäck festgenommen worden war. Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, beschlagnahmten die Sicherheitskräfte in einem bei dem Feld liegenden Haus auch Werkzeug, Plastiktüten und mehrere Waagen, die zur Weiterverarbeitung und Verpackung der Drogen verwendet wurden. Die Cannabis-Pflanzen wurden ausgerissen und unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft sofort verbrannt.

    Der 7.500-Einwohner-Distrikt Yaután liegt nördlich von Lima und lebt – im Gegensatz zu seinen nahegelegenen Nachbarorten an der Küste – hauptsächlich von der Landwirtschaft. Das Marihuana-Feld lag oberhalb des Huanchuy-Bachs.

    Im Gegensatz zu anderen Funden, nimmt sich dieser allerdings noch verhältnismäßig klein aus. So beschlagnahmte die Polizei erst im Juli in der nahegelegenen Provinz Yungay (Áncash) 339 Kilogramm Marihuana.

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Áncash: Minen-LKW bringt Brücke zum Einsturz / zahlreiche Orte von der Außenwelt abgeschnitten

    Ein mit Erzen überladener Lastwagen hat am vergangenen Wochenende in der peruanischen Provinz Huaylas (Region Áncash) eine Brücke über den Santa-Fluss zum Einsturz gebracht und dabei zahlreiche Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Zudem verschmutzten die geladenen Mineralien das Wasser des Flusses. Wie lokale Medien berichten, wollte der Lastwagen mit 40 Tonnen Erzen beladen über die Brücke fahren, die auch zum Konzentrator des Bergbauunternehmens „SEMINOR“ führt, obwohl die Brücke für dieses Gewicht nicht zugelassen ist. Am Neubau der Brücke will die Regionalregierung Áncash nun auch die Minenbetreiber beteiligen. Nach Angaben der regionalen Umweltbehörde wird die Brücke häufig von überladenen Lastwagen der Bergbauunternehmen benutzt. Erick Mautino Minaya, Chef der Umweltbehörde, erstattete Anzeige gegen den Halter des Lastwagens und veranlasste die Entnahme von Wasserproben, um den Verschmutzungsgrad des Santa-Flusses festzustellen.

    In den Orten, die nun von der Außenwelt abgeschnitten sind, macht sich derweil Unmut breit. So berichten Anwohner, es sei bereits seit einiger Zeit bekannt, dass die Brücke baufällig war. Zwar können einige Orte auch über Alternativrouten angefahren werden, diese sind aber umständlich und wesentlich teurer. Nach Angaben der Regionalregierung wird der Bau einer neuen Brücke rund 2 Millionen Nuevos Soles kosten.

    Die Brücke war die Verbindung der Distrikte Pueblo Libre, Pamparomas und Caráz über den Río Santa.

  • Nach 19 Jahren: Grab mit 9 Colina-Mordopfern bei Chimbote gefunden

    Bei der Aushebung eines Grabes bei der Panamericana Norte in der peruanischen Provinz Virú (Region La Libertad) sind Forensik-Experten der peruanischen Staatsanwaltschaft auf die sterblichen Überreste von neun Bauern gestoßen, die 1992 von der Colina-Gruppe ermordet worden waren, einer Todesschwadron der damaligen Fujimori-Regierung. Es habe sich dabei um Bauern aus Santa (Region Áncash) gehandelt, so Silvia Alayo von der Menschenrechtskommission der Diözese Chimbote.

    Wie aus dem Bericht der Versöhnungs- und Wahrheitskommission hervorgeht, die den internen Konflikt im Peru der 80er- und 90er Jahre aufgearbeitet hat, gab es in Santa Anfang der 90er Jahre eine Organisation mit dem Namen „campesinos sin tierra“ (dt. landlose Bauern), die sich gegen einen brutalen Großgrundbesitzer zur Wehr setzte. Dieser wiederum war mit dem Chef der Colina-Gruppe,  Santiago Martín Rivas, persönlich befreundet. In der Nacht zum 2. Mai 1992, so geht aus dem Kommissionsbericht hervor, kam eine Colina-Einheit in Santa an und entführte die Gründer der „campesinos sin tierra“ und weitere Personen, die sich ihnen in den Weg stellten. Anschließend ermordeten sie diese, um sie dann in der Wüste zu verscharren.

    Bereits vor dem jetzigen Fund war man davon ausgegangen, dass die neun Bauern getötet worden waren. Wenn sich die ersten Untersuchungsergebnisse nun bestätigen, haben Angehörige und Justiz endlich Klarheit darüber. Die Angehörigen der Colina-Gruppe wurden für diesen Fall bereits zu 15-25 Jahren Haft, sowie einer Geldstrafe von 100.000 Nuevos Soles für jede der betroffenen Familien verurteilt, ein Kronzeuge hatte sie belastet. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

    Hier herunterladen: Der Abschnitt 2.53. des Abschlussberichts der Wahrheits- und Versöhnungskommission über den Fall „Campesinos del Santa“.

    HINWEIS:
    Per Kommentar kam die Anfrage nach dem Großgrundbesitzer und Unternehmer Jorge Fung Pineda, der die Morde in Auftrag gegeben hatte. Dieser konnte nicht mehr zu Rechenschaft gezogen werden, er starb 2005. Dennoch wird versucht weiter zu kommen: Neben Jorge Fung und der Colina-Gruppe sollen 1992 auch zwei junge Männer an der Planung der Morde teilgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft versucht derzeit, diese zu identifizieren.