Schlagwort: Magdalena Chú

  • Perus Wahlbehörde ONPE schlägt Neuregelung der Parteienfinanzierung vor

    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.
    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.

    Die peruanische Wahlbehörde ONPE hat eine staatliche Finanzierung von Parteien und Wahlbündnissen vorgeschlagen. Der Vorschlag, der am Freitag erstmals in der Verfassungskommission des peruanischen Kongresses debattiert werden soll, sieht vor, Parteien mit 0,1% einer Steuereinheit (UIT)* pro gültiger Stimme, die sie bei Kongresswahlen auf sich vereinigen können, zu unterstützen. Das entspricht derzeit 3,65 Nuevos Soles. Die Überweisung der Gelder würde nach der Initiative der Wahlbehörde dann in fünf Zahlungen über die fünfjährige Legislaturperiode hinweg erfolgen.

    Wahlverlierer würden leer ausgehen

    Profitieren würden allerdings lediglich die Parteien, die wirklich den Sprung ins Parlament schaffen, die Gesetzesinitiative der ONPE schließt andere Gruppierungen von der Finanzierung aus. Das Geld soll nach Vorstellungen der ONPE vor allem in Weiterbildung investiert werden, sowie laufende Kosten decken.

    Perus Parteien sind schwach

    Der peruanische Kongress (Congreso de la República). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Der peruanische Kongress. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Perus Parteien gelten -mit wenigen Ausnahmen wie beispielsweise der APRA – als schwach und unbeständig, sowohl was Organisation und Mitgliederzahl, als auch was das Programm angeht. Daneben hat der peruanische Kongress selbst im Land einen sehr schlechten Ruf, seine Abgeordneten stehen praktisch permanent in der Kritik, die Gruppierung, die in der Öffentlichkeit am meisten Aufmerksamkeit bekommt ist regelmäßig die Ethik-Kommission des Parlaments, die sich mit ethischen Vergehen wie Interessenkonflikten, Lügen oder Korruption unter Kongressabgeordneten auseinander setzen muss.

    Auch Bikameralismus wieder auf der Tagesordnung

    Bald Geld für bequemere Stühle? Der peruanische Kongress, Innenansicht. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Bei der Sitzung der Verfassungskommission am Freitag, zu der auch ONPE-Chefin Magdalena Chu erwartet wird, kommt auch wieder ein Thema auf den Tisch, das in jeder der letzten drei Legislaturperioden debattiert, aber nie verabschiedet wurde: Die Rückkehr zum 2-Kammer-System. Derzeit besteht das peruanische Parlament aus nur einer Kammer mit 130 Abgeordneten, dem Kongress. Dies zu ändern fordern die Abgeordneten Omar Chehade, Luis Bedoya und Víctor Andrés García Belaúnde, die eine Gesetzesinitiative eingebracht haben, in der die Wiedereinführung des peruanischen Senates gefordert wird.

    * Eine Steuereinheit (Unidad Impositiva Tributaria) entspricht im Moment S/.3.650,00. Sie wird jährlich neu vom peruanischen Finanz- und Wirtschaftsministerium festgelegt. In der UIT wird die Höhe diverser steuerlicher Verpflichtungen festgelegt, neben Geldstrafen und anderen Sanktionen beispielsweise Steuerbemessungsgrundlagen, Steuerabzüge oder Verdienstobergrenzen. Durch den Verzicht auf konkrete Zahlen in Gesetzestexten soll insbesondere verhindert werden, dass beispielsweise durch Inflation die genannten Ziffern hinfällig werden. 1992 lag der Wert einer UIT noch bei 1.040 Nuevos Soles, 2001 bereits bei S/.3.000.

  • Wahlleiterin Chu: In einer Woche könnte Wahlergebnis feststehen

    Die Chefin der peruanischen Wahlbehörde ONPE, Magdalena Chu, schätzt, dass das Ergebnis der gestrigen ersten Runde der Präsidentschaftswahlen erst in einer Woche feststehen wird. Grund dafür sind neben den großen Distanzen zu manchen Wahllokalen auch angefochtene Wahllokalereignisprotokolle. Wird gegen ein solches Wahllokalereignisprotokoll, das auch das Endergebnis der Abstimmung in einem Wahllokal enthält, Einspruch erhoben, muss das peruanische Wahltribunal JNE angerufen werden. Bei den vergangenen Bürgermeisterwahlen in der Hauptstadt Lima wurden so viele Einsprüche erhoben, dass das Wahltribunal zum Abarbeiten mehr als einen Monat benötigte. Bis zur letzten Entscheidung des Tribunals kann kein Endergebnis angegeben werden. Die aktuellen Hochrechnungen werden allerdings dennoch weiterhin auf der Internetseite der Wahlbehörde veröffentlicht.

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  • ONPE will Wahlmaschinen

    Die peruanische Wahlbehörde ONPE plant den Einsatz so genannter Wahlcomputer bei den kommenden Wahlen. Außerdem soll besonders Auslandsperuanern die Möglichkeit der Internetwahl ermöglicht werden.  Zuvor müsste aber durch ein Dekret der Regierung noch die rechtliche Grundlage für diese Art der Wahl geschaffen werden, die von der ONPE derzeit vorbereitet wird.

    Durch die Umstellung soll die Zahl der Wahllokale reduziert werden können. Außerdem soll Papier gespart werden. Nachteile wie Schwierigkeiten im Falle einer Nachzählung der Stimmen tauchten bisher in diesem Zusammenhang in den peruanischen Medien nicht auf. Das System, das schon im kommenden Jahr bei der Wahl eingesetzt werden könnte, wurde von ONPE selbst entwickelt, wie die Direktorin der Organisation, Magdalena Chú, erklärt.

    Ursprünglich sollten die Wahlmaschinen schon bei der Präsidentschaftswahl 2006  eingesetzt werden. Nachdem allerdings keiner der Teilnehmer an der Ausschreibung zum Thema die technischen Vorraussetzungen erfüllen konnte, wurde die Einführung verschoben.

  • KURZKOMMENTAR: Hohe Wahlbeteiligung bei der "Abwahl"

    Wie die Leiterin der peruanischen Wahlbehörde ONPE (Oficina Nacional de Procesos Electorales) Magdalena Chú mitteilt, verlief die Revocatoria („Abwahl“) in mehreren hundert Distrikten und einigen Provinzen Perus am vergangenen Sonntag nicht nur sehr friedlich, sie bestach vor allem auch durch die hohe Wahlbeteiligung. Besonders der letzte Punkt, der mit der Wahlbeteiligung, überrascht, angesichts der Tatsache, dass in Peru Wahlpflicht herrscht und Nichtwähler eine Strafe zahlen müssen.

    Nach Angaben der ONPE und der Beobachterorganisation Transparencia verlief die Wahl übrigens vorbildlich und ohne Zwischenfälle.