Wegen Problemen in der Quellfassung ist die nordperuanische Andenstadt Chachapoyas derzeit von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Das gab heute das städtische Wasserunternehmen EMUSAP SRL bekannt. Inzwischen sind auch die örtlichen Wasserreservoirs leer, weswegen alle Anwohnerinnen und Anwohner auf Flaschenwasser oder Bachwasser angewiesen sind. Bereits gestern machte sich ein Bautrupp des Unternehmens auf den Weg zur Quellfassung, um den Grund für die Probleme zu bestimmen und zu beheben.
Zehn Mitarbeiter des nordperuanischen Olmos-Tinajones-Projektes, in dessen Rahmen ein Tunnel von der Andenost- zur Westseite gegraben wird, sind bei einem Felssturz an der Baustelle teilweise schwer verletzt worden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Ersten Berichten zufolge waren mehrere Felsbrocken im Inneren des Berges aus der Tunneldecke gebrochen und hatten dabei auch 14 Meter Metallstützen unter sich begraben. Unter den Verletzten ist auch der Sicherheitsinspektor des Projektes.
Nach Angaben der Projektbetreiber fehlen noch ca. 3,9 Kilometer zur Fertigstellung des Tunnels. Über den Tunnel soll Wasser von der Ostseite der nordperuanischen Anden an die westlich gelegene Küsten geleitet werden, um dortige Wüstengegenden urbar zu machen.
Die Eisdecke des bei Touristen sehr beliebte Incachiriasca-Gletscher in der peruanischen Vilcabamba-Bergkette (Region Cusco) ist in den vergangenen zwei Jahren um 19,9m zurückgegangen. Das berichtet das peruanische Amt für Naturschutzgebiete und Nationalparks Sernanp unter Berufung auf eine Studie, die von Sernanp in Zusammenarbeit mit der zur Nationalen Wasserbehörde ANA gehörenden Gletscherbeobachtungseinheit Huaraz durchgeführt wurde.
Ziel der Studie war, den Rückgang der Eisdecke seit 2007 zu dokumentieren, um die Anfälligkeit der Gletscher für die Effekte des Klimawandels aufzuzeigen. Die Gletscher der Anden sind der zentrale Wasserspeicher für die dichtbesiedelte peruanische Küstenregion.
Peru hat ein Wasserproblem. Auf der Westseite der Anden gibt es zu wenig, auf der Ostseite etwas mehr Wasser. Das führt immer häufiger zu Konflikten, nicht zuletzt weil durch den Klimawandel erste Andengletscher am abschmelzen sind – der Hauptwasserspeicher für die peruanische Wüstenregionen an der Küste. Das Thema ist kein neues und zahlreiche Ideen wurden und werden entwickelt, um das Problem zu entschärfen. Der Wunsch, die Wüste als landwirtschaftliche Anbaufläche durch Bewässerung nutzbar zu machen und das unaufhaltsame Wachstum der Städte an der Küste – allen voran die Hauptstadt Lima und die benachbarte Hafenstadt Callao – machen den Bemühungen da immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Großangelegte Werbekampagnen zum Wassersparen, wie sie beispielsweise der limenische Wasserversorger SEDAPAL durchführt, zeigen nur mäßig Wirkung. Eine Verbesserung der Kanalanlagen, durch die der Versickerung des kostbaren Nasses entgegengewirkt werden soll, führen weiter, lösen das Problem aber auch nicht endgültig.
Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA
So plante bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die damalige peruanische Regierung, die auch wieder die heutige ist, Wasser von der Ostseite der Anden, die dem Amazonasbecken zugewandt ist, durch einen Tunnel in die Wüste zu pumpen. Das Projekt wurde unter dem Titel „Proyecto Especial Olmos Tinajones“ (PEOT) bekannt und umfasst einen gigantischen Staudamm und einen noch gigantischeren Tunnel, der sich über 20 Kilometer durch die Anden bohrt. Schon 2010 soll durch diesen Tunnel Wasser in Richtung Pazifik fließen, das ansonsten in Richtung Atlantik geflossen wäre. 100.000 Hektar Wüste sollen dadurch landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden, erklärte Präsident García, als er sich am 5. Juni diesen Jahres auf der Baustelle fotografieren ließ. Der Staudamm „El Limón“ ist bereits fertig gestellt und der Stausee beginnt sich zu füllen.
Doch schon bevor der Stausee vollständig gefüllt ist, tritt bereits ein Problem auf, das sich vermutlich in den kommenden Jahren noch verschlimmern wird. Bauern unterhalb des Staudammes berichten von einem extrem niedrigen Wasserstand des aufgestauten Huancabamba-Flusses. Es droht ein Konflikt zu entstehen, in dem sich die Kleinbauern unterhalb des Staudammes – besonders in der Region Cajamarca – als Verlierer und die Landwirte auf der gegenüberliegenden Andenseite als Gewinner gegenüber stehen. Sollte das Beispiel des Wassertransportes zur gegenüberliegenden Andenseite Schule machen und auch in anderen Regionen eingesetzt werden, sind die Folgen nicht abzusehen. Nicht nur in Peru tätige Nichtregierungsorganisationen warnen vor den Folgen, auch Umweltexperten sehen in Projekten dieser Art Probleme für den Wasserhaushalt des Amazonasbeckens – und damit für einen der weltweit größten CO2-Speicher.
Die betroffenen Kleinbauern in Cajamarca haben inzwischen gemeinsam mit José Felipe Puican Chávez von der lokalen Wasserbehörde und anderen Wasserwirtschaftsexperten einen runden Tisch gegründet, um das Problem genauer zu analysieren und mögliche Lösungen zu suchen. Damit ist ein erster Schritt getan. Die Probleme selbst sind damit aber noch nicht gelößt, das Thema wird wohl noch des öfteren auf die Tagesordnung kommen. Im besten Fall friedlich.
NACHTRAG:
In der Provinz Espinar (Region Cusco) kam es nach Angaben der CNR dieser Tage zur Besetzung des Rathauses, nachdem das Gerücht umgegangen war, der örtliche Bürgermeister würde den Protest der Bürger gegen das als „Majes II“ bekannte Staudamm- und Bewässerungsprojekt nicht mehr unterstützen.
Der freiwilligen Feuerwehr Zarumilla wurde das Wasser abgestellt. Grund dafür sind Schulden in Höhe von 1500 Soles, die die Feuerwehr nicht aufbringen kann. Nach eigenen Angaben haben die Floriansjünger in den letzten Wochen allein 40 Waldbrände gelöscht.
Die peruanische Regierung beschloss heute die vom Umweltministerium unter Antonio Brack Egg erarbeiteten Regeln zur Qualitätssicherung von Trink- und Nutzwasser. In diesen Regeln werden die biologischen, chemischen und physischen Höchstgrenzen an Konzentrationen diverser Stoffe erstmals verbindlich festgelegt.
Zudem wurde das Umweltministerium (Minam) beauftragt, die Regeln weiter auszuarbeiten.
Wie die Agentur ANDINA unter Berufung auf das Wasser- und Abwasserunternehmen „Sedapal“ mitteilt, wird in Lima derzeit mit dem Einbau so genannter „intelligenter“ Wasserzähler begonnen. Diese Wasserzähler sollen, so Sedapal, über Zugang zum Internet verfügen, so dass sowohl der Nutzer, als auch das Unternehmen selbst, den Verbrauchsstand aus der Ferne ablesen können. Damit soll nicht nur das Zählerablesen unnötig werden, auch müssten die Zähler dann nicht mehr an Orten angebracht werden, die von der Straße offen begehbar sind, sondern können sich auch im inneren der Häuser befinden. Das hätte den positiven „Neben“effekt, dass in Zukunft die Anzahl der gestohlenen Wasserzähler pro Jahr stark sinken könnte. Derzeit werden laut Sedapal rund 80.000 Wasserzähler pro Jahr gestohlen. Derzeit verfügen in Lima rund 900.000 Haushalte über einen (legalen) Wasseranschluss. In einem ersten Schritt sollen nun 20.000 „intelligente“ Wasserzähler instaliert werden.
Iquitos scheint Phantasten und Exzentriker förmlich anzuziehen. Wie der Blog „Diario de Iquitos“ jüngst vermeldete, baut derzeit ein Engländer auf dem Wasser des Amazonas eine Pyramide, in der Schamanismus und Heilkunst aus aller Welt seinen Platz haben möge. Angeblich arbeiten an der Holzkonstruktion freiwillige aus verschiedensten Ecken der Welt mit. Wie Paco de Bardales von Diario de Iquitos schreibt, eben „eine Mischung aus Arche Noah, Hostal, Tempel, Touristenzentrum und Kernpunkt kosmischer Vernetzung, mit wem und was auch immer.“
Die Tageszeitung El Comercio verglich das Projekt gar mit Fizcarrardos Eisenbahnbau.
Jedem das seine… Und wenn es zahlungskräftige Touristen nach Iquitos bringt, warum nicht, solange das Holz für die Pyramide umweltverträglich herangeschafft wird…
Das Einzugsgebiet der Trinkwasserquelle von Chachapoyas oberhalb von Levanto, genannt Tilacancha, soll ein Schutzgebiet werden. Das berichtet die Provinzverwaltung Chachapoyas auf ihrer Internetseite. Neben der Provinzverwaltung sind derzeit auch einige Nichtregierungsorganisationen dabei, die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften wie Mayno und Levanto über Sinn, Zweck und Vorteile des Schutzgebietes aufzuklären.
Wie Jindley Vargas, Gemeinderat von Chachapoyas, gegenüber Radio Horizonte bekannt gab, wurde der bisherige Chef des städtischen Wasser- und Abwasserunternehmens EMUSAP vorrübergehend suspendiert, weil es im Rahmen der Erweiterung des Wassernetzes zu zahlreichen Ungereimtheiten gekommen war. So wurden z.B. 5 Zoll-Rohre eingebaut, obwohl 7,5-Zoll-Rohre geplant und abgerechnet worden waren. Der Gemeinderat würde in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einleiten, um die Verantwortlichen festzustellen, so Vargas.