Schlagwort: Kaffee

  • Endlich: Perus Regierung redet wieder mit Cajamarcas Regionalpräsident Santos

    Seit dem Ausbruch des Konflikts um das umstrittene Bergbauprojekt „Conga“ in der nordperuanischen Andenregion Cajamarca war Funkstille, gestern gab es ein erstes Zeichen der Annäherung: Regionalpräsident Gregorio Santos Guerrero traf in der Hauptstadt Lima mit Premierminister Juan Jiménez Mayor zu Gesprächen zusammen.

    Gregorio Santos Guerrero, Regionalpräsident von Cajamarca. Foto: RRPP GR-Caj.
    Gregorio Santos Guerrero, Regionalpräsident von Cajamarca. Foto: RRPP GR-Caj.

    Wie beide nach dem Treffen erklärten, wurde das Thema „Conga“ dabei ausgeklammert, vielmehr sei es um Probleme wie die steigende Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Probleme der Region Cajamarca gegangen. Beide waren sich auch einig darin, dass diese Probleme angegangen werden müssen. Uneinigkeit herrschte dagegen in der Frage, worauf die schwächelnde Wirtschaft zurück zu führen ist. Während die von Jiménez Mayor verwendete Präsentation einen Zusammenhang mit zurückgehenden Investitionen und Einnahmen aus dem Bergbausektor herstellt, sieht Santos Guerrero die Ursache vielmehr in der „Krise der Weltwirtschaft“.

    Santos fordert Geld für Stromnetze, Straßen und Bewässerung

    Juan Jiménez Mayor, Perus Premierminister. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.
    Premierminister Juan Jiménez. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.

    Der Regionalpräsident forderte dann auch 280 Millionen Nuevos Soles von der Zentralregierung für den Ausbau von Stromnetzen im Ländlichen Raum, Straßen, sowie moderne Bewässerungssysteme. Im vergangenen Jahr sank die Agrarproduktion in Cajamarca, in der Santos Guerrero die Zukunft seiner Region sieht,  um 1,4%, während Peru-weit ein Anstieg um 2,4% verzeichnet wurde. Von dem Rückgang betroffen waren insbesondere Yuca (Manioka), Kaffee, Mais, Avokado, Papaya und die Passionsfrucht (Granadilla) – ein Problem für Cajamarca, der peruanischen Region mit den meisten Landwirtschaftsbetrieben.

    Die Problematik des derzeit auf Eis liegenden „Conga“-Bergbauprojektes ist damit nicht gelöst worden. Aber es wurde ein erster Schritt gemacht, nicht nur über-, sondern auch miteinander zu reden. Ein Schritt, der insbesondere der Region Cajamarca zu Gute kommt, die unter dem nicht zuletzt durch fehlende Kommunikation ausgebrochenen Konflikt über Bergbau-Themen offenbar wirtschaftlich sehr leidet.

  • Peru: Exporteure von Bio-Lebensmitteln erwarten starken Umsatzanstieg

    Lager der Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.
    Lager der Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.

    Eine Steigerungsrate um 20% erwarten die peruanischen Exporteure von biologisch produzierten Lebensmitteln für das Jahr 2011. Nach Schätzungen der Agrarsparte der Exporteursvereinigung ADEX werden die Umsätze der rund 50.000 in diesem Bereich tätigen Landwirte dieses Jahr ca. 250 Millionen US-$ betragen. Beatriz Tubino, Agrarexpertin von ADEX, führt die Steigerung auf eine weltweit weiter zunehmende Nachfrage nach gesunden und Umweltschonend produzierten Lebensmitteln zurück. Peru bediene damit eine wichtige Marktlücke.

    Wichtigster Bio-Exportartikel bleibt dabei weiterhin der Kaffee, der im vergangenen Jahr mit 108 Millionen US-$ im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte des Bio-Exports ausmachte. Damit konnte Peru seine Stellung als größter Bio-Kaffee-Exporteur weiter festigen. Gleichzeitig wurden Bananen im Wert von 57 Millionen US-$, sowie Kakao mit einem Wert von 27 Millionen US-$ exportiert, wobei das Land damit jeweils unter den weltweit fünf größten Exporteuren in diesen Sparten liegt. An vierter Stelle standen diverse andine Getreidesorten, insbesondere Quinua (4 Millionen US-$).

    Hauptabnehmer der peruanischen Bio-Produktion bleiben Länder der Europäischen Union, in denen 2010 rund 64% der peruanischen Exporte gekauft wurden. Das peruanische Landwirtschaftsministerium plant, diese Stellung weiter aszubauen.

    Kaffeeexporte insgesamt im Aufschwung
    Kaffee, frisch gepflückt, in San Miguel de Poro Poro. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.Nach Ansicht des peruanischen Dachverbandes der Kaffeeproduzenten könnten Peru in diesem Jahr Kaffee im Wert von mehr als einer Milliarde US-$ exportieren. Im vergangenen Jahr wurde Kaffee im Wert von insgesamt rund 880 Millionen US-$ exportiert, für Peru das bislang beste Ergebnis in der Geschichte. Das Landwirtschftsministerium erwartet sogar noch ein stärkeres Wachstum und rechnet mit 1,2 Milliarden US-$. Der größte Abnehmer peruanischen Kaffees bleibt weiterhin Deutschland (35%), dahinter die USA (21%), sowie Belgien (11%). Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wird 95% des produzierten Kaffees exportiert, nur 5% werden in Peru selbst konsumiert.

    Die größten peruanischen Kaffeeexport-Reginen sind Junín (24%), Cajamarca (21%), San Martín (20%), Cusco (14%) und Amazonas (12%).

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Peru bleibt Fair-Trade-Kaffee-Weltmeister

    Lager der Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.
    Lager der Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.

    Mit exportiertem Fair-Trade-Kaffee im Wert von umgerechnet 73 Millionen US-$ ist Peru zum 6. Mal Fair Trade-Kaffee-Weltmeister. Das gab der peruanische Kaffeeproduzenten-Dachverband JNC bekannt. Das entspricht rund 460.000 Zentnern. Damit bleibt das Produkt vor Bananen, Mango, Kakao, Tee und Zimt weiterhin das peruanische Fair-Trade-Exportprodukt Nr. 1. Nach JNC-Angaben stammen 95% des nach den Maßstäben der FLO (Fairtrade Labelling Organisation) produzierten Kaffees von Kooperativen kleiner Kaffeeproduzenten.

    Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.
    Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.

    Um als Fair-Trade-Produkt anerkannt zu werden, müssen bestimmte Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. So müssen beispielsweise für Produkte, die über das Fair-Trade-Unternehmen GEPA vertrieben werden, eine Reihe von Vorschriften wie die „Zahlung fairer Preise, die die Produktionskosten decken und darüber hinaus Spielraum für Entwicklungsaufgaben lassen, Langfristige und verlässliche Handelsbeziehungen, Förderung von ökologischem Anbau, Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik“ oder der „Ausschluss ausbeuterischer Kinderarbeit“ eingehalten werden.

    In Peru gibt es derzeit, wie der JNC berichtet, 39 Organisationen, die diesen Standards entsprechen. Darin sind 32.000 kleine Kaffeeproduzenten organisiert.

    Allein nach Deutschland wurden im Vergangenen Jahr 1,343,638 Kilo peruanischer Kaffee exportiert.

  • Utcubamba / Amazonas: Kaffeehändler bei Überfall getötet

    Abschnitt der Straße Corral Quemado - Ocallí. Foto/Montage: D. Raiser / infoamazonas.de, Karte: MTC
    Abschnitt der Straße Corral Quemado – Ocallí. Foto/Montage: D. Raiser / infoamazonas.de, Karte: MTC

    Gefährlich werden Utcubambas Straßen zur Zeit der Kaffeeernte. Wie schon in vergangenenen Jahren, kam es auch dieses Jahr wieder zu zahlreichen Raubüberfällen auf Kaffeebauern und -händler, die ihre Fracht aus den fruchtbaren Hochtälern im Südwesten der Region Amazonas über die Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße an die peruanische Küste transportieren wollen. Wie die Tageszeitung „Ahora“ berichtet, wurde eine Kaffee-Handelsreise einem 56jährigen Geschäftsmann zum Verhängnis, der sich mit seinem Sohn auf den Weg gemacht hatte, um im Distrikt Cajaruro (Provinz Utcubamba) mit Kaffee zu handeln. Im Gepäck hatte er nach Angaben der Polizei rund 12.000 Nuevos Soles (ca. 3.000 Euro) in Bar.

    Zwischen den Ortschaften Alto Amazonas und La Unión (Distrikt Cajaruro) lauerten ihnen mehrere masskierte Täter auf, die sofort das Feuer eröffneten. Zwei Kugeln trafen den Kaffeehändler in die Brust, eine in den Darm, er verstarb noch an der Unfallstelle. Sein Sohn überlebte das Attentat.

    Die örtliche Bürgerwehr (ronda campesina), sowie die Polizei sind auf der Suche der Kriminellen.

  • Kaffeeexport steigt um 55%, Spargelausfuhr um 12%

    Kaffe im Wert von 589 Millionen US$ exportierten peruanische Kaffeproduzenten im Zeitraum von Januar bis November 2008. Das sind 55% mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium mitteilt. Damiit macht Kaffee rund 24% des Gesamtexportvolumens im Agrarbereich aus. Größter Abnehmer peruanischen Kaffees ist Deutschland, gefolgt von den USA, Belgien und Schweden.
    Auch das Exportprodukt auf dem zweiten Platz hat sich ordentlich gesteigert: Der Export von peruanischem Spargel stieg um 12% im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum. Spargel macht – frisch, gefroren oder in Dosen – rund 16% der peruanischen Agrarexporte aus. Insgesamt wurde so Spargel im Wert von 362 Millionen US$ exportiert. Größter Abnehmer ist Spanien.
    Wegen der schwierigen Weltwirtschaftslage rechnet das Landwirtschaftsministerium für das kommende Jahr mit einem leichten Rückgang bem Export landwirtschaftlicher Produkte.