Kategorie: Bongará

Die Provinz Bongara liegt an der östlichen Grenze der Region Amazonas. Trotz ihrer nur 27.465 Einwohner ist Bongara mit den Ortschaften Pedro Ruiz / Jazán einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Nordperus. Mehr als 60% der Einwohner betätigen sich in der Landwirtschaft. Die Hauptstadt der Provinz ist das Bergstädtchen Jumbilla. Mit „Gocta“ beherbergt die Provinz auch den dritthöchsten Wasserfall der Erde.
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  • Drogenstaatsanwaltschaft Amazonas zieht nach Pedro Ruiz

    Die mit Drogendelikte befasste Sonderstaatsanwaltschaft in der Region Amazonas zieht von Chachapoyas nach Pedro Ruiz Gallo (Distrikt Jazán / Provinz Bongará). Das sei ein strategisch besserer Ort, da sich hier die wichtigsten Straßen nach Rodríguez de Mendoza, Chachapoyas, Leymebamba-Celendín, sowie die Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße in die nördlichen Regenwaldregionen kreuzen, so der zuständige Staatsanwalt Ronal Collazos Reyes. Am Einzugsgebiet der Drogenstaatsanwaltschaft ändert sich dabei nichts. Sie soll in der Region Amazonas vor allem den Transport von Drogen, sowie allen ihren Grundstoffen wie Coca oder Kerosin ahnden und verhindern.

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Churuja / Amazonas: Nachtaffen vor Wilderern gerettet

    Die nachtaktiven Anden-Affen. Foto: Michell León.
    Die nachtaktiven Anden-Affen. Foto: Michell León.

    Zwei nachtaktive Anden-Affen (Aotus miconax), eine geschützten Tierart, die nur in den Regionen Amazonas und San Martín (Peru) heimisch ist, wären beinahe Opfer von Wilderern geworden. In einer gemeinsamen Aktion spürten Beamte des örtlichen Kommisariats mit Hilfe des Bürgermeisteramtes die Wilderer auf und beschlagnahmten das Jungtier und seinen Vater.

    Zunächst war geplant, die beiden Tiere möglichst bald wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückzubringen. Bei der Jagd hatten die Wilderer aber offensichtlich dem älteren Affen einen Arm gebrochen und ein Auge verletzt, eine sofortige Rückführung war so unmöglich. Da aber weder die Polizei, noch das Bürgermeisteramt über Erfahrungen mit der artgerechten Affenhaltung verfügten, wurde die Hilfe der Biologin Fanny M. Cornejo hinzugezogen, die in der Nähe für die NGO Yunkawasi arbeitete. Diese Empfahl, die Affen nach einer Voruntersuchung im Gesundheitsposten Pedro Ruiz Gallo zunächst in Chachapoyas veterinärmedizinisch behandeln zu lassen und dann vorrübergehend dem Zoo in Huachipa (bei Lima) zu übergeben. Je nachdem, wie die Heilung der Verletzungen vorangeht, sollen die beiden Affen möglichst bald wieder in den Wäldern oberhalb Churujas ausgewildert werden.

    Der Affe bei der Augenoperation. Foto: Michell León.
    Der Affe bei der Augenoperation. Foto: Michell León.

    Da Chachapoyas derzeit über keinen Tieraugenspezialisten verfügt, nahm sich ein normaler Augenarzt des älteren Affen an, leider war das Auge dennoch nicht mehr zu retten. Rómulo Vargas Más, Bürgermeister von Churuja, versprach, sein Amt übernehme die Kosten für die Operation. Für Churuja sind die Affen wichtig, ziehen sie doch interessierte Reisende aus der ganzen Welt an.

    Der nachtaktive Anden-Affe steht auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten – gegen die Wilderer wurde Anzeige erstattet.

  • Bach zerstört Wasserkraftwerk und Häuser in Santa Catalina (Luya)

    Santa Catalina von oben. Foto: Manuel Cabanas López
    Santa Catalina von oben. Foto: Manuel Cabanas López

    Die schweren Regenfälle der vergangenen Tage haben dem peruanischen Distrikt Santa Catalina (Prov. Luya / Reg. Amazonas) schwer zugesetzt. Mehr als 50 Häuser wurden zerstört, als der Zonto-Bach über die Ufer trat. Auch zahlreiche Felder wurden mitgerissen, eine Brücke schwer beschädigt. Vieh wurde unter Schlammlawinen begraben. Das örtliche Wasserkraftwerk, das den Distrikt mit Strom versorgte, wurde irreparabel beschädigt, wie Percy Rojas Zuta, Bürgermeister von Santa Catalina, gegenüber Red Informativa Regional (RIR) bestätigte. Auch das Trinkwassersystem brach zusammen.

    Obwohl die Niederschläge angekündigt worden waren, hatten sie die rund 1.700 Einwohner des Anden-Distriktes am Samstag weitgehend unvorbereitet erwischt. Inzwischen ist die Feuerwehr von Chachapoyas, sowie der Zivilschutz Amazonas in Santa Catalina eingetroffen, um die Schäden zu begutachten. Nach den starken Regenfällen besteht noch immer die Gefahr, dass einzelne Berghänge in der Umgebung abrutschen.

    Das auf 2665 Metern über dem Meeresspiegel gelegene Santa Catalina liegt westlich der Regionalhauptstadt Chachapoyas.

    Überschwemmungen auch in Imaza, Aserradero Shipamarca und Condorcanqui

    Aserradero nach dem Erdrutsch. Foto: S. Staiger
    Aserradero nach dem Erdrutsch. Foto: S. Staiger

    Wie der Zivilschutz Amazonas berichtet, sind auch zahlreiche Ortschaften an den Flüssen Utcubamba und Marañón betroffen. So wurden mehrere Häuser in Shipamarca, Chuquichaca, El Tingo viejo und Magdalena unter Wasser gesetzt. In Imaza (Bagua) sind derzeit rund 500 Personen ohne Obdach, nachdem das Wasser des Marañón in ihre Häuser eingedrungen war. Auch eine weiterführende Schule wurde zerstört. Im „Aserradero“ (Bongará), wo vor wenigen Jahren ein ganzes Dorf bei einem Erdrutsch in den Fluten des Utcubamba-Flusses versank, rutschte der Berg erneut ab und riss Teile der Fernando Belaúnde Terry-Straße  ins Tal. Inzwischen ist die Straße aber stundenweise wieder befahrbar, wie ein Busfahrer gegenüber INFOAMAZONAS erklärte. Auch in der Provinz Condorcanqui wurden zahlreiche Felder und Häuser weggeschwemmt, genaue Zahlen gibt es allerdings noch nicht, da angesichts der schweren Regenfälle das Satelitentelefon in Santa María de Nieva außer Betrieb ist.