• "La Morada" wählt ersten Bürgermeister

    Das Dörfchen „La Morada“, ca. 2 Tage zu Fuß oder per Pferd von Leymebamba entfernt, hat gewählt. Selbstverständlich ist das nicht, ist doch der Streit zwischen den Regionen Amazonas und San Martín über die Hoheit des Dörfchens noch immer nicht endgültig geklärt. Sieger der Wahl ist Porfirio Marín, der sich schon seit rund 14 Jahren für die Gründung der Dorfverwaltung einsetzt und am 14. Juni vereidigt wurde. Peter Lerche, Provinzbürgermeister von Chachapoyas, erklärte gegenüber Radio Horizonte, La Morada gehöre nicht nur kulturell, sondern auch traditionell schon immer zu Amazonas. Er sehe sogar Verbindungen aus der Zeit der „Chachapoya“, so Lerche, dem Volk das die Gegend beherrschte, bevor es zuerst von den Inka, anschließend von den Spaniern besiegt worden war. Zudem erwähnte er die Schwierigkeit, die Produkte aus La Morada zu kommerzialisieren. Yucca (Maniok) und ähnliche Gemüse seien schwer 2-3 Tage bis zum nächsten Absatzmarkt zu transportieren. Vieh sei gut zu halten, für eine Steigerung seien aber weitere Rodungen nötig – was die Provinzverwaltung auf jeden Fall vermeiden wolle. Eine Möglichkeit sei der Anbau ökologischen Kaffees, was aber finanziell nur mit Unterstützung möglich wäre, von NGOs in der Region aber bereits durchgeführt würde. Wohin im Endeffekt La Morada gehören wird, hängt nicht zuletzt von Porfirio Marín ab. Möglicherweise wird das frisch eingerichtete Personenregister von La Morada helfen, zumindest Ansätze einer „moradensischen“ Identität herausbilden.

  • 2008 schon über 400 Einbürgerungen

    Wie die Direktion für Migration und Einbürgerung Digemin mitteilt, haben alleine in diesem Jahr bereits 400 Ausländer die peruanische Staatsbürgerschaft bekommen. Wie Juan Álvarez Manrique, Direktor der Digemin, mitteilt, ist neben einem gültigen Reisedokument und einer übersetzten Geburtsurkunde die einzige Anforderung, dass man seit 2 Jahren im Land wohnt. Zudem können sowohl der Präsident, als auch der Kongress die Staatsbürgerschaft für besondere Dienste für das Land verleihen.

    Nicht eingerechnet sind bei den 400 Einbürgerungen Kinder peruanischer Eltern, die im Ausland geboren wurden und nun die peruanische Staatsbürgerschaft annehmen.

  • Außerirdische überall

    Es war kurz vor dem Sonnenaufgang, gegen 4:30 Uhr. Jorge, Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Chachapoyas, wurde von seinem kleinen Töchterchen zum Aufstehen getrieben. Er verließ sein Zimmer und traute seinen Augen kaum: Am Himmel flogen 2 Ufos. 2 weiß – leicht bläulich – leuchtende Objekte flogen über die Stadt hinweg, manchmal parallel, manchmal unterschiedlich schnell, manchmal in verschiedene Richtungen. Sie flogen tief, aber Geräusche waren nicht zu hören. Ein Hubschrauber war es auch nicht – und welches Flugzeug würde sich trauen, mitten in der Nacht den Flughafen von Chachapoyas anzufliegen? Dabei war Jorge nicht einmal der erste, der solch seltsame Flugobjekte sehen konnte. Bereits seit längerer Zeit berichten Einwohner von Leymebamba und dem Valle de los Chilchos, dem vielleicht abgelegensten und letzten Dorf der Region Amazonas, von Ufosichtungen. Ein Bauer aus dem Valle de los Chilchos erzählte dem Angehörigen einer religiösen Vereinigung auf die Frage, ob er schon einmal ein Ufo gesehen habe „jaja, die sehen wir ständig, manchmal fliegen sie her, manchmal in die andere Richtung.“

    Auch der Journalist Manuel Cabañas López und der Fotograf Nicolás Ruiz hatten kürzlich – während eines großen Volksfestes in Chachapoyas – mehrere Ufos nicht nur gesehen, sondern auch fotografiert. „Raymillacta“ (dt. „Volksfest„) wird sogar von Außerirdischen gesehen“ titelte Cabañas in seinem Blog. Und sie berichten noch von weiteren Fällen, die alle von einem handeln: Von Ufos. Wie es sich für echte Ufo-Bilder gehört, sind sie natürlich sehr unscharf und die Flugobjekte selbst sind nur als kleine schwarze oder weiße Punkte am strahlend blauen Himmel zu sehen.

    Ein Gerücht, das um Chachapoyas kursiert, könnte zumindest einige der „Ufos“ im „Valle de los Chilchos“ erklären. Man sagt, in manchem besonders abgelegenem Ort würde die „Amapola“ wachsen, der Klatschmohn, aus dem Mittelchen hergestellt werden, die in Deutschland gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen. Um diese Mittelchen herauszuschmuggeln, würde man Helikopter benutzen. Im Gegenzug würden aber auch Militärs verschiedener Nationalität Hubschrauber benutzen, um gegen die Drogenproduktion vorzugehen. Was dagegen die „chachapoyanischen Ufos“ genau sind, wird vermutlich ebenso verborgen bleiben, wie die Gründe für den Bau der riesigen Festungen durch geheimnisse Bergvölker in der Region.

    Hinweis: Von einigen Phantasten wird der Bau vieler archäologischer Fundstätten der Chachapoya-Kultur Außerirdischen zugeschrieben.

    Hinweis: Ufo heißt auf spanisch OVNI (Objetos Voladores No Identificados)

    QUELLE: Eigene Recherche, Blog Manuel Cabañas López

  • Peruanische Fernsehnachrichten: Mord und Totschlag & viel Sport

    Vergangene Woche veröffentlichte der peruanische Rat für Radio- und Fernsehangelegenheit eine Studie, für welche das Ad-Rem-Institut Anfang 2008 insgesamt 28 Fernsehnachrichten- sendungen analysiert hat, die in den größten Städten Perus ausgestrahlt werden. Auch die Nachrichtensendungen des Staatsfernsehens TV Peru wurde ausgewertet. Dabei zeigt sich ein großer Unterschied zwischen den Nachrichtensendungen, die in Lima produziert werden und den Sendungen, die in anderen Teilen Perus produziert werden. So verbreiten die Sender mit Sitz in Lima zu einem sehr großen Anteil (29,4%) Sportnachrichten – Politik (7,9%) ist dagegen eher ein Nebenthema. Auch Kathastrophenberichterstatung ist mit 9,4% der Sendezeit in den Limaer Fernsehsendern überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Bei „lokaler geprägten“ Nachrichtensendungen stehen mehr Polizeimeldungen (19,9%), praktische Bürgerprobleme (15,6%) und soziale Probleme (13,1%) im Blickfeld, Sportmeldungen haben mit 5,7% nur einen peripheren Anteil. Das Staatsfernsehen konzentriert sich mit 18,4% stärker auf den Bereich der Politik, wobei selbst hier der Sport mit 20,7% die Oberhand behält.

    Insgesamt sind in Lima kurze Nachrichtensendungen verbreiterter, während die Lokalnachrichten eher ausführlicher auf die einzelnen Meldungen eingehen. Zudem verfügen die Hauptstadtmedien über die Möglichkeit, Live von außerhalb des Studios zu senden. Einige können sogar auf ein Netz von Korrespondenten und Spezialisten zurückgreifen. Die regionaleren Sendungen können dagegen höchstens auf das Telefon für Interviews zurückgreifen.

    Analysiert worden waren Sendungen von Fernsehanstalten aus Lima, Piura, Chiclayo, Cajamarca, Trujillo, Huancayo, Arequipa, Cusco und Iquitos.

    QUELLE: Concortv

  • Abschiebung & Migration LAC-UE

    Auch nach der Verabschiedung der EU-Richtlinie zur Behandlung illegaler Einwanderer bleibt die unzumutbar schlechte Bahandlung dieser durch die Staaten der europäischen Union weiter bestehen. Das ist der Tenor der Bewertung dieser Richtlinie durch die meisten lateinamerikanischen Staaten. Das ist kaum verwunderlich, sind doch sehr viele lateinamerikanische Auswander davon betroffen. Besonders kritisiert wird das Festhalten irregulär Eingewanderter unter haftähnlichen Bedingungen, das bis zu 18 Monate ausgedehnt werden kann. Der bolivianische Präsident verglich das Verhalten der europäischen Union bereits mit dem Sklavenhandel: Hochqualifizierte würden nach eingehender Prüfung angenommen, weniger qualifizierte zurückgeschickt. Carlos Isasi Cayo, peruanischer Konsul in Madrid, erklärte, die Richtlinie würde Migranten kriminalisieren. Normale Kriminelle dürften nicht mehr als 3-6 Monate in Untersuchungshaft einsitzen, so Cayo. Zudem wieß er darauf hin, dass die Richtlinie nur unzureichend auf den volkswirtschaftlichen und demografischen Nutzen eingehen würde, den Migranten den Zielländern bringen. Der ekuatorianische Präsident Rafael Correa sagte, die Europäer sollten sich schämen und rief die Führer Lateinamerikas auf, gemeinsam gegen die neuen Richtlinien anzukämpfen, in denen er einen „Akt gegen die Menschenrechte“ sieht. Ecuador selbst hatte erst kürzlich die Aufhebung aller Visabeschränkungen beschlossen.

    Die chilenische Regierung forderte Änderungen vor allem im Bereich der Familienzusammenführung, bei der die EU gegen internationale Vereinbarungen verstoßen würde. Zudem sprach sie sich dafür aus, zu Kenntniss zu nehmen, dass Lateinamerika flächendeckend über sehr liberale und gerechte Systeme zur Einwanderung verfüge. Auch ein Blick in die Geschichte sei nützlich, erklärte die chilenische Regierung in Anspielung auf Flüchtlingswellen nach Südamerika unter anderem während der Weltkriege. Erst kürzlich war in Chile 40.000 illegal im Land lebenden Migranten ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht zugestanden worden.

    Der bolivianische Präsident Evo Morales fasste die Forderungen folgendermaßen zusammen: Wenn die EU mehr Freihandel mit Lateinamerika wolle, solle sie gefälligst auch mehr Bewegungsfreiheit für Menschen ermöglichen.

    Leider hat außer dem Schreihals Hugo Chávez keiner ein Druckmittel wie sein Öl – deswegen hört in der EU kaum jemand die vielfältigen Einwände aus Lateinamerika.

    Quelle: RPP, ANDINA, Radio Activa

  • Polizisten wieder frei

    Wie die Vereinigung regionaler Radiosender CNR bekannt gab, wurden gestern alle noch verbliebenen 48 Geiseln freigelassen. Ausgehandelt worden war die Freilassung von Marco Antonio Cortez Lara, Bischof von Tacna und Moquegua und abgesandten der Volksanwaltschaft Defensoría del Pueblo.

    === Ursprüngliche Meldung: 60 Polizisten als Geiseln in Moquegua

    In der südperuanischen Region Moquegua wurden bei schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei 60 Polizisten als Geiseln genommen. Die Demonstranten fordern, die Steuererlöse aus dem Minengeschäft anders zu verteilen. Inzwischen wurden dank Verhandlungen der Volksanwaltschaft (Defensoría del Pueblo) und der katholischen Kirche 12 Geiseln freigelassen.

  • Militär nimmt Journalist gefangen

    Wie die Vereinigung regionaler Radiosender CNR bekannt gab, wurde am Dienstag Genaro Alvarado Tuesta, Journalist des Radiosenders „La Voz de la Selva (LVS)“ aus Iquitos von Angehörigen des peruanischen Militärs für mehrere Stunden festgehalten und dabei misshandelt. Alvarado Tuesta führte in einer Krankenstation des Militärs ein Interview mit Freddy Huayunga Vela, einem Soldaten, der bei einem Zusammenstoß zwischen peruanischem Militär und der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC schwer verletzt wurde. 5 Minuten nach Beginn des Interviews seien Militärangehörige in den Raum gestürmt, hätten ihn für 30 Minuten in einen Raum eingesperrt und ihm die Aufnahmegeräte des Radiosenders abgenommen, so Alvarado Tuesta. Zudem habe man ihm die Kleidung zerrissen und ihn verprügelt. Inzwischen wurde die Volksanwaltschaft „Defensoría del Pueblo“ eingeschaltet.

    Quelle: CNR

  • Stadtmuseum Chachapoyas kommt voran

    Die Bauarbeiten und Koordinationen für das Museum für Ethnographie und christliche Kunst in Chachapoyas kommen voran. Nach seiner Fertigstellung soll es neben historischen Objekten der Kirchengeschichte der Diözese auch Ausstellungsstücke aus der Zeit vor der Kolonialisierung beherbergen. Derzeit wird das Museum von Cáritas Chachapoyas gemeinsam mit verschiedenen Basisorganisationen der Stadt gebaut. Viele Stücke werden aus den Diözesanarchiven kommen, aber auch Privatleute und andere Institutionen werden gezielt angesprochen, um historisch wertvolle Stücke zur Ausstellung bereitzustellen. Demnächst soll eine Medienkampagne zur Sensibilisierung über dieses Thema gestartet werden. Der Verantwortlich für das Projekt betonte, dass die Ausstellungsstücke Eigentum des bereitstellenden bleiben werden und von Experten restauriert würden. Beherbergen soll das Museum das Gebäude der ehemaligen Kapelle „Santa Ána“, das im Jahr 2005 als damals älteste Kirche der Stadt bei einem Erdbeben zerstört worden war. Ursprünglich war ein neues Gebäude entworfen worden, aufgrund der Regeln des Nationalen Kulturinstitutes, das auch für Denkmalschutz zuständig ist, musste das vormalige Gebäude wieder aufgebaut werden, um das Stadtbild zu erhalten.

    === TELEFONKABEL IM STADTZENTRUM WERDEN VERGRABEN

    Wie der Chef der Telefónica in Chachapoyas gegenüber Radio Horizonte bekannt gab, wird im Rahmen der Sanierung des historischen Stadtzentrums von Chachapoyas demnächst mit dem Vergraben von Telefonkabeln begonnen.

    Quelle: Radio Horizonte

  • Milch für die Verkehrspolizei

    Besonders in größeren Städten sind Verkehrspolizisten in Peru extrem verschmutzter Luft ausgesetzt. Wie die „Defensoría de la Policía“, eine Art Gremium zur Vertretung der Rechte von Polizisten, nun mitteilte, kommt es bei Verkehrspolizisten deshalb vermehrt zu Atemwegsbeschwerden oder gar Lungenkrebs. Die Vorsitzende der Defensoría de la Policía, Ana Marita Merino Romero, forderte nun Innenminister Luis Alva Castro auf, für alle Verkehrspolizisten täglich eine Milchration bereit zu stellen, um die Folgen der teils Verkehrspolizistinextremen Luftverschmutzung wenigstens etwas zu lindern. Bis heute verfügen nur wenige Fahrzeuge über Abgasfiltersysteme. Da ein großer Teil der Fahrzeugflotte veraltet ist, hängt in und über manchen Städten wie z.B. Lima permanent eine Smogwolke. Verkehrspolizisten tragen zwar manchmal einen einfachen Abgasschutz, der ist der extremen Luftverschmutzung mancher Orte aber kaum gewachsen.

    Quelle: ANDINA

  • Hohe Kultur und Disco-Quechua für Anfänger

    Sie war DIE Abräumerin des chilenischen Musikfestivals „Viña del Mar“: Die peruanische Sängerin Damaris. Mit ihrer hochkarätigen Mischung moderner und traditioneller peruanischer Musik, sowie der spannenden Variation der Sprachen Spanisch und Quechua hat sie nicht nur das peruanische Publikum begeistert, sondern auch das internationale Publikum in Viña del Mar. Das Lied, mit dem sie antrat, war „Tusuy Kusun“. Tusuy Kusun, zu Deutsch „Gehen wir tanzen“, steht in der sehr langen Tradition der Karnevalsmusik von Ayacucho, der unter anderem mit dem Cajón Elemente der kreolischen Kultur der peruanischen Küste hinzugefügt wurde. Gleichzeitig wird der Text, der sowohl auf Spanisch als auch auf Quechua, einer andinden Ursprache, gsungen wird, beinahe zu einem Fundus für Quechua für Feste und Discobesuche. Er handelt von einer Frau, die mit ihrem Holden bis zum Sonnenaufgang, also bis zur Ankunft des Sonnengottes der Inka, tanzt.

    Inzwischen wurde Tusuy Kusun sogar zur offiziellen Hymne des Gipfels des Asien-Pazifikanrainergipfels in diesem Jahr in Peru erhoben.

    Kleine Übersetzungshilfe:

    Yanay hamuy, tusuykusun – Meine große Liebe, gehen wir tanzen
    tusuykusun – gehen wir tanzen
    kusikuy, sunqu – freue Dich, Herz
    tayta Intipaq – Vater Sonne
    chakaymanta – Brücke

    Quelle: ANDINA, IncaMusic