Schlagwort: TV Peru

  • Peru: Staatsrundfunk rückt näher an den Premierminister

    Nachdem Ende letzten Jahres Funktionen des Umweltministeriums direkt an das Büro des Premierministers gegangen waren, traf dieses Schicksal nun auch der Staatsrundfunk, der bislang dem Kulturministerium zugeordnet war. Die drei Hauptsender, die derzeit unter den Namen TV Perú (Canal 7), Radio Nacional und Radio la Crónica laufen, sollten im nächsten Schritt „modernisiert“ werden, sowie eine größere technische, sowie informative Reichweite erhalten, so Premierminister Óscar Valdés. Daneben soll eine Kommission, der auch Experten von außerhalb der Regierung angehören sollen, eine Gesetzesvorlage erarbeiten, durch die der Staatsrundfunk auf eine Grundlage gestellt werden kann.

    Die Staats-Sender zu „öffentlichen“ Sendern zu machen war eines der Wahlversprechen des aktuellen Präsidenten Ollanta Humala. Daran wird sich die Kommissionsarbeit nun messen müssen.

    In der Vergangenheit wechselten die Staatssender oft den Namen, weshalb das Staatsfernsehen (derzeit TV Perú) in Peru landläufig als „Kanal 7“ bekannt ist. Zuletzt hatte es „TNP“ geheißen, Televisión Nacional del Perú. Während sich der Sender besonders durch langlebige Kulturprogramme auszeichnet, halten die Verträge von Journalisten meist nur bis zur nächsten Wahl. Obwohl es durchaus Zeiten gibt, in denen die Nachrichten der Sender sehr ausgewogen sind, werden die Radio- und Fernsehwellen in Konfliktfällen -ebenso wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA- noch immer zur Propaganda oder gar zur Diffamation -pardon, zur „Darstellung des Standpunktes der Regierung“- genutzt.

  • Peruanischer Kongress bekommt terrestrischen Fernsehkanal

    Der Fernsehkanal des peruanischen Kongresses wird in Zukunft nicht mehr nur über das Kabelnetz, sondern auch über die Hausantenne empfangbar sein. Das kündigte heute Parlamentspräsident Luis Alva Castro nach einem Treffen mit der Chefin des peruanischen staatlichen Radio- und Fernsehinstitutes María Luisa Málaga an, die unter anderem für das Nationalradio und das Staatsfernsehen zuständig ist. Damit wird sich der Kanal, der bisher – abgesehen von den Schwarzsehern – nur von ca. 1,3 Millionen Zuschauern über Kanal 56 des limenischen Kabelnetzbetreibers „Cable Mágico“ empfangen werden kann, in Zukunft mit dem Staatsfernsehen TV Peru den Digitalkanal 7 teilen. Dies gilt aber nur für die Hauptstadt Lima, sowie die nahegelegene Hafenstadt Callao. Deshalb ist die Ankündigung Alva Castros, mit dem neuen System werde man das Parlament näher an die Bürger rücken, auch eher gewagt, denn wegen der hohen Verbreitung des Kabelfernsehens ist der Sender in seinem künftigen Empfangsgebiet bereits so empfangbar. Zudem sagte der Parlamentspräsident, die Repräsentierten Bürger könnten die Arbeit der Kongressabgeordneten besser kennen lernen – was nur für die Kongressabgeordneten Limas gelten wird.

    Auch ist nicht davon auszugehen, dass der neue Kanal großen Anklang finden wird, da er neben den Plenar- und Ausschusssitzungen des peruanischen Kongresses vorwiegend sich permanent wiederholende Lobeshymnen über den amtierenden Parlamentspräsidenten ausstrahlt.

    Wer den Kanal schon jetzt live sehen möchte, kann dies unter http://stream.congreso.gob.pe:8080/canalcongreso.htm tun!

  • Peruanisches Staatsfernsehen TV Peru jetzt digital

    Das peruanische Staatsfernsehen TVPeru ist seit gestern in der peruanischen Hauptstadt Lima auch digital-terrestrisch empfangbar. Im Rahmen eines Festaktes drückte Präsident Alan García feierlich den Knopf, durch den in Zukunft das Programm des Senders in höherer Bild- und Tonqualität empfangbar ist.

    Im vergangenen Jahr hatte sich Peru nach langer Testphase entschieden, den japanisch-brasilianischen Digitalfernsehstandart ISDB-T einzuführen.

    Bis auf weiteres wird TVPeru – nicht zuletzt wegen der noch nicht erfolgten Umstellung hunderter Lokalstationen des Senders – auch seinen angestammten Platz auf dem analogen Kanal 7 beibehalten.

    Für die Umstellung der Programminhalte auf Digitale Formate hat das peruanische Transport- und Kommunikationsministerium 6 Millionen Nuevos Soles bereitgestellt.

  • Peruanisches Digitalfernsehen rückt näher

    Ende März wird das peruanische Staatsfernsehen TVPeru erstmals ein digitales Fernsehsignal senden. Das gab das staatliche peruanische Rundfunkinstitut IRTP bekannt. Möglich werden soll die Umstellung durch japanisches TV-Equipment im Wert von drei Millionen US-$, das von der japanischen Regierung bereitgestellt wurde. Im Auswahlverfahren der Digital-TV-Technik hatten Japan und Brasilien der peruanischen Regierung weitreichende Unterstützung versprochen, sollte man sich für ihren Standard entscheiden.

    Neben dem digitalen Sender enthielt das Geschenk auch ein angeblich vollständiges Aufnahmestudio, sowie ein Schneidestudio. Damit soll die Ausstrahlung in HD-Qualität möglich sein. Derzeit besuchen Mitarbeiter des IRTP Fortbildungen in Japan, um den Umgang mit den neuen Geräten zu erlernen. Noch im Februar sollen die ersten Sendeversuche stattfinden.

    Der „digitale Blackout“ wird aber noch eine Jahre auf sich warten lassen, die Umrüstung der zahlreichen Übersetzerstationen in allen Landesteilen ist bisher noch nicht vorgesehen.

    Auch der private Fernsehkanal ATV kündigte bereits an, möglichst bald digital auf Sendung gehen zu wollen, die Proben sind bereits abgeschlossen. Noch im ersten Quartal 2010 soll der Kanal in mindestens 3 Städten digital auf Sendung sein.

  • Sateliten-Problem um peruanisches Staatsfernsehen angeblich gelöst

    Das peruanische Staatsfernsehen TV Peru (Kanal 7) kann wohl doch ohne Probleme weitersenden. Nach Angaben des Vizeministers für Kommunikation Jorge Cuba Hidalgo, hat das Transport- und Kommunikationsministerium MTC bis Februar 2011 einen Vertrag mit dem Satelitenbetreiber Intelsat ausgehandelt, was das Ministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA 600.000US-$ kosten wird.

    Bis 2011 soll per Ausschreibung dann ein neuer, langfristiger Partner für das Satelitensignal gefunden werden, so das MTC.

    Intelsat hatte angekündigt, den Sateliten, über den derzeit das Signal von TVPeru ausgestrahlt wird, außer Dienst zu stellen. Davon wäre auch der Kanal des peruanischen Bildungsministeriums (Televisión educativa satelital) betroffen gewesen.

  • Staatsrundfunk will werbefrei werden

    Der peruanische Staatsrundfunk will werbefrei werden. Das gab gestern der neue Präsident des staatlichen peruanischen Radio- und Fernsehinstitutes (IRTP), das den Fernsehsender TV Peru (auch als „Canal 7“ bekannt), sowie die Radiosender „La Crónica“, „Radio Nacional“ neben einer Reihe Landwirtschaftssender („Radio Campesina“) betreibt, Ricardo Ghibellini, bekannt.

    Obwohl die meisten Beobachter die Verminderung von Werbung im laufenden Programm generell begrüssen, wurde auch deutliche Kritik laut. So wird vor allem eine noch stärkere Abhängigkeit von der Regierung befürchtet, wenn diese für alle Einnahmen der Sender zuständig ist. Von der Regierung selbst kommt Kritik an der Beschneidung der Nachrichten in „Radio Nacional“. Eduardo Bruce Montes de Oca, ehemaliger Präsident des IRTP vermutet dahinter aber vor allem die Angst der Regierung, ihre Sendezeit im Staatsrundfunk könnte dadurch beschnitten werden, wie Bruce im Interview mit dem Radiosenderverbund „CNR“ erklärte.

  • Staatsfernsehen wird 50

    Das peruanische Staatsfernsehen, derzeit unter dem Namen „TVPeru“ bekannt, wird 50 Jahre alt. Der Sender, der bis heute landläufig unter dem Namen „Canal 7“ (Kanal 7) bekannt ist, wurde unter eben diesem Namen 1958 gemeinsam von der UNESCO und dem peruanischen Bildungsministerium gegründet. Damit war das Staatsfernsehen jenerzeit der erste Fernsehsender überhaupt in Peru. Die folgenden Jahre war er auch Peruweit der erste Sender, der in Farbe sendete und über ein Satelitensignal verfügte. Über seine gesamte Geschichte hinweg änderten sich Instrumentallisierung und Nähe zur Regierung, insgesamt stand der Sender aber stets in der Nähe der jeweiligen Regierung. Allerdings trug er durch die Ausstrahlung belastenden Videomaterials („Vladivideos“) auch zum Sturz des Diktators Fujimori bei. Inzwischen verfügt der Sender über 275 Übersetzer (Stationen mit Satelitenschüssel, Sendeanlage und Antenne, die das aus Lima kommende Programm weitersenden) in fast allen Ecken und Enden Perus (Siehe Grafik).

    Anzahl der Sender des Staatsfernsehens, 1997-2007
    Anzahl der Sender des Staatsfernsehens, 1997-2007

    Derzeit hat TVPeru den Auftrag, die Bevölkerung „moralisch und kulturell zu bilden“.

    Und da der Sender unter fast jeder Regierung bisher umbenannt worden war, passt wohl am besten:

    Herzlichen Glückwunsch, „Canal 7“.