Schlagwort: Kriminalität

  • Mind. 200 Bauern in Apurimac und Ayacucho Opfer von "Schneeball-System"

    Mehr als 150 Bauern aus Ayacucho und über 60 aus Apurimac haben heute vor der Zentrale des Reiseunternehmens „TravelOne“ im limenischen San Isidro gegen deren Geschäftsgebaren demonstriert. Sie hatten dem Unternehmen nach eigenen Angaben 257 US-Dollar bezahlt – eine Summe, die dem Einzahler laut der vorhergehenden Beratung angeblich in kürzester Zeit bis zu 6000 US-Dollar Gewinn zurück bringen sollte. Dass die Bauern dafür Mittelmeerkreuzfahrten verkaufen und permanent neue Verkäufer werben sollten, sei dabei nach Angaben der Bauern nicht erwähnt worden. Inzwischen hat sich die peruanische Verbraucherschutzorganisation ASPEC eingeschaltet – und bisher immerhin Teile der Einlagen von 41 der Bauern erfolgreich zurückgefordert. ASPEC vermutet, dass landesweit möglicherweise einige tausend Personen von dem betrügerischen Handeln betroffen sind.

  • MIMDES: Erschreckende Studienergebnisse zu Kinderprostitution

    Wie das Frauen- und Entwicklungsministerium (MIMDES) unter Berufung auf eine Studie der Nichtregierungsorganisation Capital Humano y Social Alternativo (CHS) mitteilt, setzt die Kinderprostitutionsmafia täglich ca. 500.000 Soles um. Davon fallen alleine 20.000 Soles auf die Urwaldregion Madre de Dios. Aber auch andere Regionen sind davon betroffen, hauptächlich Touristenregionen im Urwald. An einem einzigen ausgebeutetes Kind würden die Mafiaorganisationen so insgesamt bis zu 15.000 Dollar pro Kind verdienen.

    Das Ministerium versucht, mit Hilfe der Nichtregierungsorganisationen, verstärkter Aufklärung, stärkerer Kontrolle und härteren Strafen, des Problemes Herr zu werden, um, wie es in einer Broschüre des Ministeriums heißt, „den größten Schatz Perus“ zu bewahren: Seine Kinder.

  • La Libertad: Gefährliche Fahrt im Überlandbus

    Wie die amtliche Nachrichtenagentur ANDINA unter Berufung auf die Tourismuspolizei der Region La Libertad berichtet, gehen 70% der Strafanzeigen, die von ausländischen Touristen gestellt werden, auf Diebstähle in Überlandbussen von und nach Trujillo zurück. Häufig würden Diebe als Passagiere mitfahren, dann aber mitten in der Nacht den Bus verlassen. Die restlichen 30% konzentrieren sich auf die Zielorte selbst, wobei dies hauptsächlich die An- und Abfahrt zu Hotels oder Busterminals und Taxifahrten im allgemeinen betrifft.

    Häufige Verbrechen sind zudem die Ausgabe von Falschgeld und die Flucht von Taxifahrern mitsamt dem Reisegepäck, während die Reisenden sich im Hotel nach dem Preis erkundigen.

    In seltenen Fällen seien auch Hotelzimmer ausgeraubt worden, so die Tourismuspolizei.

  • Ungereimtheiten bei EMUSAP

    Wie Jindley Vargas, Gemeinderat von Chachapoyas, gegenüber Radio Horizonte bekannt gab, wurde der bisherige Chef des städtischen Wasser- und Abwasserunternehmens EMUSAP vorrübergehend suspendiert, weil es im Rahmen der Erweiterung des Wassernetzes zu zahlreichen Ungereimtheiten gekommen war. So wurden z.B. 5 Zoll-Rohre eingebaut, obwohl 7,5-Zoll-Rohre geplant und abgerechnet worden waren. Der Gemeinderat würde in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einleiten, um die Verantwortlichen festzustellen, so Vargas.

    Quelle: Radio Horizonte

  • Jaén / Cajamarca: Journalist ermordet

    Das Leben als Journalist in Peru bleibt eine gefährliche Angelegenheit. In der Nacht auf Samstag, 17. März 2007, wurde in Jaén (Cajamarca) der Radiojournalist Miguel Pérez Julca (38)durch mehrere Kopfschüsse ermordet. Seine Frau wurde schwer verletzt.

    Der Journalist und Jurastudent, der auf der lokalen Radiostation „Éxitosa“ die tägliche Nachrichtensendung „El informativo del pueblo“ moderierte, hatte in seiner letzten Sendung sowohl die Machenschaften des Stromanbieters Electronorte wegen der hohen Strompreise, als auch den Bürgermeister Jaime Vílchez wegen seiner Untätigkeit im Zusammenhang mit der der überbordenden Kriminalität in der Stadt kritisiert. Zum Tatzeitpunkt war Miguel Julca gerade mit dem Motorrad nach Hause gekommen, als zwei vermummte Gestalten vor den Augen seiner Frau Nelly Guevara Arrascue (32) und seiner Kinder ihm mehrere Male in den Kopf schossen. Ein weiterer Schuss verletzte seine Frau über dem Knie, sie wird derzeit im Krankenhaus Jaén ärztlich behandelt.

    Die Witwe Nelly Arrascue erklärte gegenüber Radio Marañón: „Es gab bereits vor ein paar Tagen einen Vorfall. Er rief mich vom Handy aus an und sagte, ich soll die Tür offen stehen lassen damit er mit dem Motorrad sofort ins Haus fahren kann, ein weißes Auto würde ihn verfolgen.“

    Nach Angaben der Familie und Zeugen aus der Nachbarschaft waren die zwei Täter von heruntergekommenem äusseren. Während der Tat waren sie nicht vermummt.

    Als Reaktion auf den Mord riefen alle öffentlichen und privaten Institutionen Jaéns zu einer Großdemonstration vor dem Bürgermeisteramt auf. Wie die Tageszeitung El Comercio berichtet, hat das Innenministerium bereits „DIRINCRI“, eine Eliteeinheit der peruanischen Polizei, nach Jaén beordert, um die Ermittlungen der örtlichen Polizei zu übernehmen. Im Gedenken an den ermordeten Journalisten und um auf die Sicherheitssituation aufmerksam zu machen, werden am morgigen Dienstag alle Radio- und Fernsehkanäle von 6 bis 18 Uhr den Sendebetrieb aussetzen.

    In einer auf allen Sendern verlesenen Nachricht riefen sie zudem die zuständigen Autoritäten auf, alle Mitglieder des Provinzgerichtes und der örtlichen Polizei zu entlassen und die Stellen neu zu besetzen.

    Der Mord an Pérez Julca war der erste Journalistenmord in Peru seit dem 21. April 2004, als Alberto Rivera Fernández, Journalist in Pucallpa, ermordet worden wurde. Am 14 Februar des selben Jahres war auch Antonio de la Torre Echandía in Yungay bei der Ausübung seines Berufes getötet worden. Beide Verbrechen sind bis heute nicht abschließend aufgeklärt worden.