Mit 35.000 Keramik-Fragmenten trifft dieser Tage die letzte verbleibende Ladung archäologischer Fundstücke in Cusco ein, die 1912 von dem US-Forscher und Abenteurer Hiram Bingham für Untersuchungen ausgeführt und seither von der Yale-Universität verwahrt wurden. Die ersten Stücke waren bereits im vergangenen Jahr übergeben worden und werden derzeit in der Casa Concha in der Regionalhauptstadt Cusco untersucht.
Vorausgegangen war der Rückgabe ein jahrelanger Streit zwischen der Universität und der peruanischen Regierung. Letztere hatte schließlich mit rechtlichen Schritten gedroht, woraufhin sich die Universität bereit erklärte, die Fundstücke zurück zu geben.
Zunächst werden die wertvollen Stücke in die Hauptstadt Lima geflogen, von wo aus sie von der Luftwaffe nach Cusco überführt werden. 218 der rückgeführten Fundstücke sind bereits im Machu Picchu-Museum der Casa Concha ausgestellt.
Ollanta Humala (GP) und Volker Kauder (CDU). Foto: Presidencia.
Der CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Volker Kauder hat gestern bei einem Treffen mit dem peruanischen Präsidenten Ollanta Humala das anhaltende Wirtschaftswachstum des Landes hervorgehoben. Er beglückwünsche Peru dafür im Namen der Bundeskanzlerin, zitiert ihn die Pressestelle des peruanischen Regierungspalasts. Die Begegnung mit Präsident Humala sei eine große Ehre und Ausdruck der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Peru, so Kauder.
Themen des halbstündigen Gespräches waren die Zusammenarbeit bei den Erneuerbaren Energien, beim Ausbau der Infrastruktur und bei der Ausbildung – darunter die bei Humalas Besuch in Deutschland vereinbarte Entsendung peruanischer Studenten nach Deutschland. Daneben ging es um den Euro und das kommende Freihandelsabkommen der EU mit Peru. Im Rahmen des Treffens überreichte der CDU-Abgeordnete des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen offenbar auch ein Schreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem diese ihren Willen zur weiteren Umsetzung der bei Humalas Deutschland-Besuch getroffenen Kooperationsvereinbarungen ausdrückte.
Kauder auf Rundreise durch Boom-Regionen
Wie die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf Anfrage mitteilte, bereist Kauder derzeit diverse Boom-Regionen, wobei nach diversen asiatischen Ländern nun Peru und insbesondere Brasilien auf dem Plan stehen. Die peruanische Wirtschaft erfährt seit der Rückkehr des Landes zur Demokratie im Jahr 2000 ein stetiges Wachstum. Bereits im Februar hatte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle Peru besucht, auch sein Parteikollege im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, war schon dort.
Roberto Torres Gonzales, Bürgermeister der nordperuanischen Großstadt Chiclayo, wurde gestern für zwei Jahre suspendiert, nachdem das höchste Berufungsgericht der Region Lambayeque es als erwiesen ansah, dass er sich durch die private Nutzung eines Dienstfahrzeugs der „Unterschlagung“ schuldig gemacht habe. Torres Gonzales ließ offenbar im Februar 2011 -während seiner Abwesenheit- seine Kinder von seinem Chauffeur zu einem Tennisspiel im Jockey Club Chiclayo bringen lassen, die Staatsanwaltschaft legte dutzende Fotos als Beweismittel vor. Die erste Gerichtsinstanz hatte den Vorwurf der Unterschlagung noch abgelehnt und den Bürgermeister freigesprochen, die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung ein. Die Berufungsrichter wiederum sahen durch die private Nutzung des Dienstfahrzeugs den Tatbestand der Unterschlagung als gegeben an. Obschon auch die Richter einen Spielraum bei der Interpretation des Rechtsrahmens anerkannten, sahen sie es als erwiesen an, dass Ex-Bürgermeister Torres Gonzales zu Beginn der Verhandlung versucht hatte, die Schuld auf einen Mitarbeiter abzuschieben. Sie verurteilten ihn zur Zahlung von 6.000 Nuevos Soles, zu zwei Jahren auf Bewährung und untersagten ihm für die kommenden zwei Jahre die Ausübung von Ämtern in Politik und Verwaltung.
Das Amt der Bürgermeisterin übernahm inzwischen Luz Elizabeth Montenegro Dávila, bisherige Stellvertreterin und erste Abgeordnete im Stadtrat, das peruanische Wahltribunal erledigte bereits die Formalitäten.
Ein Abschnitt der Urteilsbegründung lässt darauf schließen, dass es den Berufungsrichtern auch darum ging, ein Exempel zu statuieren. So heißt es in dem Urteilstext, die Ausgestaltung des Gesetzes, das die Unterschlagung verbiete, sei „lobenswert“. Wenn sie voll angewendet würde, so die Richter, könnte sich kaum ein Staatsangestellter oder Amtsinhaber vor einer Verurteilung retten, da es „allgemein bekannt“ sei, dass „täglich Fahrzeuge des Staates“ für privates genutzt werden – und dem Staat dadurch enorme Kosten entstehen.
Obwohl noch vor wenigen Monaten versprochen worden war, während dieser Legislaturperiode auf die Ausrufung weiterer Gedenktage zu verzichten, hat die peruanische Regierung nun eine Gesetzesvorlage erarbeitet, nach der jeder 7. Oktober zum „Tag der Marinera“ erklärt werden soll. An gesetzlich verankerten Gedenktagen mangelt es Peru auch bisher wahrlich nicht, sei es der Tag der andinen Musik (15. Juni), der Tag der criolischen Musik (31. Oktober), der Tag des Briefträgers (29. August) oder der Tag des Grillhähnchens (3. Juli-Sonntag). Dass erst jetzt auch die Marinera, einer der bekanntesten Musik- und Tanzstile Perus mit verschiedenen Variationen, einen Gedenktag bekommt, ist da eher verwunderlich. Es ist wahrscheinlich, dass der peruanische Kongress die aus zwei Artikeln bestehende und von Präsident Ollanta Humala, sowie Premier Juan Jiménez unterzeichnete Vorlage so beschließen wird.
Seltsame Vorschläge keine Ausnahme
Allerdings wurden auch in der Vergangenheit nicht alle Gedenktags-Vorschläge einfach nur abgenickt. So lehnte der Kongress beispielsweise mehrere Anträge der 1995 in den Kongress gewählten Susy Díaz ab, die heute durch Talk- und Rateshows tourt, um ihre Geldstrafe wegen Korruption zu begleichen und vor ihrer Zeit als Abgeordnete vor allem als Seite-1-Girl von sich reden machte. Sie schlug beispielsweise vor, einen Gedenktag für Schwiegermütter, egal ob gute oder böse, einzuführen.
Übrigens: Die Vereinigung peruanischer Clowns und Zirkusartisten zog im vergangenen Mai mit großem Aufgebot vor den peruanischen Kongress. Der Grund: Sie fordern, künftig an jedem 25. Mai den „Tag des peruanischen Clowns“ zu feiern. Als Witz war das allerdings nicht gemeint, vielmehr ist dieses Datum der Jahrestag des Todes eines als „Tony Perejil“ bekannt gewordenen Clowns, von dem erzählt wird, er habe in den 80er Jahren durch zahlreiche Besuche in Armenvierteln am Rande von Lima Freude verbreitet.
NACHTRAG (5.10.2012): 7. Oktober jetzt offiziell „Marinera-Gedenktag“
Wie erwartet ist der peruanische Kongress dem Vorschlag der Regierung gefolgt und hat den 7. Oktober offiziel zum Marinera-Gedenktag gemacht. Alle anwesenden Kongressabgeordneten, 92 an der Zahl, stimmten dafür. Der 7. Oktober ist der Geburtstag des peruanischen Komponisten Augusto Áscuez Villanueva, sowie der Vorabend des Tags der peruanischen Kriegsmarine.
PROGRESO PARA TODOS – Fortschritt für alle. Bild: PCM.
Perus Ex-Präsident Alejandro Toledo hatte „Los Peruanos Sí Podemos*“ (dt. Wir Peruaner können es schaffen), sein Nachfolger Alan García setzte auf „El Perú Avanza“ (dt. Peru kommt voran), der heutige Präsident Ollanta Humala setzt nun auf „Perú, progreso para todos” (dt. Peru, Fortschritt für alle). Diesen Spruch müssen künftig alle staatlichen Einheiten, die der Nationalregierung in Lima zugeordnet werden – das bezieht sich beispielsweise auf Ministerien, die meisten Sozialprogramme, die zum Gesundheitsministerium gehörenden Krankenhäuser und das für Schulbücher zuständige Bildungsministerium – in großen grauen Lettern auf ihre Publikationen und Briefe drucken.
Allerdings, so geht aus der Ministerialresolution N° 232-PCM, hervor, sollen Publikationen mit „El Perú Avanza“ nicht eingestampft, sondern vor dem Neudruck verteilt werden. Ob sich die entsprechenden Stellen daran halten ist fraglich, die Erfahrungen – mit dem einstampfen – der letzten Regierungswechsel waren häufig eher gegenteilig. Wer sich den neuen Satz ausgedacht hat, ist unbekannt, politisch verantwortlich ist jedenfalls Premierminister Juan Jiménez Mayor, der die Resolution unterzeichnet hat.
*Auf die Wortspiele, die sich ergeben, soll in diesem Beitrag nicht eingegangen werden.
Plaza de Armas, Cocabamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
Der peruanische Rechnungshof hat die Distriktverwaltung Cocabamba wegen Unregelmäßigkeiten bei der Erweiterung und dem Ausbau der Straße von María nach Cocabamba (beide Provinz Luya / Region Amazonas) gerügt. Durch die unbegründete Verlegung der Trasse sei dem Distrikt in den Jahren 2009 und 2010 ein finanzieller Schaden von über 488.000 Nuevos Soles entstanden, so der Rechnungshof. Mehrere geologische Gutachten sollen dabei ignoriert worden sein, weswegen ein Teil der Straße durch das Absacken der Erde heute unbefahrbar ist. Im Bericht des Rechnungshofes heißt es, sowohl der Distriktbürgermeister, als auch die Bauleitung hätten fahrlässig gehandelt. Wegen des offensichtlichen Verstoßes gegen peruanisches Straßenbau- und Kommunalrecht plant der Rechnungshof nun, zivilrechtlich gegen die Verantwortlichen vorzugehen.
Die Rüge ist nicht die erste ihrer Art für den Distrikt Cocabamba. Bereits 2009 hatte der Rechnungshof moniert, dass entgegen entsprechender Vorschriften keine Rechenschaft über die Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2008 abgelegt wurde. Dennoch gelang Bürgermeister Elmer Perez Meléndez 2010 die Wiederwahl.
Bei einem Routineeinsatz im Distrikt San Miguel ist der Abteilung Umwelt-Verbrechen der peruanischen Nationalpolizei gestern ein Schlag gegen Seepferdchen-Schmuggler gelungen. Während einer Kontrolle bemerkten mehrere Beamten, wie zwei Häuserblocks entfernt mehrere Unbekannte hastig Kisten abluden. Als die Besitzer der Kisten die Anwesenheit der Beamten bemerkten flüchteten sie, mussten aber ihre Beute zurücklassen: Mehrere Kisten, beladen mit rund 16.260 getrocknete Seepferdchen, die offenbar nach Korea, Japan oder China geschmuggelt und dort zu Naturmedizin verarbeitet werden sollten. Die Ausfuhr von Seepferdchen ist seit 2004 durch peruanisches Recht verboten, dennoch kommt es immer wieder zu Schmuggelversuchen, die Polizei verzeichnet seit 2004 sogar einen Anstieg. Der Grund: Nach Angaben der Polizei liegt der Schwarzmarktpreis in manchen der Abnehmerländer bei rund 6.000 Us-$ pro Kilo getrockneter und gemahlener Seepferdchen. Im Vergleich zum gesamten Problem war der jetzige Fund mit rund 23 Kilogramm aber eher klein: allein im vergangenen Jahr wurden in Peru rund 20 Tonnen getrockneter Seepferdchen beschlagnahmt.
Das Ende von insgesamt 12 Parteien, darunter „Fuerza Social“ von Susana Villarán, der amtierenden Bürgermeisterin von Lima, hat gestern das peruanische Wahltribunal JNE angekündigt. Um den Status einer Partei wieder zu erlangen, müssen die bisherigen Mitglieder ausreichend Unterschriften sammeln. Nach peruanischem Wahlrecht verlieren Parteien, die nicht bei Wahlen antreten oder weniger als 5% der gültigen Stimmen auf sich vereinigen können, ihren Parteien-Status.
Neben „Partido Descentralista Fuerza Social“ sind auch die Fujimoristen-Parteien „Sí Cumple“ und „Nueva Mayoría“, „Renovación Nacional“, die ein-Mann-Partei „Cambo Radical“, „Despertar Nacional“, „Adelante“, „Justicia, Tecnología y Ecología“ (Juste), „Frente Popular Agricola Fia del Perú“ (Frepap), „Participación Popular“, sowie das „Movimiento Nueva Izquierda“ betroffen.
Zwei nachtaktive Anden-Affen (Aotus miconax), eine geschützten Tierart, die nur in den Regionen Amazonas und San Martín (Peru) heimisch ist, wären beinahe Opfer von Wilderern geworden. In einer gemeinsamen Aktion spürten Beamte des örtlichen Kommisariats mit Hilfe des Bürgermeisteramtes die Wilderer auf und beschlagnahmten das Jungtier und seinen Vater.
Zunächst war geplant, die beiden Tiere möglichst bald wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückzubringen. Bei der Jagd hatten die Wilderer aber offensichtlich dem älteren Affen einen Arm gebrochen und ein Auge verletzt, eine sofortige Rückführung war so unmöglich. Da aber weder die Polizei, noch das Bürgermeisteramt über Erfahrungen mit der artgerechten Affenhaltung verfügten, wurde die Hilfe der Biologin Fanny M. Cornejo hinzugezogen, die in der Nähe für die NGO Yunkawasi arbeitete. Diese Empfahl, die Affen nach einer Voruntersuchung im Gesundheitsposten Pedro Ruiz Gallo zunächst in Chachapoyas veterinärmedizinisch behandeln zu lassen und dann vorrübergehend dem Zoo in Huachipa (bei Lima) zu übergeben. Je nachdem, wie die Heilung der Verletzungen vorangeht, sollen die beiden Affen möglichst bald wieder in den Wäldern oberhalb Churujas ausgewildert werden.
Der Affe bei der Augenoperation. Foto: Michell León.
Da Chachapoyas derzeit über keinen Tieraugenspezialisten verfügt, nahm sich ein normaler Augenarzt des älteren Affen an, leider war das Auge dennoch nicht mehr zu retten. Rómulo Vargas Más, Bürgermeister von Churuja, versprach, sein Amt übernehme die Kosten für die Operation. Für Churuja sind die Affen wichtig, ziehen sie doch interessierte Reisende aus der ganzen Welt an.
Der nachtaktive Anden-Affe steht auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten – gegen die Wilderer wurde Anzeige erstattet.
Bei seinem Besuch in der historischen Bergfestung Kuélap verkündete der peruanische Präsident Alan García, seine Regierung stelle 180 Millionen Nuevos Soles für die Asphaltierung der Straße Cruce Achamaqui-Leymebamba-Balsas bereit, die die Regionalhauptstadt Chachapoyas mit der Nachbarregion Cajamarca verbindet. Während seinem eineinhalbstündigen Besuch in Kuélap versprach García auch den Neubau des Santiago Apóstol-Krankenhauses in Bagua Grande, die Verbesserung des Wasser- und Abwassersystems in Bagua, sowie weitere Mittel für die Restaurierung von Kuélap. Begleitet wurde der Präsident von allen amtierenden Ministerinnen und Ministern.
Von der Asphaltierung der Straße würden auch Besucher und Anwohner von Kuélap profitieren, da ein Teil der Strecke nach Kuélap auf dieser Strecke zurückgelegt wird.