Minensucher bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Im Cenepa-Krieg 1995 vergraben, bis heute eine Gefahr: Peru und Ecuador sind seit Jahren damit beschäftigt, Minen im gemeinsamen Grenzgebiet, der Cordillera del Cóndor, unschädlich zu machen. Inzwischen gibt es offenbar Fortschritte zu vermelden, die die Hoffnung nähren, noch in diesem Jahr die Räumarbeiten abzuschließen. Ecuadors Verteidigungsministerin María Espinoza Garcés erklärte gestern, man befinde sich im Zeitplan und hoffe, diesen trotz der schwierigen Klimaverhältnisse und Zugänglichkeit einhalten zu können.
Seit 1998 herrscht Frieden zwischen Peru und Ecuador, mit der Minenräumung wurde aber erst wesentlich später begonnen.
Sind die Minen an der Grenze zu Ecuador geräumt, verbleibt lediglich ein Minen-Problem an der Grenze zum südlichen Nachbarn Chile.
Die südamerikanischen Staaten Peru und Chile haben sich gestern darauf verständigt, die Antipersonenminen an der gemeinsamen Grenze zu räumen. Wie Perus Außenminister Rafael Roncagliolo erklärte, arbeiten Vertreter beider Länder derzeit an einer gemeinsamen Ausschreibung für die Minenräumung. Nach der Minenräumung soll dann auch die entsprechende Kennzeichnung auf beiden Seiten der peruanisch-chilenischen Grenze abmontiert werden.
Gespräche über das Minenproblem gab es bereits seit längerer Zeit, besonders drängend wurde es allerdings, als am vergangenen 20. Februar ein Erdrutsch und Überschwemmungen in der Grenzregion zahlreiche Antipersonen- und Antipanzerminen freilegte und wegspülte. Grenzschützer und -soldaten berichteten von Explosionen am Ufer der quebrada de Escritos, sowie von über 100 Minen, die im Wasser trieben. Die chilenischen Behörden schlossen wegen der Explosionsgefahr vorrübergehend mehrere Grenzübergänge, darunter den an der Straße zwischen Tacna auf der peruanischen und Arica auf der chilenischen Seite. Auch die Zugverbindung zwischen Peru und seinem südlichen Nachbarn musste vorrübergehend eingestellt werden. Selbst vor der chilenischen Küste wurde eine zwei-Meilen-Sicherheitszone eingerichtet, um Fischerboote vor eventuellen Kollisionen mit den Sprengkörpern zu bewahren.
Minensucher an der Grenze zu Ecuador. Grafik: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Gelegt wurden die Minen um 1975, es handelt sich nach unbestätigten Medienberichten um 12.000Antipersonen- und 10.900 Antipanzerminen während der Pinochet-Diktatur. Sie verteilen sich auf eine Fläche von rund 20 km². Geplant ist, mit der Räumung dieser Minen ein international tätiges Unternehmen zu beauftragen. Damit sollen Spannungen durch den Einsatz von Soldaten im Grenzgebiet vermieden werden. Zu diplomatischen Spannungen kommt es häufig zwischen Peru und Chile, weswegen es für die Minenräumer wohl kein einfacher Job werden wird. So wird derzeit beispielsweise vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag derzeit ein Konflikt über den Verlauf der peruanisch-chilenischen Grenze im Meer ausgetragen.
Ecuador und Peru wollen ihre gemeinsame Grenze von Minen säubern. Das erklärten der ecuatorianische Präsident Rafael Correa und sein peruanischer Kollege Alan García am heutigen Nachmittag bei einem Treffen in der ekuatorianischen Grenzstadt Machala gegenüber der Nachrichtenagentur ANDINA. Mit dem Treffen wurde des 10jährigen Jubiläums des Friedensvertrages zwischen Peru und Ecuador gedacht. Neben den beiden Präsidenten waren auch die meisten Minister beider Staaten anwesend, um gemeinsam die Entwicklung des nordperuanischen und südecuatorianischen Grenzgebietes zu debattieren.
1995 hatte ein unerklärter Krieg um den nicht genau definierten Grenzverlauf am Oberlauf des Flusses „Cenepa“ das Verhältnis zwischen Peru und Ecuador auf die Probe gestellt. Erst der Friedensvertrag von 1998 hatte zu einer endgültigen Lösung geführt. Seit jener Zeit liegen noch immer tausende Anti-Personenminen im Grenzgebiet und stellen eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Diese sollen nun mit der neuen Initiative geräumt werden. Beide Länder versprachen, in einem ersten Schritt gemeinsam rund 4Mio US$ bereit zu stellen.
Außerdem standen eine engere Kooperation des peruanischen und ecuatorianischen Zolls, sowie die Verbesserung und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Grenzgebiet auf beiden Seiten auf der Tagesordnung. Im nächsten Jahr soll das Treffen zwischen den Staatschefs und Regierungen beider Länder wiederholt werden.