• Bewohner von Aserradero können ihre Toten kostenlos ausgraben

    Angfang vergangenen Jahres hatte ein schwerer Erdrutsch und eine anschließende Flutwelle weite Teile des Dorfes „Aserradero“ am nordperuanischen „Utcubamba“-Fluss zerstört. Inzwischen leben nur noch wenige Personen dort, wo einst das Dorf stand, die meisten sind an einen anderen Ort gezogen. Neben zahlreichen Hausruinen ist vom „Aserradero“ nur noch eins übrig: Sein Friedhof. Aber auch das soll sich nun ändern. Zahlreiche Familien haben darum gebeten, ihre verstorbenen Verwandten exhumieren zu dürfen, um sie in der neuen Heimat wieder zu vergraben.

    Rechtlich ist das möglich – aber nicht ganz einfach. Zahlreiche Genehmigungen müssen eingeholt werden, beispielsweise  vom Gesundheitsamt. Natürlich gibt es diese Genehmigungen nicht umsonst. Aber Geld haben die Familien nicht, schließlich mussten sie nicht nur zusehen, wie ihre Habseligkeiten von den Wassern des Utcubamba in Richtung des Amazonas hinabgerissen wurden. Sie mussten auch an einem ganz neuen Ort eine ganz neue Existenz aufbauen.

    Nach längerer Überzeugungsarbeit willigte nun die Regionalregierung von Amazonas ein, den ehemaligen Bewohnern zumindest die Genehmigung des Gesundheitsamtes kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Ausgrabun und Überführung der Toten selbst müssen sie aber auch weiterhin auf eigene Rechnung organisieren.

  • Innenminister Hernani tritt zurück

    In den frühen Morgenstunden ist heute der peruanische Innenminister Remigio Hernani zurückgetreten. Wie ANDINA unter Berufung auf Premier Yehude Simon berichtet, übernahm die Kongressabgeordnete Mercedes Cabanillas sein Amt. Nach offiziellen Angaben hatte der Minister aus „persönlichen Gründen“ zurückgetreten.

    Die designierte Innenministerin reagierte dabei „überrascht“ über die die Ankündigung des Premiers. Gegenüber des Radiosenderverbundes CNR sagte Cabanillas, sie wisse noch von gar nichts. Zuvor war Mercedes Cabanillas bereits Bildungsministerin und Parlamentspräsidentin.

  • INEI: 1.786 gezählte indigene Gemeinschaften

    In 11 peruanischen Regionen, hauptsächlich östlich der Anden , leben heute 1.786 verschiedene indigene Gemeinschaften aus 13 Sprachfamilien. Das ist eines der Ergebnisse der Zählung indigener Gemeinschaften durch das peruanische Nationalinstitut für Statistik und Informatik INEI. Demnach wäre Peru das Land mit den meisten verschiedenen Sprachfamilien in ganz Amerika, wobei viele der Gemeinschaften allerdings nicht auf Peru begrenzt sind, weil ihr Siedlungsgebiet über die politischen Grenzen des Landes hinausreicht.  Die 13 Sprachfamilien teilen sich wiederum in insgesamt über 60 verschiedene Ethnien auf, darunter amuesha, asháninka, ashéninka, caquinte, chamicuro, culina, matsiguenga, nomatsiguenga, piro, resígaro, chayahuita, jebero, amarakaeri, arazaeri, huachipaeri, kisamberi, pukirieri, bora, huitoto-meneca, huitoto-murui, actual, aguaruna, candoshi-murato, huambisa, jíbaro, amahuaca, capanahua, cashibo-cacataibo, mayoruna, parquenahua, pisabo, shipibo-conibo, yagua, lamas, quichua, kichwaruna, aguano, ticuna, muniche, omagua, arabela, iquito, taushiro und andere. Der INEI weißt allerdings darauf hin, dass es auch mindestens 21 indigene Gemeinschaften gibt, die von verschiedenen Ethnien gebildet werden. Zudem wurden zwei Ethnien gefunden, von denen nur noch wenige Personen mit einem Alter von über 50 Jahren gefunden wurde, die inzwischen aber unter Mestizen in der Stadt wohnen und ihre Sprache größtenteils aufgegeben und gegen spanisch getauscht haben.

    Die Zählung der indigenen Gemeinschaften war Teil der Volkszählung 2007. Die Ergebnisse wurden aber erst jetzt ausgewertet und veröffentlicht.

  • Nach Gefängnispause: Magaly TeVe kehrt zurück

    Eineinhalb Monate nach ihrer Entlassung aus dem Santa Monica-Gefängnis in Lima wird die umstrittene Populärjournalistin Magaly Medina ab Montag Abend wieder bei ATV über alles ablästern, das einmal eine CD verkauft oder sein Gesicht in eine Kamera gehalten hat. Los geht es um 21 Uhr Ortszeit.  Magaly Medina war wegen Verleumdung verurteilt worden und verbrachte mehrere Monate im Gefängnis. Inzwischen wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

    Bisher bestand ihr Programm hauptsächlich aus mehr oder weniger verwackelten Filmaufnahmen von mehr oder weniger Prominenten, die mit Handys oder Überwachungskameras gemacht und von Magaly Medina ausführlichst kommentiert und durch den Kakao gezogen wurden.

  • In eigener Sache: Danke, Magaly!

    Zugriffsstatistik der letzten Tage. Bild: naimad.de
    Zugriffsstatistik von INFOAMAZONAS während der letzten Tage. Bild: naimad.de

    Vermutlich wird sie das niemals mitbekommen, aber Magaly Solier hat dem CHACHABLOG gestern beinahe 300 Besucher beschert. Normal sind 30-80 pro Tag. Dankeschön liebe Berlinale-Jury, ohne euch und natürlich ohne „La teta asustada“ wäre das vermutlich nie passiert.

  • Gewerkschaftsbund und Regierung bilden runden Tisch

    Bei einem Treffen beschlossen am gestrigen Montag der peruanische Premier Yehude Simon und die Vorsitzenden verschiedener Gewerkschaften die Einrichtung eines runden Tisches, um regelmäßig in geordnetem Rahmen Meinungen auszutauschen. Das berichten übereinstimment der regierungskritische Radiosenderverbund CNR und die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Neben möglichen Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen soll es vor allem darum gehen, Arbeitnehmern, denen während der Fujimori-Diktatur unrechtmäßig gekündigt wurde, ihre Arbeit wieder zurück zu geben.

    Mario Huamán, Vorsitzender der CGTP-Gewerkschaft, sagte gegenüber CNR, man nehme das Dialogangebot der Regierung gerne an, aber nur so lange kein politischer Druck auf die Gewerkschaft ausgeübt würde.

  • Betrug bei Lehrer-Einstellungstest: 3 Regionen müssen nochmal ran

    In den meisten Regionen Perus fanden am vergangenen Wochenende die Einstellungstests für nicht verbeamtete Lehrer statt. In den Regionen Pasco, La Libertad und Tumbes wurde der Test kurzfristig auf diesen Mittwoch verlegt, weil bereits vorab Testergebnisse im Umlauf waren. Die Lehrergewerkschaft SUTEP forderte die Staatsanwaltschaft auf, zu ermitteln, wie manche Lehrer schon vorher an die Testergebnisse kommen konnten. So war nach Angaben des Radiosenderverbundes CNR in Trujillo eine Lehrerin aufgeflogen, die eine vollständige, korrekte Lösungsskizze bei sich trug. Zudem hätten die Aufgabenzettel nicht gereicht, weil ein Kopierer bei der Bildungsbehörde der Region La Libertad gestreikt habe, so SUTEP gegenüber CNR.

    Die Lehrergewerkschaft schätzt den Schaden für die Regionalregierung in Trujillo auf 50.000 Nuevos Soles. Nicht beziffert wurden die Kosten für Anreise und Aufenthalt der Lehrerinnen und Lehrer in Trujillo, da die Tests in den meisten Regionen zentral an einem Ort abgehalten werden.

    Die einheitlichen Prüfungen wurden eingeführt, um Korruption und Amtsanmaßung bei Einstellungsverfahren zu verhindern, die von lokalen Autoritäten durchgeführt werden.

    Auch in Amazonas waren, wie Red Informativa Regional (RIR) berichtet, bei Lehrern mehrere Lösungsskizzen gefunden worden. Nach Angaben der Reporter, die bei der Prüfung zugegen waren, handelte es sich dabei allerdings vollständig um komplett falsche Skizzen. Nur 4 von 60 Antwortvorgaben haben der Wahrheit entsprochen, so RIR.

  • Casapalca: Alle vermissten Bergarbeiter gefunden

    Nach fast einer Woche Suche haben die Rettungskräfte die sterblichen Überreste auch der letzten drei vermissten Bergarbeiter gefunden, die am vorletzten Samstag in einem Bergwerk von Casapalca bei Huarochirí (Nordostlima) verschüttet worden waren.  Das Bergbauunternehmen „Casapalca“ geht weiterhin davon aus, dass das Unglück auf „natürliche Weise“ ausgelößt worden war. Wie peru.com berichtet, wurden die Bergleute inzwischen von der Polizei zur Bestattung freigegeben.

  • Polizei: Anschlag auf Generalstaatsanwältin Echaíz vermutlich nicht politisch motiviert

    Der Mordanschlag auf die peruanische Generalstaatsanwältin Gladis Echaiz war mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht politisch motiviert. Das geht aus dem Untersuchungsbericht der Kriminalpolizei (DIRINCRI) hervor. Demnach war das Hauptziel der Verbrecher, den Geländewagen der Generalstaatsanwältin zu stehlen. Nach Angaben von Silvio Félix, Chef der peruanischen Kriminalpolizei, wird das Ermittlungsergebnis auch durch die Aussage des gefassten Mittäters Michael Portales gestützt.

    Kritik an vorschnellen Vermutungen aus der Politik

    Auch wenn der Untersuchungsbericht nicht vollständig ausschließt, dass die Generalstaatsanwältin von Hintermännern der Attentäter eingeschüchtert werden sollte, hält dies auch der Direktor A.D. der Antiterrorismuseinheit der peruanischen Polizei, Máximo Rivera, für eher unwahrscheinlich. Zudem warf Rivera der Generalstaatsanwältin, der Justizministerin und einigen Kongressabgeordneten vor, das Attentat für politische Zwecke zu instrumentalisiert zu haben. Durch die Veröffentlichung von Hypothesen über das Attentat in der Presse hätten diese nicht nur die Arbeit der Polizei beeinträchtigt, sondern diese auch noch zusätzlich einem großen Rechtfertigungsdruck gegenüber der Öffentlichkeit ausgesetzt, so Rivera. Um so mehr sei es ein hoher Verdienst der Kriminalpolizei gewesen, die „Raub“-These weiter zu verfolgen.

  • 6 Tote bei Zusammenstoß mit Überlandbus in Piura

    Beim Zusammenstoß eines Überlandbusses mit einem Geländewagen auf der nordwestperuanischen Straße Piura-Chulucanas kamen am späten Samstag Abend nach Angaben der Straßenpolizei Piura 6 Personen ums Leben. Alle Todesopfer waren mit dem Geländewagen unterwegs, als nach ersten Ermittlungen der Polizei mehrere Kühe auf die Straße liefen. Der Fahrer des Geländewagens versuchte den Kühen auszuweichen und kam in einer Kurve auf die Gegenspur, wo er mit dem Überlandbus zusammenstieß. Unter den Opfern sind auch eine 61jährige Frau und ein 9jähriges Kind.

    2 Tote bei Busunfall in der Region La Libertad

    Beim Absturz eines Kleinbus, der  von Simbal nach Trujillo unterwegs war, kamen am gestrigen Sonntag in der Region La Libertad 2 Personen ums Leben, 15 weitere wurden teilweise schwer verletzt. Wie RPP unter Berufung auf die Nationalpolizei PNP berichtet, saß in dem Bus eine Großfamilie, die nach einem Treffen ihrer religiösen Gemeinschaft auf dem Weg nach Hause waren. Der Fahrer hatte in einer Kurve beider „Cholocal“-Brücke die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Bei dem folgenden Absturz verloren ein 66 jähriger Mann und seine 6jährige Enkelin ihr Leben.