Schlagwort: Pichari

  • VRAEM: Perus Innenminister Pedraza kündigt bessere Ausstattung der Polizei an

    Wilfredo Pedraza, Perus Innenminister. Foto: Prensa Presidencia.
    Wilfredo Pedraza, Perus Innenminister. Foto: Prensa Presidencia.

    Die Täler der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro (VRAEM) gelten noch immer als eine der peruanischen Regionen, in denen nicht nur in großer Menge Coca für die Drogenproduktion angebaut wird, sondern auch Überbleibsel der Terrororganisation Sendero Luminoso weiter ihr Unwesen treiben – wie zuletzt bei ihrem Angriff auf eine Militärbasis in Mazángaro. Eigentlich ein Grund, die Polizei in dieser Gegend besonders gut ausstatten – mehrere Berichte, die in den vergangenen Wochen veröffentlicht wurden, darunter einer des peruanischen Rechnungshofes, zeigen aber das genaue Gegenteil: Baufällige, prekäre und viel zu kleine Gebäude, verschimmelte Matratzen, undichte Dächer, Waffen aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und unzureichende Kommunikationseinrichtungen. Nach scharfer Kritik aus allen Fraktionen kündigte Innenminister Wilfredo Pedraza nun an, die Kommissariate und Polizeiposten zu sanieren und die Ausstattung zu verbessern. Insgesamt 50 Millionen Nuevos Soles sollen dafür in die Hand genommen werden, um Infrastruktur, dem Klima angepasste Dienstkleidung, Gesundheitsversorgung und Fahrzeuge fit zu machen. Zudem sollen weitere Kommissariate, sowie eine große Polizeidienststelle in Pichari (Region Cusco) errichtet werden.

    Auch im Huallaga-Tal, wo erst vor wenigen Monaten der dortige Sendero Luminoso-Kopf verhaftet werden konnte, soll mehr Geld in die Ausstattung der Polizei investiert werden. Zudem kündigte das Innenministerium den Aufbau eines neuen Polizeifunksystems an. Diese Ankündigung ist allerdings nicht neu.

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Nähere Informationen über das „VRAEM“ und VRAEM-Probleme finden Sie auch in den Beiträgen „Das VRAE heißt nun VRAEM“, sowie „Peru: Was ist und wo liegt das VRAE?“

  • Peru: Das VRAE heißt nun VRAEM

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Die peruanische Regierung hat ihren Aktionsradius im Kampf gegen Drogenproduktion und Terrorismus im Tal des Flusses Apurímac, später Éne, um das Tal des Mantaro-Flusses erweitert – und damit aus dem „VRAE“ das „VRAEM“ gemacht. Das VRAEM, unrühmlich bekannt durch die Drogenmafia und durch Überbleibsel von Sendero Luminoso-Terroristen, steht derzeit im Fokus der peruanischen Politik, die gerne durch mehr staatliche Präsenz die Abkehr von der Coca-Produktion, sowie das Ende des Sendero Luminoso erreichen möchte. Zudem wird versucht, die Coca-Bauern davon zu überzeugen, auf andere Feldfrüchte umzusteigen.

    Fast täglich gibt es Meldungen über staatliche Institutionen, die erstmals an Orten des VRAEM Büros eröffnen, und Sonntagsreden über den Bau neuer Straßen, um den Marktzugang für alternative landwirtschaftliche Produkte zu ermöglichen. Ganz problemlos geht das allerdings nicht, wie in dem INFOAMAZONAS-Hintergrundartikel über Lage und Situation des VRAE (heute VRAEM) zu lesen ist. So kommt es noch immer zu Angriffen auf Militärbasen und Polizeistationen, Schulbehörden haben Schwierigkeiten, Lehrerstellen zu besetzen und hohe Preise für den Kokain-Grundstoff Coca erschweren die Versuche, Bauern zum Umstieg auf legale Produkte zu überzeugen. (mehr …)

  • Peru: Regierung verhängt Ausnahmezustand über VRAE

    Die peruanische Regierung hat über weite Teile der Täler der Flüsse Apurímac und Éne (VRAE), zu dem Distrikte und Provinzen der Regionen Ayacucho, Huancavelica, Cusco und Junín gehören, für 60 Tage den Ausnahmezustand verhängt und damit Kritik hervorgerufen. Währen der kommenden zwei Monate soll das peruanische Militär vorrübergehend die Verantwortung für die innere Sicherheit übernehmen. Der Grund für diese Maßnahme geht aus dem Notfalldekret nicht hervor, das nun im peruanischen Gesetzesblatt „El Peruano“ veröffentlicht wurde. Sie hängt aber wohl mit dem Kampf gegen Drogenproduktion und -schmuggel zusammen, Tätigkeiten, mit denen das VRAE traurige Berühmtheit erlangte. Das VRAE gilt als eine der zentralen peruanischen Produktionsregionen für Kokain und Kokain-Grundstoffe.

    In Ayacucho stieß die Verhängung des Ausnahmezustandes auf Kritik. So waren sich Regionalpräsident Wilfredo Oscorima Núñez und Carlos Rúa Carbajal, Bürgermeister von Huanta, darin einig, dass das Notfalldekret mit „besten Absichten“ verfasst worden sei, aber vor allem arme Familien treffe, die sowieso bereits durch die verstärkte Kontrolle von Treibstoffen unter Preissteigerungen zu leiden hätten. Bestimmte Treibstoffe – beispielsweise Kerosin – werden bei der Verarbeitung von Cocablättern zu Kokain benötigt. Ihr Handel und Transport ist im VRAE deshalb nur unter strengen Auflagen möglich.

    Mit der Verhängung des Ausnahmezustandes werden in den betroffenen Gebieten diverse Grundrechte nicht mehr garantiert und dem Militär große Handlungsspielräume eingeräumt, die unter normalen Bedingungen nicht einmal der Polizei zur Verfügung stehen. Das von Präsident Humala, Verteidigungsminister Mora und Innenminister Valdes unterzeichnete Dekret mit der Nummer 513-2011-DE sieht vor, dass das Militär in den Provinzen Huanta und La Mar (Region Ayacucho), sowie der Provinz Tayacaja (Region Huancavelica) vorrübergehend die Kontrolle übernimmt. In der Region Cusco sind die Distrikte Kimbiri, Pichari und Vilcabamba (Provinz La Convención) betroffen.

  • Peru: Waldbrände bedrohen mehrere Ortschaften

    Brandrodung bei Magdalena (Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Brandrodung bei Magdalena (Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Auch in der diesjährigen Trockenzeit werden viele Teile Perus von großen Waldbränden heimgesucht. Wie der peruanische Zivilschutz mitteilt, sind im Distrikt Oxapampa in der gleichnamigen Provinz (Region Pasco) die Ortschaften San Marcos, Llamaquizu und Miraflores von Flammen bedroht. Im Distrikt Pichari (Provinz La Convención / Region Cusco) sind nach außer Kontrolle geratenen Brandrodungen drei Großbrände noch immer nicht gelöscht. Dort sind insbesondere Nueva Esperanza, Libertad und Cruz Pata betroffen. Ein Helfer wurde bei dem Versuch, ein Feuer zu löschen, schwer verletzt.

    Allein aus dem Distrikt Pichari werden zerstörte Anbauflächen von rund 40 Hektar gemeldet, vorwiegend Bananen-, Ananas-, Coca und Kakaofelder. Inzwischen sind nach Angaben des Zivilschutzes Polizei- und Militärkräfte vor Ort eingetroffen, um die lokale Feuerwehr bei ihren Löscharbeiten zu unterstützen.

    Aus Oxapampa werden rund 30 Hektar zerstörte Anbauflächen gemeldet.

    Auch in anderen Teilen Perus kam es zu Waldbränden. So wird aus der Region Amazonas berichtet, im Umfeld der Chachapoya-Festung Kuélap habe ein Feuer gewütet. Nach Informationen von Radio Horizonte (Chachapoyas) ist das Feuer aber inzwischen vollständig gelöscht, ohne an den Ruinen selbst Schaden anzurichten. Die örtliche Polizei geht von außer Kontrolle geratener Brandrodung aus. Die Regionalregierung Amazonas hat inzwischen einen Krisenstrab eingerichtet, um den Feuern Einhalt zu gebieten. Nach Angaben der lokalen Umweltbehörde waren in den vergangenen Tagen Brände in Omia, Limabamba, Longar, María und Taquia registriert worden. Insgesamt 300 Hektar Wald- und Ackerfläche wurden dabei nach Schätzungen der Regionalregierung zerstört.