httpv://www.youtube.com/watch?v=SnXzevlyi6k
Der peruanische Bolero-Sänger Luis Barrios Rojas ist Tot. Nach Angaben des 2 de mayo-Krankenhauses in der peruanischen Hauptstadt Lima verstarb Barrios Rojas heute Morgen um halb 8 Uhr an einer Lungenembolie. Er hinterlässt eine Frau, sowie zwei Kinder.
„Lucho“ Barrios war am 22. April 1935 in der peruanischen Hafenstadt Callao geboren und hatte mit seinen Liedern im Bolero-Stil auch international Erfolg und war neben Peru vor allem in Ecuador und Chile bekannt und beliebt. Mehr als 50 Jahre begeisterte er sein Publikum, mal als Solist, mal als Mitglied des Trios „Los Incas“.
Schon in den kommenden Stunden soll Lucho Barrios auf Anordnung des peruanischen Präsidenten Alan García im peruanischen Nationalmuseum aufgebahrt werden.
Onda Latina. Plakat für ein Cumbiakonzert in San Juan de Ocumal (Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser
Einen peruanischen Industriezweig hat die Wirtschaftskrise nur leicht getroffen. Der Volksmusiksektor, der seit dem tragischen Tod der gesamten Cumbiagruppe „Nectar“ einen extremen Aufstieg erfahren hat, brummt noch immer. Cumbia und Huayno, dereinst von der limenischen Jugend verachtet, die sich lieber dem Salsa widmete, ist ganz oben angekommen. Die Volksmusikkapelle „Grupo 5“ ist auf allen Fernsehkanälen zu jeder Zeit präsent. Der Mord an der Folkloresängerin Alicia Delgado, der eine amouröse Beziehung zu ihrer Berufskollegin Abencia Meza nachgesagt wurde, hat auch eine neue Version des Anden-Rythmus Huayno wieder ganz oben in die (Raubkopie-)Charts katapultiert.
Alles in Allem: Abgesehen von einer unnatürlichen Häufung unnatürlicher Todesursachen kann die Branche nicht klagen. Das berichtet dieser Tage auch die Vereinigung peruanischer Autoren und Komponisten APDAYC, die in etwa der deutschen GEMA entspricht. Mindestens 10 Millionen Nuevos Soles, umgerechnet mindestens 2,5 Millionen Euro, setzt die Folkloremusikindustrie Monat für Monat um. Dabei sind nur die Gruppen und Künstler eingerechnet, die Mitglied bei APDAYC sind. Die zahlreichen kleineren Gruppierungen, die Tag für Tag Dörfer und Kleinstädte des peruanischen Andenhochlandes mit ihrer Musik beglücken sind noch nicht dabei. Ein einzelner Sänger kann bei großen Auftritten – z.B. in Lima – mit einem Umsatz von bis zu 10.000 Nuevos Soles rechnen. Bei Cumbiagruppierungen sind es bis zu 30.000 Nuevos Soles. Allerdings gibt es auch Gruppen wie Hermanos Yaipén, Agua Marina und Grupo 5, die unter 30.000 Nuevos Soles die Bühne nicht betreten.
Gewachsen ist auch die Präsenz im Radio. So hat der Cumbia inzwischen andere ehemals populäre Musikstile wie Salsa, Merengue oder Reggueton weitgehend verdrängt. Wegen der Wirtschaftskrise ging zwar auch der Gesamtumsatz der Cumbiagruppen leicht zurück, die oben genannten drei Gruppierungen konnten ihr Ergebnis aber noch steigern.
Tourbus der Cumbiagruppe Corazon Serrano. Foto: D. Raiser
Dabei kommt der Umsatz in erster Linie nicht durch CD- oder Eintrittskartenverkäufe zu Stande. Selbst in der peruanischen Hauptstadt Lima ist es nicht einfach, an Original-CDs von Cumbia- oder Huaynokünstler zu kommen. Der Schwarzhandel dagegen blüht – und bestimmt in Wirklichkeit, welche Musik gehört wird. Das Geld wird mit flüssigem verdient. Auf einem Konzert mit 4.000 Personen werden „mindestens 2.000 [volle] Bierkästen“ verkauft, so APDAYC-Präsident Armando Massé.
Von den Einnahmen müssen natürlich noch die Ausgaben für Sicherheitsdienste, Werbung, Catering und der obligatorische Kauf von Sendezeiten im Radio abgezogen werden, dennoch bleibt am Ende etwas übrig. Das liegt auch daran, dass beispielsweise an Sylvester die Preise vier Mal höher liegen als im übrigen Jahr. Dennoch strömen tausende Begeisterte Gruppen- oder Päärchenweise in völlig überfüllte Cumbiaarenen, um zu tanzen und -vor allem- um zu trinken.
Da kommen beeindruckende Zahlen zusammen: 120 Millionen Nuevos Soles Einnahmen im Jahr 2009. 2010 wird man das wohl übertreffen.
Der als „Patito de Amazonas“ bekannte Folkloresänger und -komponist Oscar López López ist tot. Wie Radio Activa aus Chachapoyas in der Nachrichtensendung „Red Informativa Regional“ berichtet, verstarb er im Teilort Miraflores des Distriktes Huambo (Prov. Rodriguez de Mendoza). Die Todesursache ist noch unklar.
Die Texte der Lieder von Oscar López López hatten meist einen Bezug zur Region Amazonas, deren Schönheit er immer wieder besang. Besonders in den jüngeren Produktionen thematisierte er auch aktuelle Probleme der peruanischen Gesellschaft. Sein letztes Werk war ein Lied über die schweren Zusammenstöße zwischen Indígena und der Polizei Anfang Juni diesen Jahres bei Bagua.
Schon von Kind auf hatte Oscar López López die Melodien und Rythmen des traditionellen Huayno, des Bolero, der Polka und der Cumbia San Juanera verinnerlicht und hauchte ihnen mit seinen Liedern immer wieder neues Leben ein. Seine künstlerische Laufbahn führte ihn unter anderem auch nach Spanien und in die USA.
Dort, wo die Anden dem Himmel am nächsten sind, wo die nächste Straße viele Kilometer entfernt ist und nur mit dem Maulesel oder zu Fuß über schmale Pfade durch das dichte Gras der Hochebenen erreicht werden kann, dort wo es nur sporadisch Internet und Telefon gibt, aber garantiert jeder junge Mann ein Sony-Radio mit Mittelwelleempfang hat, da sind sie zu Hause: „Los Reales de Cajamarca“.
Los Reales de Cajamarca. Foto: Los Reales de Cajamarca.
Das Duo aus der Sängerin Rosa Aguirre und dem Geiger Guillermo Arias stammt ursprünglich aus Paucamarca (Cajamarca), begann die professionelle musikalische Laufbahn 1973 aber in Trujillo. Zu Beginn gefördert von Folkloresänger „Indio Mayta“ hatten „los reales de Cajamarca“ diese Unterstützung schon bald nicht mehr nötig. Schon bald wurden die ersten Schallplatten, später auch Kassetten aufgenommen. Heute werden nicht nur CDs der „Reales“ vertrieben, sondern auch mp3s und DVDs. Ihre Videos werden von zahlreichen peruanischen Fernsehkanälen im Morgenprogramm gespielt und besonders der ländliche Raum ist kaum vorstellbar, ohne dass man irgendwo ein Lied des Duos hört – sei es von ihnen selbst oder einer der unzähligen Nachahmer. Denn mit ihrer besonderen Form des Huayno haben Rosa Aguirre und Guillermo Arias Maßstäbe gesetzt, an denen auch heutige Huayno-Musiker gemessen werden.
Die „offizielle“ Homepage des Duos findet sich unter:
Dina Paucar, die Folkloresängerin, die peruweit durch Hits wie „Madre“ oder „Mil Años“ bekannt wurde, feiert 16jähriges Bühnenjubiläum. Das ist an sich nichts besonderes, handelt es sich dabei nicht einmal um ein besonders rundes Datum. Aber sie bekommt zu diesem Jubiläum ein Geschenk, das die meisten Stars erst nach ihrem Tod erhalten. Ihr zu Ehren drehte der Sender „Frecuencia Latina“ eine Art Soap, in der ihr Leben dargestellt wird, ihr Werdegang als Künstlerin. Dina Paucar, eigentlich Dina Magna, wurde in Leoncio Prado, einer Provinz der Region Huánuco geboren. Ihre Ältern waren nicht wohlhabend und hatten sehr viele Kinder. Mit 10 Jahren riss sie von zu Hause aus und schlug sich bis nach Lima durch, der peruanischen Hauptstadt. Dort lebte Dina Magna einige Jahre und hielt sich zuerst als Straßenhändlerin, dann als Hausmädchen über Wasser. 1992 schaffte sie schließlich den Durchbruch als Sängerin, vor allem weil der Hayno, ihr bevorzugter Musikstil, besonders in ländlichen Gegenden Perus eine Vielzahl von Anhängern hat. Und so ist sie, immer von einer Harfe begleitet, bis heute eine der erfolgreichsten Musikerinnnen Perus.
Seit Anfang des Jahres ist Dina Paucar auch als UNICEF-Botschafterin tätig.
Seit gestern ist die Internetseite von Radio Chachapoyas, dem Radio der Stadtverwaltung Chachapoyas, für die Öffentlichkeit zugänglich. Zugänglich ist sie über radio.chachapoyas.net.pe. Besonders sehens- bzw. hörenswert ist der Bereich „Joyas de la música Chachapoyana“ (dt. Schmuckstücke chachapoyanischer Musik), wo man traditionelle Kompositionen und Musikstücke anhören und sich über ihre Geschichte informieren kann.
Die restlichen Texte sind sehr PR-lastig, viele Artikel sind noch nicht oder nur halb zugänglich, was nach Worten des Verantwortlichen Will Sanchez bald anders werden soll. Mit einer regelmäßigen Aktualisierung ist dagegen nicht zu rechnen.
Sie war DIE Abräumerin des chilenischen Musikfestivals „Viña del Mar“: Die peruanische Sängerin Damaris. Mit ihrer hochkarätigen Mischung moderner und traditioneller peruanischer Musik, sowie der spannenden Variation der Sprachen Spanisch und Quechua hat sie nicht nur das peruanische Publikum begeistert, sondern auch das internationale Publikum in Viña del Mar. Das Lied, mit dem sie antrat, war „Tusuy Kusun“. Tusuy Kusun, zu Deutsch „Gehen wir tanzen“, steht in der sehr langen Tradition der Karnevalsmusik von Ayacucho, der unter anderem mit dem Cajón Elemente der kreolischen Kultur der peruanischen Küste hinzugefügt wurde. Gleichzeitig wird der Text, der sowohl auf Spanisch als auch auf Quechua, einer andinden Ursprache, gsungen wird, beinahe zu einem Fundus für Quechua für Feste und Discobesuche. Er handelt von einer Frau, die mit ihrem Holden bis zum Sonnenaufgang, also bis zur Ankunft des Sonnengottes der Inka, tanzt.
Inzwischen wurde Tusuy Kusun sogar zur offiziellen Hymne des Gipfels des Asien-Pazifikanrainergipfels in diesem Jahr in Peru erhoben.
Kleine Übersetzungshilfe:
Yanay hamuy, tusuykusun – Meine große Liebe, gehen wir tanzen
tusuykusun – gehen wir tanzen
kusikuy, sunqu – freue Dich, Herz tayta Intipaq – Vater Sonne chakaymanta – Brücke
Der Komponist und Musiker Gilberto Herrera, der mit seiner Musikgruppe „Hermanos Herrera“ bekannt wurde, ist kürzlich verstorben. Berühmt wurde er unter anderem durch seine berühmte Version des Walzers „Amazonas“ und verschiedener Heimatlieder im Takt der Polka, die bis heute ihren festen Platz im Kulturgeschehen der Region Amazonas, insbesondere aber ihrer Hauptstadt Chachapoyas, haben.