Schlagwort: Abwasser

  • Callao / Peru: Größte Kläranlage Südamerikas nimmt Betrieb auf

    Kläranlage Taboada, Callao, Peru. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.
    Kläranlage Taboada, Callao, Peru. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.

    82% aller Abwässer aus der peruanischen Hauptstadt Lima und der Hafenstadt Callao fließen bislang ungeklärt ins Meer. Das soll sich ab heute ändern, wenn Präsident Ollanta Humala die Anlage „Planta de Tratamiento de Aguas Residuales de Taboada“ anschaltet. Mit der Anlage, die eines Tages bis zu 7 Kubikmeter Abwasser pro Sekunde verarbeiten können soll, ist zunächst geplant, 46% aller Abwässer Limas und Callaos zu klären; von insgesamt 27 Distrikten. Stufenweise soll der Anteil dann bis Ende des Jahres auf bis zu 74% erhöht werden, so Perus Bauminister René Cornejo gestern. Gleichzeitig, so der Minister, werde in diesem Jahr der Bau der Kläranlage „La Chira“ in Chorillos begonnen, mit deren Hilfe alle Abwässer Limas geklärt werden könnten.

    Bislang hat die peruanische Hauptstadt nicht nur ein Abwasser-, sondern auch ein Wasserproblem. Denn: Die Stadt liegt zu großen Teilen in der Wüste. Durch die Nutzung geklärten Wassers, beispielsweise zur Bewässerung, könnte das Problem zumindest etwas abgemildert werden. Ob das Wasser von „Taboada“ allerdings dazu genutzt werden wird ist fraglich: Es soll, nach Reinigung des Wassers von rund 90% des organischen Materials, durch gigantische Rohrleitungen unterirdisch ins Meer fließen, das selbst die „Endreinigung“ vornimmt. Diese Technik sorgte im Planungsverlauf mehrmals für Streit.

    Logo des Dossiers "Wasserkonflikte".Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Dossiers „Wasserkonflikte in Peru“.

  • Peru: Wassermangel in Limas Bankenviertel?

    Trinkwasser-Quellfassung bei Chachapoyas. Foto: EMUSAP
    Trinkwasser-Quellfassung bei Chachapoyas. Foto: EMUSAP

    Seit Jahren schießt in San Isidro, dem Bankenviertel der peruanischen Hauptstadt Lima, ein Hochhaus nach dem Anderen in die Höhe. Das führt jetzt zu Problemen mit der Wasserversorgung, zu deren Behebung der Distriktrat nun zu drastischen Maßnahmen greifen will: Neu- und Umbauten sollen auf maximal vier Stockwerke begrenzt werden. Vor wenigen Monaten hatte  Limas Wasserversorger SEDAPAL gewarnt, die Distrikte Surco und San Isidro bei anhaltendem Bevölkerungswachstum bald nicht mehr mit ausreichend Trinkwasser versorgen zu können. Auch beim Abtransport von Abwässern stößt SEDAPAL nach eigenen Angaben an seine Grenzen. Erneuerung und Ausbau des Wasser- und Abwassernetzes werden gleichzeitig durch ohne Baulizenz errichtete Häuser erschwert, die über den Rohrleitungen stehen.

    Um dem Problem Herr zu werden, wird nun nicht nur in San Isidro, sondern auch in Surcos Rathaus darüber nachgedacht, die Vergabe von Baulizenzen für Häuser mit mehr als vier Stockwerken zu untersagen. Zudem soll die Umdeklarierung von Ein- zu Mehrfamilienhäusern erschwert werden. Damit kommt das Problem des Wassermangels, das Tag für Tag hunderttausende Peruanerinnen und Peruaner direkt betrifft, auch im exklusiven Bankenviertel der peruanischen Hauptstadt an. SEDAPAL hat dabei offenbar die richtige Sprache gesprochen: Mehrkosten, die durch den wegen des Wohnungsbaus notwendigen Ausbaus der Wassernetze enstehen, muss der Investor tragen, zitiert die Tageszeitung „Peru.21“ einen Mitarbeiter des Unternehmens.

    Juliaca / Puno: Nur die Hälfte aller Haushalte mit eigenem Wasseranschluss

    Gleichzeitig wurde bekannt, dass mit Juliaca (Region Puno) in einer der am schnellsten wachsenden Städte Südperus (inzwischen vermutlich mehr als 300.000 Einwohner) lediglich rund die Hälfte aller Haushalte über einen eigenen Wasseranschluss verfügt. Während es mancherorts zumindest in der Straße einen öffentlichen Trinkwasser-Zugang gibt, bezieht mehr als ein Viertel der Haushalte sein Wasser aus selbst gegrabenen Brunnen. Noch gravierender ist die Lage in den umliegenden Dörfern, von denen kaum eines über eine geregelte Wasserversorgung verfügt.

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  • Peru: höhere Wasserpreise für Stadt- und Provinzverwaltungen angekündigt

    Trinkwasser-Quellfassung bei Chachapoyas. Foto: EMUSAP
    Trinkwasser-Quellfassung bei Chachapoyas. Foto: EMUSAP

    Die peruanische Trinkwasseraufsichtsbehörde SUNASS plant, Distrikt- und Provinzverwaltungen die Subventionen zur Trinkwassernutzung von zu kürzen. Das würde einen starken Anstieg der Wasserpreise für diese Stellen nach sich ziehen. Grund der SUNASS-Pläne ist der großflächige Einsatz von Trinkwasser zur Bewässerung von öffentlichen Grünanlagen, insbesondere in Wüstenregionen der peruanischen Küste. Nach Informationen der Behörde setzen derzeit trotz chronischem Wassermangel alle Distrikt- und Provinzverwaltungen der peruanischen Hauptstadt Lima Trinkwasser zur Bewässerung ein, obwohl dies auch mit geklärten Abwässern möglich wäre.

    Das Problem liegt dabei allerdings nicht nur darin, dass die Stadtgärtner keine geklärten Abwässer einsetzen möchten, sondern vor allem in einem Mangel an Kläranlagen. Große Teile der limenischen Abwässer fließen ungeklärt in den Pazifik. Mit der Androhung höherer Wasserpreise möchte SUNASS deshalb auch Druck auf die örtlichen Politiker aufbauen, mehr Klärwerke zu bauen. Daneben fordert SUNASS, auf effizientere Bewässerungsmethoden umzusteigen.

    Kritik aus San Isidro und Pueblo Libre
    In einer ersten Stellungnahme kritisierten die Bürgermeister von San Isidro und Pueblo Libre den Plan. So sieht Magdalena de Monzarz Stier, seit wenigen Tagen Bürgermeisterin des Geschäftsviertels San Isidro, die Anstrengungen ihrer Distriktverwaltung nicht ausreichend gewürdigt, die bereits geklärte Abwässer zur Bewässerung ihrer Grünanlagen einsetzt. Der Bürgermeister von Pueblo Libre, Rafael Santos Normand, erklärte, er erwarte von der SUNASS einen Dialog mit den betroffenen Distrikten. Zudem sei auch in seinem Distrikt der Bau einer Kläranlage schon vor einiger Zeit angeregt worden, allerdings habe der „fehlende politische Willen der Zuständigen bislang die Ausführung behindert“. In einem Punkt herrscht aber Einigkeit: In der Notwendigkeit, künftig mit geklärtem Wasser zu gießen.

  • Lambayeque: Gullideckel für 750.000 Soles gestohlen

    Der Gullideckeldiebstahl in großen Städten Perus nimmt langsam unglaubliche Ausmaße an. Wie die Stadtwerke Lambayeque (Epsel) in einer Pressekonferenz bekannt gaben,  wurden allein in diesem Jahr bisher rund 3000 Gullideckel gestohlen. Monatlich verschwinden rund 300 Stück, was bisher im Jahr 2008 einen Schaden von immerhin 750.000 Soles verursacht hat. „Jeder Gullideckel kostet rund 250 Soles. Dazu kommt dann noch die Arbeitszeit und das notwendige Material, um den Gulli wieder zu schließen“, so Abelardo Cadenillas, Cheff der Stadtwerke. Dabei wurden nach Cadenillas nur die drei Städte Chiclayo, José Leonardo Ortiz und La Victoria einberechnet, so dass die Dunkelziffer in der ganzen Region Lambayeque vermutlich noch wesentlich höher liegt. Ein weiteres Problem, so Cadenillas, liegt darin, dass nach dem Verschwinden eines Gullideckels die Nachbarn sofort die Stadtwerke anrufen würden – egal, ob es sich wirklich um die Abdeckung eines Abwasserkanals oder um den Kabelknotenpunkt einer Telefongesellschaft handelt. Aus diesem Grund planen die Stadtwerke nun, sich mit der Telefongesellschaft und der Polizei zusammen zu tun, um gemeinsam gegen die „Gullideckel-Mafia“ vorzugehen.Dabei geht von den ungeschützten Leitungen eine große Gefahr für Fußgänger und Fahrzeugführer aus. Immer wieder kommt es zu schweren Verletzungen durch fehlende Gullideckel. „Es ist eine große Gefahr, der man Fußgänger und Schulkinder aussetzt, die leicht Opfer solcher Fallgruben werden können“, so Cadenillas. Im Vergangenen Jahr kam in Lima eine Person durch einen nicht bedeckten Gulli ums Leben.

  • Pro Peruaner: 1,08 Kg Müll/Tag

    Wie Umweltminister Brack Egg bekannt gab, produziert Peru pro Tag 22.475 Tonnen Müll, darunter Altpapier, Plastik, Glas und Restmüll. Nur ca. 17% davon würden ordnungsgemäß entsorgt und recycelt, so Brack. Besonders auffällig sei dabei, dass von den 1.833 Distrikten, in die Peru unterteilt ist, gerade einmal 100 Distrikte 62% der Müllmenge auf sich vereinen. Als „peinlich“* bezeichnete der Umweltminister, dass täglich über 19 Tonnen Müll einfach so in der freien Wildbahn entsorgt würden.

    Nach der fehlenden Klärung von Abwässern ist der Müll nach Ansicht von Experten das im Moment zweitgrößte Umweltproblem. Ein Grund ist neben der fehlenden Initiative durch Städte und Gemeinden auch der komplizierte Genehmigungsprozess, der vom Gesundheitsministerium in Lima durchgeführt werden muss.

    Außerdem kündigte Brack gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA an, sein Ministerium werde Menschen, die vom Sammeln und Verarbeiten von Müll leben, deren Zahl er auf über 100.000 in ganz Peru schätzt, dabei moralisch und ideel unterstützen, als kleine Recyclingunternehmer tätig zu werden.

    Ab Mitte 2009 soll zudem eine neu gegründete Abteilung des Umweltministeriums die Einhaltung der Regeln zum Umweltschutz durch Bergbauunternehmen überwachen. In der Vergangenheit kam es des öfteren zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen, da Anwohner sich von Bergbauaktivitäten in ihrer Nähe bedroht gefühlt hatten.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Ungereimtheiten bei EMUSAP

    Wie Jindley Vargas, Gemeinderat von Chachapoyas, gegenüber Radio Horizonte bekannt gab, wurde der bisherige Chef des städtischen Wasser- und Abwasserunternehmens EMUSAP vorrübergehend suspendiert, weil es im Rahmen der Erweiterung des Wassernetzes zu zahlreichen Ungereimtheiten gekommen war. So wurden z.B. 5 Zoll-Rohre eingebaut, obwohl 7,5-Zoll-Rohre geplant und abgerechnet worden waren. Der Gemeinderat würde in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einleiten, um die Verantwortlichen festzustellen, so Vargas.

    Quelle: Radio Horizonte