Schlagwort: Digemin

  • Lima: „Behördenbeschleuniger“ vor der Migrationsbehörde geraten an den Falschen

    Wer einmal in einer peruanischen Behörde in der Hauptstadt Lima bei einer Behörde einen Antrag musste, der kennt sie, die als „Tramitadores“ bekannten Personen mit Anzug, Krawatte und Aktentasche, die vor dem Eingang aller wichtigen Behörden stehen und versprechen, jeglichen Antrag in kürzester Zeit bearbeitet zu bekommen. Neben der Personenstandsregisterbehörde RENIEC ist auch vor der Migrationsbehörde DIGEMIN die Straße regelmäßig von solchen „Behördenbeschleunigern“ überfüllt. Vor einigen Tagen gerieten einige dieser Spezialisten, die für die Beschleunigung von Anträgen häufig ihnen bekannte Behördenmitarbeiter bestechen oder auch Dokumente fälschen, aber an den Falschen. Sie boten einem Mann, der frühmorgens vor der Tür der Migrationsbehörde stand, an, für ihn die Erstellung seines neuen Reisepasses gegen Geld zu „beschleunigen“. Das hatte der Mann allerdings nicht nötig. Es war Édgard Reymundo, der neue Chef der Migrationsbehörde.

    Dieser kündigte darauf hin an, auch gegen die „interne Mafia“ vorzugehen. Das hatten auch seine Vorgänger getan, einige Mitarbeiter – vom Wachmann bis zum Sachbearbeiter – fanden aber dennoch immer aufs neue Wege, sich durch die „Beschleunigung“ von Anträgen und die Zusammenarbeit mit den „Tramitadores“ ein Zusatzeinkommen zu erschließen. Gleichzeitig forderte Behördenchef Reymundo den Bürgermeister von Breña auf, stärker gegen die Behördenbeschleuniger vor dem DIGEMIN-Gebäude vorzugehen.

  • Peru: Personenstandsregister RENIEC soll in Zukunft Reisepässe ausstellen

    Im Rahmen des Bürokratieabbaus soll nach Plänen des Innenministeriums nicht mehr die Migrationsbehörde DIGEMIN, sondern das Personenstandsregister RENIEC für die Ausstellung peruanischer Reisepässe zuständig sein. Das gab gestern Innenminister Miguel Hidalgo bekannt. RENIEC, das auch für die Ausstellung von Personalausweisen zuständig ist, verfügt bereits über alle wichtigen Daten, die der Migrationsbehörde bislang bei jedem Antrag auf Passerneuerung extra bereitgestellt werden müssen.

    Für Peruanerinnen und Peruaner brächte das Vor- und Nachteile mit sich, denn beispielsweise war es bislang möglich, in der DIGEMIN-Zentrale in Lima innerhalb weniger Stunden nach dem Antrag einen Reisepass zu bekommen. RENIEC dagegen hat zwar insgesamt keinen schlechten Ruf, ist aber vor allem im Zusammenhang mit der Ausstellung von Personalausweisen (DNI) für seine Langsamkeit bekannt, insbesondere außerhalb der Hauptstadt Lima. Dafür wird der Zugang zu einem nun Reisepass erleichtert, da RENIEC peruweit über 250 Büros verfügt – DIGEMIN dagegen nur über 25.

    Der peruanische Kongress muss dem Vorschlag noch zustimmen.

  • Umweltaktivist und Missionar Paul McAuley ausgewiesen

    Die peruanische Migrationsbehörde Digemin hat dem englischen Umweltaktivist und Missionar Paul Michael Thomas McAuley eine Frist von sieben Tagen gestellt, um das Land zu verlassen. Das berichtet der Radiosenderverbund CNR. McAuley, der zum Orden der Schulbrüder („La Salle“) gehört, wird vorgeworfen, an Konferenzen und Protesten teilgenommen zu haben, in deren Verlauf es zur „Störung die Öffentliche Ordnung“ gekommen sei. Zudem arbeite er für die Umweltorganisation „Red Ambiental de Loreto“, die sich mit Geldern der Entwicklungszusammenarbeit finanziere, dies sei nicht vom Ausländerrecht gedeckt, so Digemin.

    McAuley erklärte inzwischen, er habe zwar Rechtsmittel eingelegt, werde der Entscheidung aber nachkommen. Er habe über Jahre für die Durchsetzung von Gesetzen gekämpft, deshalb könne er jetzt nicht selbst davor flüchten. Zuvor hatten ihm Awajún-Indígenas angeboten, sich auf ihrem Gebiet zu verstecken.

    Für heute Morgen (Ortszeit) haben Unterstützer des Misionars und Umweltaktivisten einen Protestzug im Zentrum von Iquitos (Loreto) angekündigt.

  • Steuervorteile für rückkehrwillige Peruaner im Ausland

    Die Steuervorteile für Peruaner, die aus dem Ausland in ihr Heimatland zurückkehren wollen, werden bis 2013 verlängert. Das beschloss der peruanische Kongress. Nach Angaben der peruanischen Steuerbehörde SUNAT haben seit 2005 bereits 400 Personen das Angebot angenommen, die meisten davon seit Beginn der Krise auf den Finanzmärkten. Das Gesetz 28182 erlaubt rückkehrwilligen Peruanern beispielsweise, ohne Abgaben persönlichen Besitz von einem Wert von bis zu 30.000 US-$ einzuführen. Auch ein Fahrzeug im selben Wert, sowie Werkzeuge, Maschinen und Kapital für ein eigenes Unternehmen bis zu einem Wert von 100.000 US-$ können unter diesen Bedingungen eingeführt werden.

    Rückkehrer

    Die meisten Rückkehrer kamen bisher aus Japan. Dahinter liegen mit den USA und Spanien die Länder mit der höchsten Zahl peruanischer Migranten.

    Vorraussetzungen

    Vorraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist, im Moment der Antragstellung mindestens fünf Jahre im Ausland gelebt zu haben und die Steuerbehörde SUNAT schriftlich über den Rückkehrwillen in Kenntniss zu setzen. Dazu kommt eine Kopie des Personalausweises (DNI), eine Bescheinigung über den Migrationsvorgang, das von DIGEMIN ausgestellt wird, sowie eine Kopie des Abschlusszeugnisses. Daneben verpflichtet sich der Rückkehrwillige, mindestens fünf Jahre im Land zu bleiben.

    Weitere Informationen
    Informationsangebot des peruanischen Außenministeriums

  • Migrationsbehörde DIGEMIN legt Teil ihres Korruptionssumpfes trocken

    Einen kleinen, aber wichtigen Schritt gegen Korruption hat die peruanische Migrations- und Einwanderungsbehörde DIGEMIN unternommen. Ab sofort werden die angenommenen oder abgelehnten Anträge auf eine Aufenthaltserlaubnis im Internet veröffentlicht. Bisher wurden die Antragsteller meist per E-Mail von Mitarbeitern der DIGEMIN persönlich benachrichtigt. Wie der CHACHABLOG überprüfen konnte, standen in einigen dieser E-Mails neben dem Antragsergebnis auch die private Handynummer eines Sachbearbeiters, ohne dass dies notwendig gewesen wäre. Das war auch der Direktion des DIGEMIN nicht entgangen, wie nun die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet. Die Veröffentlichung der Ergebnisse im Internet soll deshalb den Versand der E-Mails überflüssig machen. In der Vergangenheit hatten „böse Elemente“ mit Antragstellern gegen Bezahlung eine „Beschleunigung“ der Bearbeitung ihres Antrages ausgehandelt, so ANDINA.

    Aus diesem Grund kann nun mit der Antragsnummer auf www.digemin.gob.pe unter dem Link „Expedientes Aprobados con Resolución Directoral“ eingesehen werden, ob der Antrag angenommen wurde.

    Damit ist der Korruptionssumpf im DIGEMIN ein wenig trockener geworden – bis er wirklich ausgetrocknet ist, ist es aber noch ein weiter Weg. Und er geht unvermeidlich auch an den Wachleuten vorbei, die den Besuchern der Institution gerne ihre Hilfe anbieten – gegen ein Taschengeld, versteht sich.

    Dabei kommt der Behörde eine sehr wichtige Aufgabe zu. Die Mitarbeiter kontrollieren nicht nur die Pässe und stellen Visa aus, sie sind auch die wichtigste Schnittstelle, um gegen Kinderhandel, -prostitution und Entführung vorzugehen. DIGEMIN muss prüfen und entscheiden, ob Kinder, die mit Personen reisen, die nicht ihre Eltern sind, wirklich ausreisen dürfen. Denn Kinder sind, so ein großes Plakat am Flughafen in Lima, der größte Schatz Perus. Größer noch als alle archäologischen Schätze und Naturwunder. Das macht es besonders wichtig, in diesem Bereich die Korruption noch energischer zu bekämpfen.

  • 80.427 Peruaner kehrten seit 2007 in ihr Land zurück

    Die Anzahl der Peruaner, die nach einer Zeit im Ausland in ihre Heimat zurückkehren, steigt stetig an. Das berichtet das peruanische Nationalinstitut für Statistik INEI in einer gestern vorgestellten Studie über Migrationsbewegungen. Demnach sind allein in den vergangenen drei Jahren 80.427 Peruaner, die im Ausland einen festen und dauerhaften Wohnsitz hatten, nach Peru zurück gekehrt. Die Gründe für die Rückkehr sind dabei sehr unterschiedlich. So kehren manche wegen der Familie oder wegen Problemen mit der Migrationspolitik in den Ländern, in denen sie lebten zurück. Andere wiederum wurden durch das peruanische Wirtschaftswachstum der letzten Jahre angezogen, so die Studie.

    Dabei lag der Frauenanteil unter den Rückkehrern bei knapp über der Hälfte. Rund ein Drittel kehrte aus Chile zurück, 20,8% aus den USA. Bei den meisten Rückkehrern handelt es sich dabei um Personen im Arbeitsfähigen Alter, zwischen 20 und 44 Jahren, die höchstens 5 Jahre im Ausland verbracht hatten, was nach Angaben der Studienautoren auf Integrationsprobleme hinweist.

    In den vergangenen 18 Jahren verließen dagegen über 13 Millionen Peruaner ihr Land, die meisten davon in Richtung Chile (21,9%), USA (18,9%), Bolivien (17,2%), Ecuador (13,8%) und Spanien (8,8%).

    10,4% der peruanischen Haushalte haben mindestens einen Verwandten im Ausland. In absoluten Zahlen ausgedrückt, handelt es sich dabei um immerhin 704.746 Haushalte.

    Die Studie mit dem Titel „Migración Internacional en las Familias Peruanas y Perfil del Peruano Retornante” bzw. “Perú Estadísticas de la Migración Internacional de peruanos 1990-2008“ wurde vom INEI in Zusammenarbeit mit der peruanischen Migrationsbehörde DIGEMIN erstellt.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • 2008 schon über 400 Einbürgerungen

    Wie die Direktion für Migration und Einbürgerung Digemin mitteilt, haben alleine in diesem Jahr bereits 400 Ausländer die peruanische Staatsbürgerschaft bekommen. Wie Juan Álvarez Manrique, Direktor der Digemin, mitteilt, ist neben einem gültigen Reisedokument und einer übersetzten Geburtsurkunde die einzige Anforderung, dass man seit 2 Jahren im Land wohnt. Zudem können sowohl der Präsident, als auch der Kongress die Staatsbürgerschaft für besondere Dienste für das Land verleihen.

    Nicht eingerechnet sind bei den 400 Einbürgerungen Kinder peruanischer Eltern, die im Ausland geboren wurden und nun die peruanische Staatsbürgerschaft annehmen.