Schlagwort: Puno

  • Puno: Korruption im "Uros"-Tourismus beschäftigt "schwimmendes Gericht"

    Vor rund einem halben Jahr wurde auf einer kleinen, schwimmenden Insel des Titikakasee ein „Friedensgericht“ (juzgado de paz) eingerichtet. Das war auch dringend nötig, wie ein erster Bericht des Friedensrichters Carlos Lujano zeigt, der das vermutlich weltweit einmalige Amt derzeit innehat.

    Das groß der Anzeigen, die beim Friedensgericht Uros Chulluni auf dem Titicacasee (Puno) eingingen, waren, so Lujano, gegen die offiziellen Touristen- und Bootsführer gerichtet. Diese würden in vielen Fällen Touristen nur zu den schwimmenden Inseln fahren, von deren Besitzern sie eine gewisse „finanzielle Gegenleistung“ erhalten würden. Auch manche Streitigkeiten zwischen Inselbewohnern seien ihm schon angetragen worden, die alle mit dem Thema Tourismus zu tun hätten. „Es wächst eine ganze Kette der Korruption, die gleichzeitig zu Konflikten zwischen den Bewohnern der Inseln selbst führt, denn manche von ihnen haben die möglichkeit ihnen (den Touristen- und Bootsführern) mehr Geld zu geben und andere nicht“.

    Dabei würde das Problem eher zu- denn abnehmen, denn mit dem steigenden touristischen Erfolg habe sich auch die Zahl der schwimmenden Inseln auf 45 erhöht. Als einzigen Ausweg sieht Lujano, den Uro-Tourismus besser zu planen, sowie die Bewohner der schwimmenden Inseln intensiver für den Tourismus zu sensibilisieren.

    Uro Chulluni ist das erste Friedensgericht seiner Art, liegt auf über 4.000 Metern höhe und wurde im Februar 2009 eingeweiht. Vor dem Tourismus lebten seine Bewohner hauptsächlich vom Fischfang und diversem Kunsthandwerk.

  • "Das Traumschiff" in Cusco

    Ungewöhnlichen Besuch in der südperuanischen Stadt Cusco meldet die peruanische Nachrichtenagentur ANDINA. In den vergangenen 8 Tagen sei dort eine Folge der Fernsehserie „Das Traumschiff“ gedreht worden, wie lokale Medien berichten. In der Folge, die im Dezember diesen Jahres ausgestrahlt werden soll, soll es um eine junge Frau aus Deutschland mit peruanischen Wurzeln gehen, die eben jene Wurzeln kennen lernen will. Neben Cusco sei auch in Puno gefilmt worden, so ANDINA.

  • Zahlreiche Tote nach Gerölllawine über Bergbauzentrum

    Im Bergbauzentrum Winchumayo (Provinz Carabaya)  in der südperuanischen Region Puno kamen am vergangenen Montag Abend nach offiziellen Angaben mindestens 10 Personen ums Leben. Es wird aber davon ausgegangen, dass sich diese Zahl noch erhöht. Ein Augenzeuge sprach gegenüber der staatlichen Agentur ANDINA von 20 bis 40 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks am Ort aufhielten.

    Bergbauaktivitäten waren nicht genehmigt

    Neben Bergarbeitern sollen sich darunter auch mehrere Kinder und fahrende Händler befinden. Nach Angaben des Energie- und Bergbauministeriums MEM ist das Bergbauzentrum nicht offiziell genehmigt, es war allerdings auf dem Weg der Anerkennung. Anteilseigner der Unternehmung sind nach Angaben des MEM auch ein Kongressabgeordneter der Regierungspartei APRA, sowie ein lokaler Bürgermeister.

    Notunterkünfte in Winchumayo. Bild: ANDINA
    Notunterkünfte in Winchumayo. Bild: ANDINA

    PNP schickt Hubschrauber

    Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig, da das Bergbauzentrum allein über einen Reitweg verfügt und der nächstgrößere Ort, Ayapata,  in rund 70 Kilometern Entfernung liegt. Inzwischen sind Hubschrauber der peruanischen Nationalpolizei auf dem Weg ins Unglücksgebiet. Auch der Zivilschutz ist inzwischen vor Ort, wie RPP berichtet.

    Was genau die Lawine auslöste, ist noch ungeklärt.

    Bergbausiedlung Winchumayo (Puno). Bild: ANDINA
    Bergbausiedlung Winchumayo (Puno). Bild: ANDINA

    Informeller Bergbau – ein landwesweites Problem

    Die Bergarbeiter suchen in Winchumayo nach Gold, das sie auf Pferde- und Maultierrücken in die nächste Stadt transportieren.

    Ein Sprecher der Regionalregierung von Puno erklärte, demnächst werde eine Kampagne zur formalisierung der Bergbauaktivitäten in der Region gestartet.

    Nach Schätzungen des MEM leben Peruweit rund 100.000 Personen vom informellen Bergbau, die meisten von ihnen in den Regionen Puno, Madre de Dios, Ica und Piura.  Über 95% dieser Personen sind nach Angaben des Ministeriums Goldsucher.

    Winchumayo liegt im Distrikt Ituata, Provinz Carabayo. 2005 wurden dort 58 Wohnhäuser gezählt.

  • Puno bekommt "schwimmendes Gericht"

    Eine vermutlich einmalige Einrichtung wird der Vorsitzende der peruanischen judikative Javier Villa Stein am kommenden Dienstag auf dem Titicacasee an der Grenze zu Bolivien eröffnet. Auf der schwimmenden Insel der „Uros Chullini“, mitten auf dem mit über 4000m über dem Meeresspiegel liegenden höchsten beschiffbaren See der Welt, wird dann ein „Friedensgericht“ (Juzgado de Paz) eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein Gericht, dessen Richter besonders in ländlichen Gebieten direkt vom Volk gewählt wird und über Streitigkeiten mit niedrigem Streitwert entscheidet. Die Uros sind ein Volk, das teilweise noch heute auf Inseln aus Stroh lebt, die im Titicacasee schwimmen.  Das peruanische Nationalinstitut für Statistik und Informatik INEI hat im Jahr 1998 rund 2000 Uros auf den Inseln gezählt. Es gibt bereits seit einigen Jahren mehrere Schulen und selbst Kirchen auf den verschiedenen schwimmenden Inseln.  Auch Telefon, Internet und (Solar-)Strom ist auf manchen der Inseln vorhanden.

    Das schwimmende Friedensgericht, „juzgado flotante“ genannt, wird aber wohl für immer das Einzige seiner Art bleiben.

  • Klimawandel: "Quilca"-Berg erstmals schneefrei

    Cerro Quilca (Puno): 2008 erstmals schneefrei. Foto:Andina / Agencia Agraria de San Román
    Cerro Quilca (Puno): 2008 erstmals schneefrei. Foto: Andina / Agencia Agraria de San Román

    Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist der als „Cerro Quilca“ bekannte Berg in der Region Puno schneefrei. Wie Omar Velásquez vom Büro für Bewässerung der Agraragentur (Agencia Agraria) San Ramón erklärte, war die Schneeschmelze in den vergangenen beiden Jahren stark angestiegen, was schließlich gegen Ende des Jahres 2008 dazu führte, dass Quilca erstmals vollkommen schneefrei war. In der Umgebung wird nun befürchtet, dass es schon bald zu Engpässen bei der Wasserversorgung kommt.

    An seiner höchsten Stelle ist der „Cerro Quilca“ 5250 hoch.

  • Puno erklärt sich zur "autonomen Bundesregion Quechua Aymara".

    Der Rat der Südperuanischen Region Puno beschloss am gestrigen Donnerstag,  „Puno“ zur „autonomen Bundesregion Quechua Aymara“ (Región Federal Autónoma Quechua Aymara)zu erklären. Gleichzeitig soll eine überparteiliche Diskussion zum Thema angestoßen werden. Von den 12 Regionalräten stimmten 6 für das Projekt, 4 dagegen, 2 enthielten sich. Gleichzeitig soll der Rat auch in „Regionalparlament der Bundesregion Quechua-Aymara“ (Parlamento Regional de la Región Federal Quechua-Aymara) umbenannt werden.

    Der ehemalige Präsident des peruanischen Verfassungsgerichtes, Víctor García Toma, erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA, allein eine Verfassungsgebende Versammlung könne die Entscheidung treffen, aus dem dezentralisierten Einheitsstaat, der zu sein Peru anstrebt, einen Bundesstaat zu machen.