Schlagwort: Staudamm

  • Olmos-Projekt: Umsiedlung schreitet foran

    Schon in wenigen Wochen sollen 27 Familien umgesiedelt werden, die auf dem Gelände wohnen, das für die Bewässerungsflächen des Olmos-Tinajones-Projektes (PEOT) in Nordperu vorgesehen ist und nun versteigert wird. Im Rahmen des Projektes wird Wasser des Huancabamba-Flusses auf der Ostseite der peruanischen Anden durch einen Tunnel zur trockeneren Westseite des Gebirges geleitet, um dort den Wüstenboden urbar zu machen. Das Dorf „La Algodonera“, in das die betroffenen Bewohner des PEOT-Geländes umgesiedelt werden sollen, befindet sich nach Angaben von Radio Marañón bereits im Bau. Die Schule, sowie die Dorfhalle seien bereits fertiggestellt.

    Nach Angaben der Projektinitiatoren ist „La Algodonera“ bereits der zweite Ort umgesiedelte Anwohner. In der Region Cajamarca wurden bereits Teile des Dorfes Huabal verlegt, das sich auf dem Gelände befand, das von dem Staudamm des Olmos-Tinajones-Projektes („El Limón“) überflutet worden war.

  • Nach Felssturz: Arbeiten am Olmos-Tunnel unter den Anden wird fortgesetzt

    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA
    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA

    Rund drei Monate nach den gefährlichen Felsstürzen auf der Baustelle des Olmos-Tunnels, bei denen 10 Bauarbeiter verletzt wurden, hat das verantwortliche Unternehmen Odebrecht Perú die Arbeit wieder aufgenommen. Zuvor musste der Tunnelbohrer überholt und repariert werden. Ursprünglich waren dafür sieben Monate veranschlagt worden.

    Auf der Baustelle wird nun wieder 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche in Schichten gearbeitet.

    Nach Angaben der Projektbetreiber fehlen noch ca. 3,9 Kilometer zur Fertigstellung des dann rund 20-Kilometer-Tunnels. Über den Tunnel soll Wasser aus dem aufgestauten Huancabamba-Fluss von der Ostseite der nordperuanischen Anden an die westlich gelegene Küsten geleitet werden, um dort bis zu 43.500 Hektar Wüste und Brache urbar zu machen.

  • Olmos-Megaprojekt: 10 Bauarbeiter nach Felssturz verletzt

    Zehn Mitarbeiter des nordperuanischen Olmos-Tinajones-Projektes, in dessen Rahmen ein Tunnel von der Andenost- zur Westseite gegraben wird, sind bei einem Felssturz an der Baustelle teilweise schwer verletzt worden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Ersten Berichten zufolge waren mehrere Felsbrocken im Inneren des Berges aus der Tunneldecke gebrochen und hatten dabei auch 14 Meter Metallstützen unter sich begraben. Unter den Verletzten ist auch der Sicherheitsinspektor des Projektes.

    Nach Angaben der Projektbetreiber fehlen noch ca. 3,9 Kilometer zur Fertigstellung des Tunnels. Über den Tunnel soll Wasser von der Ostseite der nordperuanischen Anden an die westlich gelegene Küsten geleitet werden, um dortige Wüstengegenden urbar zu machen.

  • Olmos-Staudamm: Bauern beklagen Wassermangel (Serie Wasser-Konflikte I)

    Peru hat ein Wasserproblem. Auf der Westseite der Anden gibt es zu wenig, auf der Ostseite etwas mehr Wasser. Das führt immer häufiger zu Konflikten, nicht zuletzt weil durch den Klimawandel erste Andengletscher am abschmelzen sind – der Hauptwasserspeicher für die peruanische Wüstenregionen an der Küste. Das Thema ist kein neues und zahlreiche Ideen wurden und werden entwickelt, um das Problem zu entschärfen. Der Wunsch, die Wüste als landwirtschaftliche Anbaufläche durch Bewässerung nutzbar zu machen und das unaufhaltsame Wachstum der Städte an der Küste – allen voran die Hauptstadt Lima und die benachbarte Hafenstadt Callao – machen den Bemühungen da immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Großangelegte Werbekampagnen zum Wassersparen, wie sie beispielsweise der limenische Wasserversorger SEDAPAL durchführt, zeigen nur mäßig Wirkung. Eine Verbesserung der Kanalanlagen, durch die der Versickerung des kostbaren Nasses entgegengewirkt werden soll, führen weiter, lösen das Problem aber auch nicht endgültig.

    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA
    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA

    So plante bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die damalige peruanische Regierung, die auch wieder die heutige ist, Wasser von der Ostseite der Anden, die dem Amazonasbecken zugewandt ist, durch einen Tunnel in die Wüste zu pumpen. Das Projekt wurde unter dem Titel „Proyecto Especial Olmos Tinajones“ (PEOT) bekannt und umfasst einen gigantischen Staudamm und einen noch gigantischeren Tunnel, der sich über 20 Kilometer durch die Anden bohrt. Schon 2010 soll durch diesen Tunnel Wasser in Richtung Pazifik fließen, das ansonsten in Richtung Atlantik geflossen wäre. 100.000 Hektar Wüste sollen dadurch landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden, erklärte Präsident García, als er sich am 5. Juni diesen Jahres auf der Baustelle fotografieren ließ. Der Staudamm „El Limón“ ist bereits fertig gestellt und der Stausee beginnt sich zu füllen.

    Doch schon bevor der Stausee vollständig gefüllt ist, tritt bereits ein Problem auf, das sich vermutlich in den kommenden Jahren noch verschlimmern wird. Bauern unterhalb des Staudammes berichten von einem extrem niedrigen Wasserstand des aufgestauten Huancabamba-Flusses. Es droht ein Konflikt zu entstehen, in dem sich die Kleinbauern unterhalb des Staudammes – besonders in der Region Cajamarca – als Verlierer und die Landwirte auf der gegenüberliegenden Andenseite als Gewinner gegenüber stehen. Sollte das Beispiel des Wassertransportes zur gegenüberliegenden Andenseite Schule machen und auch in anderen Regionen eingesetzt werden, sind die Folgen nicht abzusehen. Nicht nur in Peru tätige Nichtregierungsorganisationen warnen vor den Folgen, auch Umweltexperten sehen in Projekten dieser Art Probleme für den Wasserhaushalt des Amazonasbeckens – und damit für einen der weltweit größten CO2-Speicher.

    Die betroffenen Kleinbauern in Cajamarca haben inzwischen gemeinsam mit José Felipe Puican Chávez von der lokalen Wasserbehörde und anderen Wasserwirtschaftsexperten einen runden Tisch gegründet, um das Problem genauer zu analysieren und mögliche Lösungen zu suchen. Damit ist ein erster Schritt getan. Die Probleme selbst sind damit aber noch nicht gelößt, das Thema wird wohl noch des öfteren auf die Tagesordnung kommen. Im besten Fall friedlich.

    NACHTRAG:

    In der Provinz Espinar (Region Cusco) kam es nach Angaben der CNR dieser Tage zur Besetzung des Rathauses, nachdem das Gerücht umgegangen war, der örtliche Bürgermeister würde den Protest der Bürger gegen das als „Majes II“ bekannte Staudamm- und Bewässerungsprojekt nicht mehr unterstützen.