Schlagwort: Callao

  • Limas aussichtsreichster Bürgermeisterkandidat vor dem Aus?

    Die Sektion Lima-Zentrum des peruanischen Wahltribunals JNE hat mit Alexander Kouri Bumachar einen der aussichtsreichsten Kandidaten auf das Amt des Metropol-Bürgermeisters der peruanischen Hauptstadt Lima als nicht kandidierfähig eingestuft. Sollten höhere Instanzen des Wahltribunals diese Entscheidung stützen, wäre der bisherige Regionalpräsident von Callao aus dem Rennen. In den jüngsten Umfragen lag „Alex“ Kouri, wie er in peruanischen Medien genannt wird, gemeinsam mit seiner Rivalin Lourdes Flores Nano von der christlichen Volkspartei PPC an erster Stelle.

    Grund für die Entscheidung des Wahltribunals war, dass Kouri nicht den endgültigen Nachweis erbracht hat, seit zwei Jahren seinen festen Wohnsitz in Lima zu haben. Kouri hatte bei der Eintragung seiner Kandidatur als Wohnsitz ein Haus im limenischen Distrikt Magdalena angegeben, in dem seine PR-Beauftragte wohnt. Gegen die Entscheidung kann Kouri Berufung einlegen, eine höhere JNE-Instanz müsste sich dann des Falles annehmen.

    Kouri Bumachar ist Kandidat der Partei „Cambio Radical“. Diese trägt in Peru den Spitznamen „Vientre de Alquiler“ – Leihkörper oder Leihmutter. Der Grund dafür ist, dass José Barba, Gründer und „Vorsitzender“ der Partei Kandidaturen offensichtlich weitgehend unabhängig deren politischen Ausrichtung an bereits bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vergibt, denen in Umfragen eine gewisse Gewinnchance eingeräumt wird. So hatte Barba Anfang des Jahres den Posten des Präsidentschaftskandidaten an den peruanischen Fernseh-Entertainer Jaime Bayly vergeben. Dieser trat aber nach einigen Wochen wieder aus der Partei aus, nachdem die Kandidatur Kouris für „Cambio Radical“ öffentlich geworden war.

    Kouri hatte während der Fujimori-Diktatur in den 90er Jahren enge Kontakte zum peruanischen Geheimdienst-Chef Vladimiro Montesinos. Verschiedene „Vladivideos“, die der Geheimdienstchef selbst anfertigen ließ, zeigen Alexander Kouri bei Gesprächen mit diesem. Bei einem der Gespräche ging es darum, wie der Bürgermeisterkandidat für Lima, Alberto Andrade, am Wahlsieg gehindert werden könnte.

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  • Callao: Peruanische Polizei beschlagnahmt Kokain-Container

    Ein harter Schlag gegen die Drogenmafia ist der peruanischen Antidrogenpolizei gelungen. Wie AméricaTV berichtet, wurde heute in den frühen Morgenstunden ein Container beschlagnahmt, der mehr als eine Tonne Kokain enthielt und über den Hafen von Callao nach Südafrika transportiert werden sollte. Das Rauschgift war auf 29 Paletten zu je 20 Tüten verteilt und zwischen Windeln versteckt.

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  • Callao: 10 Verletzte nach Streit im Gefängnis

    10 Verletzte hinterließ der Streit zwischen mehreren Insaßen in einem Gefängnis der peruanischen Hafenstadt Callao. Das berichtet die ANDINA. Demnach mussten mehrere der Gefangenen wegen Knochenbrüchen behandelt werden, einer – der eine Haftstrafe wegen schweren Raubes verbüßt – verlor sein Auge.

    Die Gründe für den Streit sind noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Callao nahm die Ermittlungen auf.

  • Umweltministerium: Geldlos aber allgegenwärtig

    Antonio Brack. Foto: Agencia AndinaKaum ein Satz würde die derzeitige Situation des frisch gegründeten peruanischen Umweltministeriums besser ausdrücken als der, mit dem der regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit einmal seine Stadt beschrieb: Arm, aber Sexy. Das Thema Umweltschutz steht ganz oben auf der Presseagenda und ist auch in Alltagsgesprächen ständig im Mittelpunkt. Dass es so ist, überrascht kaum, hängt doch über Lima ein ganzjähriger Smogfilm. Selbst an den abgelegensten Orten findet man herumliegende Plastiktüten und der Müll wird meist entweder einfach verbrannt oder einfach einen Berg hinuntergekippt. Abwässer fließen bis auf wenige Ausnahmen ungeklärt einfach ins Meer oder in Flüsse. So war es schon seit langem an der Zeit, auf höchster Ebene eine Instanz zu schaffen, die sich um diese Themen kümmert. Geschickt hatte der Staatschef Alan García den Lateinamerika-Karibik-EU-Gipfel ausgewählt, um die Gründung des neuen Ministeriums bekannt zu geben. So konnte er sich dort nicht nur von vielen Staatschefs auf die Schulter klopfen lassen, sondern gleich Kontakte knüpfen, um an KnowHow und Geld aus den Ministerien und Kassen der Teilnehmerstaaten zu kommen.

    Mit Antonio Brack Egg zog er zudem einen Minister aus dem Hut, der nicht von allen, aber von sehr vielen Organisationen und Institutionen, die sich mit dem Umweltschutz auseinandersetzen, seit Jahren als Experte anerkannt und geschätzt wird. Auch war er vorher durch ein Fernsehprogramm über Flora und Fauna Perus bereits das „Gesicht des Umweltschutzes“.

    Seitdem nun ist Brack Egg beinahe täglich in den meisten Medien an sehr prominenter Stelle vertreten. Mit seinen Forderungen nach besserer Wasseraufbereitung, -verteilung und -klärung, nach Bau und Verbesserung von Müllentsorgungs- und Recyclingmöglichkeiten rennt er offene Türen ein. Zuletzt gab es einen Streit um einen Abwasserabfluss in la Perla, einem Stadtteil der Hafenstadt Callao, über den Schmutzwässer aus ganz Lima ungeklärt ins Meer fließen. Die Anwohner von La Perla wehrten sich vergebens, an ein Bad im Pazifik ist rund um den Stadtteil nicht mehr zu denken. So ließ es sich Brack Egg nicht nehmen, demonstrativ den gestrigen „Tag der Umwelt“ dafür zu nutzen, öffentlich in Villa El Salvador (VES) aufzutreten – einem der wenigen Teile Limas, die über ein voll funktionsfähiges Wasser- und Abwassersystem verfügen.

    Am Tag seines Amtsantrittes verkündete Brack Egg, sein Ministerium nach Vorbild des deutschen Umweltministeriums aufbauen zu wollen. So war dann auch konsequenterweise eine seiner ersten Forderungen, Kraftfahrzeuge nach ihrem Verbrauch und dem Ausstoß von Abgasen zu besteuern.

    Allein: So erfolgreich sich Brack Egg auch im „Agenda Setting“ (besetzen der Medien mit seinen Themen) betätigt, sein Ministerium besteht bisher nur auf dem Papier. Die wenigen Mitarbeiter und spärlichen Räumlichkeiten, über die das Umweltministerium derzeit verfügt, sind hauptsächlich durch internationale Kooperation finanziert. Vor wenigen Tagen lehnte es der Kongress ab, Mittel, die bisher der nationale Umweltrat CONAM erhält, auf das neue Ministerium zu übertragen. Der Grund dafür liegt weniger am Widerstand gegen ein Umweltministerium, sondern eher an der Art, wie das Ministerium gegründet worden war. Nicht das Parlament hat eine gesetzliche Grundlage geschaffen, sondern Präsident García hatte per Dekret die Gründung angeordnet.

    Antonio Brack Egg hat sich schon durch so manche Schwierigkeit gebissen, vermutlich wird es auch bei diesem Mal klappen. Zu wünschen wäre es ihm, aber vor allem auch der peruanischen Umwelt.

    Quelle: ANDINA, PCM