Schlagwort: Gastón Garatea

  • Peru: Ausnahmezustand in Cajamarca läuft aus

    Vermittler Gastón Garatea und Miguel Cabrejos, Regionalpräsident Santos. Foto: Eduard Lozano / ANDINA.
    Schwierige Aufgabe: Vermittler Garatea und Cabrejos, Regionalpräsident Santos. Foto: Eduard Lozano / ANDINA.

    Die peruanische Regierung hat den wegen den anhaltenden Protesten gegen das Bergbauprojekt „Conga“ verhängten Ausnahmezustand nicht verlängert, die Frist dazu ist gestern verstrichen. Mehrere Monate hatte in den Provinzen Cajamarca, Celendín und Bambamarca der Ausnahmezustand gegolten, nach Ansicht der Regierung, um das „normale Alltagsleben zu gewährleisten“. Erst am 3. August war er noch einmal um 30 Tage verlängert worden.

    Wegen Ausnahmezustand: Bergbau-Gegner blieben Verhandlungen fern

    Die Gegner des Bergbauprojekts hatten die Aufhebung des Ausnahmezustandes als Bedingung für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über „Conga“ gemacht – die Regierung hatte dies aber wiederholt abgelehnt. Während des Ausnahmezustandes sind zahlreiche Grundrechte außer Kraft gesetzt, darunter das Versammlungs- und Demonstrationsrecht, für die Durchsetzung wird dabei neben der Polizei häufig auch das Militär eingesetzt. Immer wieder kommt es deshalb anschließend zu Klagen wegen Auswüchsen, in diesem Zusammenhang beispielsweise mit der gewalttätigen Verhaftung des Umweltaktivisten und Politikers Marco Arana, der aber nach einer Welle der Empörung kurze Zeit später wieder freigelassen wurde.

    Proteste trotz Ausnahmezustand

    Trotz des Ausnahmezustandes kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu kleineren Protestaktionen gegen das Bergbauprojekt „Conga“, für das mehrere Bergseen weichen müssten und Anrainer und Umweltschützer einen gravierenden Eingriff in den Wasserhaushalt fürchten. Nach mehreren Vermittlungsversuchen durch Miguel Cabrejos, Erzbischof von Trujillo, wurden die Arbeiten am Bergbauprojekt selbst vorrübergehend eingestellt, nicht allerdings die Arbeiten an Bauwerken wie den Wasserresservoirs, die mehrere der Bergseen ersetzen sollen.

    Regionalpräsident Santos dämpft Hoffnungen auf schnelle Lösung

    Vermittler Cabrejos begrüßte das Ende des Ausnahmezustands. Damit, so Cabrejos, seien Umstände gegeben, die eine Wiederaufnahme des Dialogs ermöglichten. Ob der Konflikt damit einer schnellen Lösung zu geht, ist allerdings weiter fraglich. So erklärte Cajamarcas Regionalpräsident Gregorio Santos, man werde weiter Protestieren, bis sich Conga-Betreiber „Yanacocha“ zurückziehe. Auch Idelso Hernández, einer der Köpfe der Proteste gegen Conga sieht kaum Chancen auf eine schnelle Lösung. Man werde den friedlichen Widerstand weiterführen. Das Auslaufen des Ausnahmezustandes sei, so Hernández, lediglich die Korrektur eines politischen Fehlers.

  • Cajamarca / Peru: Conga-Vermittler kündigen Treffen zwischen Yanacocha, Regional- und Nationalregierung an

    Vermittler Gastón Garatea und Miguel Cabrejos, Regionalpräsident Santos. Foto: Eduard Lozano / ANDINA.
    Schwierige Aufgabe: Vermittler Garatea und Cabrejos, Regionalpräsident Santos. Foto: Eduard Lozano / ANDINA.

    Für den morgigen Freitag haben die Vermittler im Streit um das Bergbauprojekt „Conga“ in der nordperuanischen Region Cajamarca Repräsentanten der peruanischen Regierung, die Regionalregierung Cajamarca, sowie die Führung und Hauptanteilseigner an dem Bergbauprojekt an einen Tisch gebeten. Dabei soll die Gründung von Fachkomitees vorangetrieben werden, die in verschiedenen Bereichen nach Auswegen aus der nach der Eskalation der Proteste gegen „Conga“ verfahrenen Lage suchen sollen. Zuletzt hatte die peruanische Regierung das Betreiberunternehmen aufgefordert, auf die Nutzung von 2 der4 für den Tagebau vorgesehenen Bergseen zu verzichten, Regionalpräsident Gregorio Santos Guerrero fordert weiterhin das vollständige Ende von „Conga“.

    Bereits heute waren offenbar in Lima die Vermittler, Mons. Miguel Cabrejos, Bischof von Trujillo, sowie Gastón Garatea, Priester -ursprünglich- aus Lima, mit Richard O’Brien, CEO des Yanacocha-Trägers Newmont, zusammengetroffen. Zu Beginn ihrer Vermittlungsmission vor wenigen Wochen hatten die Vermittler angekündigt, mit allen betroffenen Seiten sprechen zu wollen. Nach mehreren Gesprächen mit Anwohnern in Cajamarca, mit Regional- und Zentralregierung war nun das Bergbauunternehmen an der Reihe. Offenbar unerwartet stießen auch Premier Juan Jiménez Mayor, Umweltminister Manuel Pulgar Vidal und Bergbau- und Energieminister Jorge Merino Tafur hinzu. Nach Berichten peruanischer Medien versuchten die Minister dabei, unerkannt an den Journalisten vorbeizukommen, was ihnen offensichtlich nicht gelang.

    Yanacocha plant, im Rahmen eines Tagebaus Kupfer und andere Metalle abzubauen. Anwohner und Umweltaktivisten fürchten unter Anderem eine Abnahme der verfügbaren Wassermenge, sowie die Verschmutzung vorhandener Wasserläufe durch die Bergbauaktivitäten. Über den Konflikt sind bereits zwei Kabinette der Regierung von Präsident Ollanta Humala gestürzt.

    Ausnahmezustand verlängert

    Entgegen der Forderungen der Vermittler und der Regionalregierung Cajamarca, den nach den Zusammenstößen zwischen Polizei und Bergbaugegnern mit mehreren Toten verhängten Ausnahmezustand aufzuheben, hat die peruanische Regierung diesen weiter verlängert. Innenminister Wilfredo Pedraza erklärte, die Regierung wolle damit die Sicherheit und Ordnung der Bürger von Cajamarca garantieren, insbesondere derjenigen, die mit dem Konflikt [um Conga] nichts zu tun haben. Gleichzeitig warf Pedraza dem Regionalpräsidenten von Cajamarca, Gregorio Santos, vor, den Dialog abgebrochen zu haben.

    NACHTRAG (17.08.2012): SANTOS SAGT TEILNAHME AB

    Wie peruanische Medien berichten, hat Gregorio Santos, Regionalpräsident von Cajamarca, offenbar seine Teilnahme an dem Treffen abgesagt. Ein Sprecher der Regionalregierung Cajamarca erklärte, Santos halte die Einladung zum Treffen für eine „unilaterale“, zu der lediglich diejenigen eingeladen seien, die „Conga“ befürworteten. Das Vermittlungstreffen soll eigentlich heute in Räumen des UN-Entwicklungsprogramms UNDP stattfinden.

    Logo des Dossiers "Wasserkonflikte".Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Dossiers „Wasserprobleme und -konflikte in Peru“.

  • Cajamarca / Peru: Versöhnliche Töne nach erster Vermittlungsrunde

    Vermittler Gastón Garatea und Miguel Cabrejos, Regionalpräsident Santos. Foto: Eduard Lozano / ANDINA.
    Vermittler Garatea und Cabrejos, Regionalpräsident Santos. Foto: Eduard Lozano / ANDINA.

    Bereits kurz nach ihrer Ankunft gestern Morgen (Ortszeit) in der nordperuanischen Andenregion Cajamarca statteten Erzbischof Miguel Cabrejos und Pater Gastón Garatea, Vermittler im Streit umd das Bergbauprojekt „Conga“, in der nordperuanischen Andenregion Cajamarca den Verletzten der Zusamenstöße der letzten Tage einen Besuch ab. Schon am Nachmittag kam es dann zur ersten Vermittlungsrunde. Cabrejos und Garatea trafen sich mit Anwohnern und Gegnern des Bergbauprojekts, darunter auch mit Regionalpräsident Gregorio Santos Guerrero. Nach vier Stunden intensiven Gesprächen reisten die Vermittler noch am Abend zurück nach Lima, wo sie heute die Ergebnisse der Gespräche der peruanischen Regierung vortragen werden. Im Gepäck haben sie dabei ein elfseitiges Dokument, eine durch Erzbischof Cabrejos verfasste Zusammenfassung der Position der Regionalregierung, sowie der meisten „Conga“-Gegner. Der Regierung sind dann mehrere Tage Bedenkzeit gegeben, bevor am kommenden Montag die nächsten Vermittlungsgespräche stattfinden sollen. Dabei ist offenbar auch ein Besuch der Vermittler an mehreren Bergseen anberaumt, die für das Kupfer-Bergbauprojekt im Tagebau weichen müssten.

    Gastón Garatea SSCC. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.
    Gastón Garatea SSCC. Foto: Juan Guzmán / ANDINA.

    Was genau gestern in den ersten Gesprächen in Cajamarca angesprochen wurde, ist bislang nicht bekannt. Vermittlungsleiter Cabrejos erklärte allerdings vor Beginn der Gespräche, auch das betroffene Bergbauunternehmen solle an dem Vermittlungsprozess teilnehmen. Pater Garatea kritisierte zugleich die von Conga-Gegner Marco Arana für den 12. Juli angekündigten neuen Proteste. Diese könnten die Vermittlungsgespräche torpedieren, so Garatea nach seiner Rückkehr in die Hauptstadt Lma. Entgegen aller Erwartungen bewertete Regionalpräsident Santos Guerrero den Auftakt der Gespräche als „sehr positiv“.

    Miguel Cabrejos Vidarte, Erzbischof von Trujillo, und Gastón Garatea SSCC waren als Vertreter der katholischen Kirche als Vermittler herangezogen worden, nachdem sich die Fronten zwischen „Conga“-Gegnern und Befürwortern in der Hauptstadt Lima, sowie in der Region Cajamarca verhärtet hatten. Während Erzbischof Cabrejos von der peruanischen Regierung vorgeschlagen wurde, geht die Teilnahme auf einen Vorschlag der Regionalregierung Cajamarca, sowie die Unterstützung des Ortsbischofs José Carmelo Martínez Lázaro zurück. Im Konflikt um das Bergbauprojekt war es vergangene Woche zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, wobei insgesamt 5 Demonstranten getötet wurden, darunter ein Jugendlicher im Alter von 17 Jahren. Dutzende Demonstranten und Polizisten wurden so schwer verletzt, dass sie immer noch medizinisch behandelt werden müssen.

  • Bergbau-Konflikt in Cajamarca: Katholische Kirche soll es richten

    Nach der Eskalation der Proteste gegen das geplante Kupferbergbauprojekt „Conga“ in der nordperuanischen Andenregion Cajamarca hat Mons. Miguel Cabrejos Vidarte, gebürtig aus der Region Cajamarca, ehemaliger Vorsitzender der peruanischen Bischofskonferenz und heute Erzbischof von Trujillo, eingewilligt, in dem Konflikt zwischen Bergbaugegnern, Regierung und Bergbauunternehmen zu verhandeln. Der Conga-Gegner und Regionalpräsident von Cajamarca, Gregorio Santos Guerrero, erklärte sich nach übereinstimmenden Medienberichten mit dem Vermittler einverstanden, forderte aber gleichzeitig die Anwesenheit des sozialkritischen Priesters Gastón Garatea. Zudem forderte als Bedingung für den Beginn der Verhandlungen die Aufhebung des weiter geltenden Ausnahmezustandes, sowie den weitgehenden Abzug von Polizei und Militär.

    Seit Monaten wird in Teilen der Region Cajamarca gegen den geplanten Tagebau protestiert, für den unter Anderem mehrere Bergseen weichen müssten. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei kamen in den vergangenen Tagen fünf Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Ein bislang wichtiger Akteur wird voraussichtlich nicht mit am Tisch sitzen: Noch-Premierminister Óscar Valdés. Vizepräsidentin Marisol Espinoza erklärte, Valdés sei es nicht mehr möglich, die Position der Regierung zu vertreten.

    Miguel Cabrejos Vidarte, bislang eher am Rande als Vermittler bei Konflikten aufgetreten und als Vorsitzender der Bischofskonferenz eher blass, hat nun die schwierige Aufgabe, Vertreter der Regierung, die gleich gebliebenen Gesichter des Bergbauunternehmens Yanacocha, sowie die Impulsoren der Proteste – vornweg Umweltaktivist und Parteigründer Marco Arana, Regionalpräsident Gregorio Santos, sowie den ehemaligen Anhänger der Guerrillaorganisation MRTA Wilfredo Saavedra – an einen Tisch zu bringen. In einer ersten Stellungnahme erklärte Erzbischof Cabrejos Vidarte, das sei natürlich keine leichte Aufgabe, er sei aber zuvor in Bagua, Quillabamba und Espinar gewesen [Anmerkung: Wo es ebenfalls verfahrene Sozial- und Umweltkonflikte gab] und habe einen „Einblick bekommen, was in Peru so passiert“. Über das genaue Vorgehen sagte er nichts.

  • Peru: Limas Erzbischof wegen Maulkorb für kritischen Priester in der Kritik

    Juan Limas Erzbischof Luis Cipriani Thorne. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.
    Juan Limas Erzbischof Luis Cipriani Thorne. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.

    Der Erzbischof von Lima, Kardinal Juan Luis Cipriani, hat dem Priester Gastón Garatea (Arnsteiner Patres, SSCC) die Erlaubnis entzogen, in der Erzdiözese Lima sein Priesteramt auszuüben und damit nicht nur scharfe Kritik auf sich gezogen, sondern auch eine lebhafte Diskussion innerhalb der peruanischen Kirche ausgelöst. Gastón Garatea, der zeitweise dem nationalen Runden Tisch zur Armutsbekämpfung (MCLCP)* vorstand und sich als Mitglied der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) betätigte, war – nach Agnaben der Erzdiözese – zuvor mehrfach gewarnt worden, sich nicht öffentlich zum Thema Ehe von Homosexuellen zu äußern. Garatea beharrt darauf, dies auch nicht getan, sondern sich lediglich für die Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften stark gemacht zu haben. Seit einigen Tagen zirkulieren nun diverse Unterstützerschreiben im Internet, in denen sich Gläubige, Intellektuelle und kirchliche Mitarbeiter für die Erneuerung der Lizenz des Priesters stark machen und Kardinal Cipriani kritisieren. Die Erzdiözese dagegen spricht von einer „Schmutzkampagne“ und verweist darauf, die Ordensleitung bereits zuvor gewarnt zu haben. Gastón Garatea selbst bedauerte die Entscheidung Ciprianis und erklärte, sich „nicht aus Lima vertreiben lassen“ zu wollen.

    Kritik und Unterstützung von Seiten der Bischöfe

    Auch katholische Würdenträger mit Gewicht schalteten sich nun in die Diskussion ein. Mons. Luis Bambarén Gastelmundi, ehemals Vorsitzender der peruanischen Bischofskonferenz, erklärte gegenüber der Tageszeitung „La República“, die Entscheidung sei offensichtlich nicht von der Erzdiözese als Ganze ausgegangen, vielmehr gehe es um ein persönliches Problem „zwischen den Beiden“. Nachdem der Bischof von Arequipa, Mons. Javiér del Río, mit den Worten zitiert wurde, Bambarén sehe „mit seinen 84 Jahren in der Gefahr, die Dinge nicht mehr klar sehen zu können“, fügte der Angegriffene hinzu, es gebe „ältere Menschen, die wesentlich klarer“ sähen. Viele dächten, Mons. Cipriani sei als Kardinal der Leiter der peruanischen Kirche, so Bambarén weiter, dem sei allerdings nicht so, dieser sei „lediglich Erzbischof von Lima“ und treffe nur die Entscheidungen in seinem Zuständigkeitsbereich. Mons Javiér del Río ist derzeit dritter Vorsitzender der peruanischen Bischofskonferenz.

    Arnsteiner Patres: Garatea wird „mit religiösem Gehorsam Folge leisten“

    Gastón Garatea SSCC. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.
    Gastón Garatea SSCC. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.

    Dabei ist die Kirche insbesondere in der Erzdiözese Lima schon jetzt sehr gespalten. Denn dort schwelt seit Jahren ein Streit zwischen der päpstlich-katholischen Universität Lima (PUCP) und der Erzdiözese Lima, die mehr Einfluss auf strategische Entscheidungen der Universitätsleitung möchte – und auf deren Besetzung. Die Universität, bekannt für ihre Pluralität und als Schmiede der peruanischen Wirtschafts- und Politikelite, fürchtet Einschränkungen ihrer Unabhängigkeit und zunehmenden Einfluss der konservativen katholischen Organisation Opus Dei, der auch Kardinal Cipriani angehört. Gastón Garatea hatte an der Universität – trotz des Konfliktes zwischen Erzdiözese und Universität – einen Beratungsauftrag zum Thema Corporate Social Responsibility angenommen.

    Während es bislang keine offizielle Stellungnahme der peruanischen Bischofskonferenz gab, bedauerten die Arnsteiner Patres (offiziell: Ordensgemeinschaft der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung) in Peru die Entscheidung des Kardinals, kündigten aber an, Garatea werde der Entscheidung „mit religiösem Gehorsam Folge leisten“. Wie AméricaTV berichtet, hoffen die Arnsteiner Patres auf die nachträgliche Erneuerung der Erlaubnis, die es dem 72jährigen Gastón Garatea wieder ermöglichen würde, das Priesteramt auch in Lima weiter auszuüben.

    *Mesa de Concertación de Lucha contra la Pobreza

  • Ganz plötzlich: Museum der Erinnerung kommt doch

    Das „Museum der Erinnerung“ kommt. Das gab der peruanische Premierminister nach einem Treffen zwischen dem peruanischstämmigen Schriftsteller Mario Vargas Llosa und dem peruanischen Präsidenten Alan García bekannt. Demnach haben beide in einem persönlichen Gespräch ihre Differenzen ausgeräumt. Mitglieder der peruanischen Regierung hatten sich ursprünglich gegen die Annahme des Angebots Deutschlands, ein „Museum der Erinnerung“ für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges zu finanzieren, ausgesprochen.

    Der peruanische Aussenminister José Antonio García Belaunde sagte gegenüber der staatlichen Agentur ANDINA, das Museum werde ein breites Bild der Zeit des Terrors durch den Leuchtenden Pfad (Sendero Luminoso) zeichnen. Zudem habe der Präsident den Schriftsteller Vargas Llosa gebeten, Personen für die Erarbeitung eines Konzeptes für das Museum vorzuschlagen, so García Belaunde.

    Auch ehemalige Mitglieder der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) wie der Jurist Enrique Bernales und der Pater Gastón Garatea begrüssten die Entscheidung der peruanischen Regierung. Bernales betonte, es sei sehr wichtig, dass die „Lektionen gelernt“ würden und nicht versucht werde, das unversteckbare zu verstecken. Gastón Garatea forderte, nun wirklich unabhängige Persönlichkeiten für die Erarbeitung des Museumskonzeptes zu finden, um weitere Konflikte zu vermeiden.

    Als mögliche Kandidaten wurden bisher der umtriebige Bischof im Ruhestand von Chimbote, Luis Bambarén, Enrique Bernales Ballesteros, Frederick Cooper Llosa, Fernando de Szyszlo Valdelomar, der ehemalige Vorsitzende der Wahrheits- und Versöhnungskommission Salomón Lerner Febres und der Anthropologe Juan Ossio Acuña vorgeschlagen.