• Der Amoklauf von Winnenden in peruanischen Medien

    „Jeden Tag schoss er im Wald. Zwei Mal habe ich mit ihm Paintball-Spiele organisiert“ zitiert der peruanische Radiosender RPP einen ehemaligen Mitschüler des Amokläufers. Zudem weisst auch RPP darauf hin, dass die meisten Opfer Frauen sind. Dabei wird der Amoklauf in Winnenden nicht als isoliertes Problem gesehent, sondern als vorerst letzte Stufe eines seit Jahren in Europa um sich greifenden Problems, das 1996 mit einem Amoklauf in Schottland begann.

    (http://www.rpp.com.pe/2009-03-11-tiroteos-en-escuelas–una-tendencia-que-se-propaga-en-europa-noticia_169424.html)

    Auch die Tageszeitung „El Comercio“ sieht Parallelen zum Amoklauf in Erfurt im Jahr 2002.  In einem Bericht des Comercio zum Thema wird zudem darauf hingewiesen, dass in beiden Fällen die Täter einfachen Zugang zu den Waffen hatten. Eine Leserin schreibt zum Thema, sie lebe 6 Kilometer von Winnenden entfernt und habe nun Angst um ihre Kinder.

    (http://www.elcomercio.com.pe/noticia/257423/joven-17-anos-mato-15-personas-colegio-alemania)

    Über den Amoklauf schreibt auch der Staatsrundfunk:

    http://www.radionacional.com.pe/index.php?option=com_content&task=view_notp&id=18208&ncid=14

    sowie die Tageszeitung „La Razón“:

    http://peru21.pe/noticia/257410/joven-mato-10-personas-colegio-alemania

    sowie die Regierungskritische „La Republica“:

    http://www.larepublica.pe/internacionales/11/03/2009/tiroteo-en-escuela-de-alemania-deja-17-muertos

  • Filmreif: Schießerei zwischen Drogenkurieren und Polizei in Huánuco

    Über eine halbe Tonne Kokain hatte eine Gruppe von Drogenkurieren auf einem Lastwagen geladen, als sie in den späten Abendstunden des gestrigen Montags von der Polizei kontrolliert wurden. Das berichtet die örtliche Polizei. Demnach eröffneten die Drogenkuriere von einem Geländewagen aus das Feuer auf die Polizisten, als diese einen Lastwagen kontrollieren wollten. Die Polizisten der Antidrogenpolizei DIRANDRO erwiderten das Feuer. Bei der Schießerei wurde das Polizeiauto durch mehrere Einschüsse Beschädigt.

    Schließlich gelang es der Polizei, die 6 Drogenkuriere – darunter ein Minderjähriger – festzunehmen und ihre Waffen sicherzustellen. In dem Lastwagen versteckt fanden die Beamten schließlich 555 Kilo Kokain.

  • Endlich: Peruanische Verfassung auch auf Quechua

    Die peruanische Verfassung gibt es jetzt auch auf Quechua. Das gab heute die peruanische Justizministerin Rosario Fernández bekannt. Die Übersetzung wurde von der Rechtsanwältin und Quechualogin Noemí Vizcardo Rozas durchgeführt und von der Weltbank unterstützt, wie es in einer Pressemitteilung des Ministeriums heißt.

    Zudem wurde mit „Pronelis“ die Wiederaufnahme eines staatlichen Programms zur politischen Bildung angekündigt. Im Rahmen des Programms sollen mehrere tausend Exemplare der Verfassung auf Quechua kostenlos verteilt werden.

    Als „Gesichter des Programms“ konnten die Regisseurin Claudia Llosa, sowie die Schauspielerin Magaly Solier gewonnen werden, so das Justizministerium. In den kommenden Tagen soll das Pronelis in Ayacucho und Cusco offiziell gestartet werden.

    Auf Quechua heißt die peruanische Verfassung „Peru Suyu Atun Kamay Pirwa“.

    Teile der Verfassung kann man sich auch vorgelesen anhören:

    http://www.minjus.gob.pe/consti_quechua/index.html

  • Seit heute: Freie Fahrt zwischen Chachapoyas und Pedro Ruiz

    Seit heute ist die Straße zwischen Chachapoyas und Pedro Ruiz Gallo wieder uneingeschränkt befahrbar. Das bestätigte Lindon Vela, Funktionär der Regionalregierung Amazonas, gegenüber Red Informativa Regional von Radio Activa. Seit Beginn des vergangenen Jahres war die Hauptzufahrtsrute zur Hauptstadt Chachapoyas wegen der gefährlicher Bauarbeiten nur wenige Stunden am Tag befahrbar gewesen. Da an manchen Teilen der Strecke noch gearbeitet wird, ist die Geschwindigkeit aber auf 35 km/h begrenzt.

  • Frische Mumien aus Luya Viejo

    Gleich mehrere Mumien fanden Bauern in Luya Viejo, einem Teildistrikt der Provinz Luya am gestrigen Montag. Da Teile der Mumien bereits von Grabräubern beschädigt worden waren, wurden die noch verbleibenden im Rahmen einer Notgrabung unter Aufsicht der Kultur- und Tourismusbeauftragten des Provinzrates von Luya, María Dolores Ramos Valquí, gesichert und  vorrübergehend im Provinzmuseum von Luya untergebracht. In den kommenden Tagen sollen die Mumien in das Museum Leymebamba überführt werden, das über entsprechende Einrichtungen zur Erforschung und Konservierung von Mumien verfügt.

    Die Mumien waren in zwei Särgen gegenüber der bekannten Ausgrabungsstätte „Karajía“  an einem Ort geborgen worden, der bei Einheimischen unter dem Namen „Ulle“ bekannt ist.  Die Särge waren nach Angaben der Stadträtin bereits ausgeraubt und teilweise zerstört. Die verbliebenen Mumien seien in dicke Tücher eingewickelt und von vielerlei Töpferarbeiten, sowie geheimnisvollen Werkzeugen umgeben. Den Konservierungszustand der verbliebenen Mumien beschrieb Ramos Valqui als verhältnismäßig gut.

    Ersten Vermutungen zufolge handelt es sich bei den gefunden Mumien um die sterblichen Überreste von Angehörigen der „Chachapoya“-Kultur, die in dem Gebiet mit der Ethnie „Luya Chillaos“ vertreten war. Der besonderen Ausstattung wegen wird davon ausgegangen, dass es sich um Reste von Häuptlingen, Priestern oder hoher Militärs handelt.

    Während sich die Mumien in den kommenden Tagen nun auf den Weg nach Leymebamba machen, plant die Distriktverwaltung von Luya Viejo, selbst ein kleines Museum zu errichten, weil davon ausgegangen wird, dass sich im Umfeld der gefundenen Mumien noch weitere archäologisch und historisch wertvolle Objekte befinden.

  • Perlen peruanischer Musik (I): Los Reales de Cajamarca

    httpv://www.youtube.com/watch?v=kCc6VFrpaOs

    Dort, wo die Anden dem Himmel am nächsten sind, wo die nächste Straße viele Kilometer entfernt ist und nur mit dem Maulesel oder zu Fuß über schmale Pfade durch das dichte Gras der Hochebenen erreicht werden kann, dort wo es nur sporadisch Internet und Telefon gibt, aber garantiert jeder junge Mann ein Sony-Radio mit Mittelwelleempfang hat, da sind sie zu Hause: „Los Reales de Cajamarca“.

    Los Reales de Cajamarca. Foto: Los Reales de Cajamarca.
    Los Reales de Cajamarca. Foto: Los Reales de Cajamarca.

    Das Duo aus  der Sängerin Rosa Aguirre und dem Geiger Guillermo Arias stammt ursprünglich aus Paucamarca (Cajamarca), begann die professionelle musikalische Laufbahn 1973 aber in Trujillo. Zu Beginn gefördert von Folkloresänger „Indio Mayta“ hatten „los reales de Cajamarca“ diese Unterstützung schon bald nicht mehr nötig. Schon bald wurden die ersten Schallplatten, später auch Kassetten aufgenommen. Heute werden nicht nur CDs der „Reales“ vertrieben, sondern auch mp3s und DVDs. Ihre Videos werden von zahlreichen peruanischen Fernsehkanälen im Morgenprogramm gespielt und besonders der ländliche Raum ist kaum vorstellbar, ohne dass man irgendwo ein Lied des Duos hört – sei es von ihnen selbst oder einer der unzähligen Nachahmer. Denn mit ihrer besonderen Form des Huayno haben Rosa Aguirre und Guillermo Arias Maßstäbe gesetzt, an denen auch heutige Huayno-Musiker gemessen werden.

    Die „offizielle“ Homepage des Duos findet sich unter:

    http://www.geocities.com/garias.geo

  • Vargas Llosa: "Peru braucht keine Museen"?

    Mit einem weiteren Artikel weist der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Schriftsteller Mario Vargas Llosa den peruanischen Verteidigungsminister Ántero Flores-Aráoz wegen dessen Reaktion auf das Angebot der deutschen Regierung, ein „Museum der Erinnerung“ für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges Ende des vergangenen Jahrhunderts zurecht. Der Verteidigungsminister und ehemalige Parteifreund Vargas Llosas hatte verlautbaren lassen, Peru brauche keine Museen, solange es Armut und soziale Missstände gebe.

    Hier einige Auszüge aus dem Artikel, der am 2. März in der Tageszeitung „El Comercio“ in der Kolumne „Stolpersteine“ veröffentlicht wurde:

    Nach dem Ende der Diktatur Alberto Fujimoris (der dieser Tage wegen Verbrechen gegen die Menschenrechte während seines Regimes verurteilt werden wird) entschied die demokratische Regierung, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einzusetzen, um den Umfang der Tragödie zu untersuchen. Unter der Leitung des respektierten Intellektuellen und Philosophen Dr. Salomón Lerner, ehemals Rektor der Pontificia Universidad Católica del Perú, stellte die Kommission eine Untersuchungt über diese blutigen Jahre und eine vorsichtige Analyse der Gründe und Folgen, sowie die Zahl der [verlorenen, Anm. d. Übers.] menschlichen Leben, des zerstörten öffentlichen und privaten Eigentums, der Folterungen, Entführungen, der verschwundenen Menschen und Siedlungen während dieser Jahre an. Ein großer Teil der Öentlichkeit erkannte die wertvolle Arbeit der Kommission an, aber, wie zu erwarten war, wurden ihre Schlussfolgerungen von Militärkreisen und Banden / Cliquen, die den Fujimorismus überlebt hatten und auf diesem Wege versuchten, einem Aufdecken ihrer Komplizentätigkeit mit einem autoritären Regime  vorzubeugen, das nicht nur mit Haut und Haaren kleptomanisch und korrupt war, sondern auch eine erschreckende Ansamlung von Morden, Folter und Verschwinden [im Sinne von Menschen verschwinden lassen, Anm. d. Übers.] mit der Ausrede des antisubversiven Kampfes beging, kritisiert und zurückgewiesen.

    […]

    Der Minister erklärte, dass in einem Land, wo so viele Schulen und Krankenhäuser fehlen und wo so viele peruaner Hunger leiden, ein Museum keine Priorität haben kann. Nach dieserPhilosophie dürften Länder erst dann Mittel in den Schutz archäologischen, monumentalen und künstlerischen Erbes investieren, wenn zuvor der Wohlstand und das Wohlergehen all ihrer Bevölkerung gesichert sei.  Hätte ein derartiger Pragmatismus schon in der Vergangenheit vorgeherrscht, wäre auch der Prado, der Luvre, die National Gallery,  die Hermitage und Machu Picchu  öffentlich versteigert worden, um Bleistifte, Schulfibeln und Schuhe zu kaufen.

    […]

    Ohne Zweifel haben sich auch in diesen neun sperrigen Bänden [des Berichts der Kommission, Anm. d. Übers.] Fehler eingeschlichen. Aber weder in den berücksichtigten Tatsachen, noch in den gezogenen Schlüssen gibt es auch nur das geringste Zeichen einer gewollten Einseitigkeit, sondern, ganz im Gegenteil dazu, findet man ein ehrliches und beinahe zwanghaftes Streben, mit größter Genauigkeit das Passierte darzustellen und unbeirrbar  dem fanatischen leuchtenden Pfades und den Mitgliedern des MRTA (emerretistas), die glaubten, durch grundloses, zahlreiches Töten aller politischen Gegner würden sie Peru das sozialistische Paradies bringen, die vorrangige Verantwortung an diesem monströsen Gemetzel nachweisen.

    Eigene Übersetzung für INFOAMAZONAS.

    Den kompletten Artikel auf Spanisch mit dem Titel „El Perú no necesita museos“ findet man unter:

    http://www.elcomercio.com.pe/impresa/notas/peru-no-necesita-museos/20090308/256015

  • Weniger Festnetz, mehr Internet, viel mehr Handy

    Entwicklung von Handy, Telefon, Internet und Kabelfernsehen in Peru. Quelle: INEI
    Entwicklung von Handy, Telefon, Internet und Kabelfernsehen in Peru. Quelle: INEI

    Die Verbreitung von Mobiltelefonen in Peru nimmt immer mehr zu. Nach den neusten Zahlen des Nationalinstituts für Statistik und Informatik INEI verfügten Ende vergangenen Jahres bereits über 60% der Peruaner über ein Mobiltelefon. Das entspricht mindestens 16 Millionen Mobiltelefonen. Der Anteil von Einwohnern mit Festnetzanschluss im Vergleich zur Gesamtbevölkerung wurde dagegen geringer. Ein leichtes Wachstum gab es auch bei den Anschlüssen von Kabelfernsehen und den Internetanschlüssen.

  • Das wird teuer: Miraflores bestraft das Hupen ohne Not

    Wer Lima kennt, hat dort vermutlich schon so manche Nacht nur schwer ein Auge zugedrückt, weil permanent vor dem Fenster uralte VW-Busse vorbeibrausen, aus denen nicht nur laut „Callao, Callao, Callao, Tacna, Tacna, Tacna“ geschrieb wird und weil deren Fahrer auch exzessiv die Hupe einsetzen um sich den Weg freizuhupen oder mögliche Passagiere auf sich aufmerksam zu machen.  Nachdem im vergangenen Jahr bereits der Kampf gegen die „optische Umweltverschmutzung“ aufgenommen wurde, in dessen Folge mehrere überdimensionierte Werbetafeln abmontiert werden mussten, geht es nun der „akustischen Umweltverschmutzung“ an den Kragen.

    Hupen nur im Notfall erlaubt

    Im Nobelstadtteil Miraflores müssen Auto- und Busfahrer nun mit einer Strafe in Höhe von 71 Nuevos Soles rechnen (Wechselkurs bei chachapoyas.eu), wenn sie ohne Not die Hupe erklingen lassen.

    „Die Hupe darf nicht verwendet werden, um Passagiere anzulocken oder um jemanden auf der Straße auf sich aufmerksam zu machen. Sie darf nur im Notfall oder zur Verhinderung eines Verkehrsunfalles verwendet werden“, heißt es in der Erklärung des Stadtrates von Miraflores. Dafür werden jetzt erst einmal 1443 Informationsschreiben verteilt. Ob die Durchsetzung und Ahndung wirklich möglich sind, wird sich aber noch zeigen müssen.

  • ONPE will Wahlmaschinen

    Die peruanische Wahlbehörde ONPE plant den Einsatz so genannter Wahlcomputer bei den kommenden Wahlen. Außerdem soll besonders Auslandsperuanern die Möglichkeit der Internetwahl ermöglicht werden.  Zuvor müsste aber durch ein Dekret der Regierung noch die rechtliche Grundlage für diese Art der Wahl geschaffen werden, die von der ONPE derzeit vorbereitet wird.

    Durch die Umstellung soll die Zahl der Wahllokale reduziert werden können. Außerdem soll Papier gespart werden. Nachteile wie Schwierigkeiten im Falle einer Nachzählung der Stimmen tauchten bisher in diesem Zusammenhang in den peruanischen Medien nicht auf. Das System, das schon im kommenden Jahr bei der Wahl eingesetzt werden könnte, wurde von ONPE selbst entwickelt, wie die Direktorin der Organisation, Magdalena Chú, erklärt.

    Ursprünglich sollten die Wahlmaschinen schon bei der Präsidentschaftswahl 2006  eingesetzt werden. Nachdem allerdings keiner der Teilnehmer an der Ausschreibung zum Thema die technischen Vorraussetzungen erfüllen konnte, wurde die Einführung verschoben.