Schlagwort: Region Amazonas

  • Region Amazonas prüft Einführung von regionalem Indígena-Konsultationsverfahren

    Nachdem ein entsprechendes Gesetz an Perus Präsident García, sowie dem fehlenden Willen des Parlaments gescheitert war, prüft die Regierung der nordostperuanischen Region Amazonas nun die Einführung eines eigenen, regionalen Indígena-Konsultationsverfahrens. Damit soll auf regionaler Ebene nicht nur das von Peru ratifizierte Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umgesetzt, sondern auch möglichen neuen sozialen Konflikten vorgebeugt werden. Das Übereinkommen 169 der ILO sieht vor, dass Ureinwohner um ihre Stellungnahme zu Gesetzen gebeten werden müssen, deren Wirkung sie betreffen könnte („Konsultationsverfahren“). Ein entsprechender Konsultationsmechanismus könnte nun, wenn der Regionalrat zustimmt, per Regionalverordnung zumindest für die Region Amazonas in Kraft treten.

    Gleichzeitig rief auch der gewählte Kongressabgeordnete der Region Eduardo Nayap Kinin bei einem Besuch in Chachapoyas seine noch aktiven Vorgänger auf, sich im peruanischen Kongress weiter für die Durchsetzung eines landesweiten Konsultationsgesetzes einzusetzen. Der Aufruf erfolgte im Hinblick auf den zweiten Jahrestag des „Baguazo“, der blutigen Zusammenstöße zwischen Indígena, lokaler Bevölkerung und der Polizei im Umkreis der Stadt Bagua Grande am 5. Juni 2009. Damals hatten dort tausende Indígena zum Protest gegen ein gesetzgebendes Dekret zur Umwidmung von Land und zur Neuregelung der Forstwirtschaft, das sie betraf und über das sie nie Konsultiert worden waren, eine Straße und eine Erdölpumpstation besetzt. Als die Polizei gewaltsam versuchte, die Protestierenden zu zerstreuen, kam es auf beiden Seiten zu Gewalttaten, bei denen mehr als 30 Menschen getötet wurden.

  • Region Amazonas fordert Baguazo-Aufklärung und Aussetzen des Rum-Gedenktages

    In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die Regionalregierung Amazonas und die Provinzverwaltung Chachapoyas, die Verantwortlichen für den Tod von Polizei und Zivilisten am vergangenen 5. Juni zu ermitteln, sowie den „Tag des peruanischen Rums“ auf einen anderen Tag zu verlegen. In der Stellungnahme, die von allen Regionalräten gemeinsam mit allen Stadträten aus Chachapoyas unterschrieben wurde, werden deshalb die Zentralregierung, der Kongress, die Nationalpolizei, die Juikative, sowie die Staatsanwaltschaft dazu aufgerufen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Geschehnisse in den Provinzen Utcubamba und Condorcanqui aufzuarbeiten.

    Zudem wird der peruanische Kongress aufgefordert, die Festlegung des „Tages des peruanischen Rums“ auf den ersten Samstag jeden Monats Juni zurückzunehmen, da dieser heuer auf den 5. Juni fällt. Auch eine landesweite Schweigeminute um Punkt 10:00 Uhr Ortszeit (17:00 Uhr MEZ) wird gefordert.

    Am 5. Juni vergangenen Jahres kam es im Umkreis der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße in der Provinz Utcubamba zwischen der Marañón-Brücke und Bagua Grande zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Zivilisten – darunter zahlreichen Indígena, die die Straße im Protest gegen mehrere Legislativdekrete für mehrere Wochen besetzt hatten. 11 Polizisten und 10 Zivilisten kamen hier ums Leben. Bei einer anschließenden Racheaktion gegen Polizisten im Umfeld der Erdölpumpstation 6 (Estación Nº 6) wurden weitere 12 Polizisten getötet. Ein Polizist wird bis heute vermisst. Zahlreiche Meldungen über weitere Opfer wurden von der peruanischen Volksanwaltschaft Untersucht, konnten aber nicht bestätigt werden.

    Für den nun kommenden 4. und 5. Juni sind in Bagua zahlreiche Gedenkakte angesetzt, darunter eine Messe dort, wo alles seinen begann: Auf dem Straßenabschnitt rund um die Zahlstelle „Siempre Viva“ / Curva del Diablo der Fernando Belaúnde Terry-Straße nur wenige Kilometer vor Bagua Grande (Provinz Utcubamba).

    Hinweis zum Ort des Geschehens: Bagua, Bagua Grande, Utcubama, Baguazo, Region Amazonas

    Aufgrund sehr widersprüchlicher auf INFOAMAZONAS eingegangener Suchwörter hier ein paar Klarstellungen von Begriffen rund um die verschiedenen Baguas:

    • Bagua: Eine Provinz im Osten der Region Amazonas. Die Provinzhauptstadt ist Bagua, auch als Bagua Chica oder Bagua Capital bekannt. Die Provinz ging 1941 aus den Nachbarprovinzen Luya und Bongará hervor. 1984 wurde die Provinz Bagua in die Provinzen Bagua (Norden) und Utcubamba (Süden) aufgespalten. Im Nordwesten der Provinz leben Angehörige der Ethnien Awajún und Wampis.
    • Bagua Grande: Die bevölkerungsreichste und wohl kommerziell stärkste Stadt der Region Amazonas. Bagua Grande ist die Hauptstadt der Provinz Utcubamba.
    • Condorcanqui: Provinz im Norden der Region Amazonas. Neben Mestizen leben dort vorwiegend Angehörige der Ethnien Awajún und Wampis.
    • Utcubamba: Provinz, die 1984 aus dem Südteil der damaligen Provinz Bagua hervorging. Die Hauptstadt ist Bagua Grande. Sie wird von der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße durchzogen, auf der es im vergangenen Jahr zu den schweren Zusammenstößen kam.
    • Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße: Ehemals „Carretera Marginal de la Selva“, heute offiziell „Carretera Interoceanica del Norte“ (nördliche interozeanische Straße), verbindet die peruanische Küste über Olmos, Corral Quemado, Bagua Grande, Pedro Ruiz, Moyobamba und Tarapoto mit der Hafenstadt Yurimaguas, die über den Amazonas wiederum die Hauptverbindung nach Iquitos darstellt. Die Straße war in den Wochen vor dem 5. Juni vergangenen Jahres von Ureinwohnern besetzt gehalten worden.
    • Region Amazonas: Nicht zu verwechseln mit gleichnamigen Regionen in den Nachbarländern oder gar mit dem Amazonasgebiet als ganzem. Die Region Amazonas ist eine Verwaltungseinheit unterhalb der nationalen Ebene. Sie verfügt über einen Regionalpräsidenten, sowie 7 gewählte Regionalräte. Dazu kommen Regionaldirektionen der verschiedenen Ministerien auf nationaler Ebene
    • Baguazo: Begriff, der von peruanischen Medien für die Zusammenstöße am 5. Juni 2009 eingeführt wurde. Es handelt sich dabei um eine in Peru gebräuchliche Form zur Beschreibung von Krisen jeder Art. Dabei wird an einen Orts- oder Firmennamen die Endung „zo“ angehängt. Anderes Beispiel: Moqueguazo. Im peruanischen Boulevard wird die Endung häuig verwendet, um auf ein (vermeintlich) großes Objekt oder Geschehen hinzuweisen.

  • Condorcanqui / Amazonas: Erdbeben der Stärke 5,0 erschüttert Santa María de Nieva

    Fast ein Uhr Morgens (Ortszeit) war es, als heute ein Erdbeben der Stärke 5,0 auf der Richterskala die nordperuanische Provinz Condorcanqui (Region Amazonas) erschütterte. Nach Angaben des peruanischen Geophysischen Institutes (IGP) lag das Epizentrum 86 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Santa María de Nieva in einer Tiefe von 160 Kilometer.

    Über Schäden ist noch nichts bekannt.

    Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanischen Platte, weswegen es sehr häufig zu Erdbeben kommt.

  • Universität Chachapoyas eröffnet Institut zur Nachhaltigen Entwicklung des Bergurwaldes

    Instituto de Investigación para el Desarrollo Sustentable de Ceja de Selva (INDES-CES) Foto: UNAT-AMAZONAS
    Instituto de Investigación para el Desarrollo Sustentable de Ceja de Selva (INDES-CES) Foto: UNAT-AMAZONAS

    Die Toribio Rodríguez de Mendoza-Nationaluniversität Chachapoyas hat das neue Gebäude des Forschungsinstitutes  für die nachhaltige Entwicklung des Hochregenwaldes offiziell eröffnet (INDES-CES; Instituto de Investigación para el Desarrollo Sustentable de Ceja de Selva). Héctor Garay Montañez, Übergangsdirektor der Universität erklärte in seiner Eröffnungsansprache, das Institut solle in seinen eigenen Räumen nicht nur die Ausbildung in seinem Forschungsbereich an der Universität unterstützen, sondern auch ganz praktisch für die nachhaltige Entwicklung der Region Amazonas wirken. Ein erstes großes Projekt des INDES-CES wird die Einrichtung von 3 Versuchs- und Experimentierstationen. Dadurch sollen Forschungen in den Bereichen Umweltmanagement, biologische Vielfalt, Entwicklung nachhaltiger Landwirtschafts- und Wassernutzungstechniken, sowie sozialwissenschaftliche Studien mit interkulturellem Fokus über die Lebensumstände in den Hochregenwaldregionen der Region Amazonas ermöglicht werden.

    Der Hochregenwald (Ceja de Selva), wörtlich übersetzt „Augenbraue des Regenwaldes“ liegt auf der dem Amazonasbecken zugewandten Seite der Anden und schließt somit große Teile der Region Amazonas mit ein.

    Weitere Daten

  • Amazonas kämpft gegen Mehrwertsteuerbefreiung

    Einen eher ungewöhnlichen Kampf kämpfen derzeit die sieben Provinzen und die Regionalregierung der nordperuanischen Region Amazonas. Sowohl rund 60 Bürgermeister, als auch der Regionalpräsident fordern in einem offenen Brief den peruanischen Präsidenten Alan García auf, auf keinen Fall das Gesetz zu unterschreiben, das sie bis Ende 2015 von der Mehrwertsteuer befreien würde. Grund für den Wiederstand ist, dass die Bevölkerung die Mehrwertsteuerbefreiung gar nicht spürt und nur einige wenige Unternehmer davon profitieren, so der offene Brief. Das seien insgesamt 22 Unternehmen, bei denen es sich zu großen Teilen nur um Briefkastenunternehmen handle, die nur die Steuerbefreiung nutzen wollten, ohne jedoch der Region selbst Vorteile einzubringen.

    Auch in den umliegenden Regionen mehrt sich der Protest gegen die Gesetzesinitiative, die bereits vom peruanischen Kongress nach 7stündiger Debatte mit knapper Mehrheit verabschiedet worden war. So rief inzwischen auch der Präsident der Region San Martín, César Villanueva, dazu auf, den Vorschlag nicht Gesetz werden zu lassen. Das Geld fehle anschließend in den Kassen, um Straßen oder Projekte im Bereich Gesundheit, Hygiene oder Bildung besonders im ländlichen Raum zu finanzieren, so Villanueva.

    Der peruanische Kongress hatte am 1. Oktober entschieden, die Dekrete 977 und 978 außer Kraft zu setzen, in denen der schrittweise Ausstieg aus der Mehrwertsteuerbefreiung festgelegt worden war. In der Vergangenheit war es unter anderem zu Treibstoffschmuggel gekommen, da der Treibstoff in Amazonas ohne die 19% Mehrwertsteuer verkauft wurde.

  • Regionalregierung Amazonas will Maschinenpark erneuern

    Wie die Regionalregierung Amazonas (Peru) mitteilt, soll ihr Straßenbaumaschinenpark erneuert werden. Hierfür möchte Regionalpräsident Altamirano auf seiner USA-Reise bis zu 6,5 Millionen US-Dollar sammeln, besonders im Umfeld der „Fundación Peru brazos abiertos“, einer Organisation von Exilperuanern in den vereinigten Staaten. Das genaue Reisedatum wurde bisher noch nicht bekannt gegeben, die Reise wird aus Mitteln der Regionalregierung finanziert.

    Die derzeitig vorhandenen Maschinen zum Straßenbau sind zu einem großen Teil in schlechter Verfassung. Nach Angaben des Verkehrs- und Kommunikationsministeriums (MTC) sind derzeit rund 92% des Straßennetzes der Region Amazonas in mangelhaftem Zustand.

  • Amazonas wird 176

    Mit einer Festmesse, dem feierlichen Hissen der National- und Regionalflagge und einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen begeht das Departamento Amazonas heute ihr 176. Gründungsjubiläum. Gleichzeitig feiert die Regionalregierung Amazonas ihr 6jähriges bestehen als staatliche Institution. Die Region Amazonas war 2002 gegründet worden, um die Dezentralisierung voranzutreiben. Dabei stehen in naher Zukunft große Änderungen an: Derzeit ist die Region Amazonas dabei, gemeinsam mit der Nachbarregion San Martín eine „Macro-Testregion“ zu bilden.

    HYMNE DER REGION AMAZONAS:
    Kehrvers
    Amazonenses unidos cantemos
    con la fuerza del gran Marañón,
    un homenaje de paz ensalcemos
    a la grandeza de nuestra región.
    I

    Logo Regionalregierung Amazonas - Gobierno Regional Amazonas
    Logo Regionalregierung Amazonas – Gobierno Regional Amazonas

    Amazonas, paraíso y destino,
    tradición y riqueza natural,
    digna fuente del agro y turismo,
    patrimonio y selva sin igual.
    Luya, Rodríguez de Mendoza,
    Utcubamba, Bagua, Bongará,
    Condorcanqui y Chachapoyas,
    una mañana feliz florecerán.
    II
    Dominaron tu inhóspita yunga
    inmigrantes de sueño ideal,
    valientes huambisas y aguarunas
    son hermanos del llano tropical.
    Cordillera, lagunas, cataratas,
    ríos y valles con su devenir,
    con Kuélap milenaria y dorada
    territorio de noble porvenir.
    III
    Evoquemos a quienes un día
    nos legaron heroica lección:
    Sachapuyos, valor y osadía,
    Higos Urco, patriótica acción.
    Valerosos e ilustres hombres
    precursores que el Perú heredó,
    victoriosas gestas de renombre
    que Dios en El Cenepa selló.
    Text: EDY ESTRADA RIVERA
    Melodie: PEDRO VIDALÓN MERCADO