Über 80% der peruanischen Bevölkerung verfügt über ein Mobiltelefon. Das gab der Marketingmanager des Mobiltelefonsektors der Telefongesellschaft „Telefónica“Â José Miguel Gamero bekannt. Demnach sind derzeit fast 23 Millionen Mobiltelefone Landesweit im Einsatz. Bis zum Ende des Jahres werde ein Anstieg auf 24 Millionen Geräte erwartet, so Gamero. Weiteres Wachstum sei aber nur noch in ländlichen Regionen zu erwarten, da der Markt in den großen Städten sich weitgehend auf die Erneuerung von Handys beschränken würde.
Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / chachapoyas.eu
Die in Peru dominierende Telefongesellschaft „Telefónica“Â bietet – unter anderem, weil sie dazu verpflichtet ist – einen neuen, recht günstigen Festnetzersatz an. Es handelt sich dabei um Telefone, die aussehen, wie normale Telefone, nur, dass sie eben über kein Kabel, sondern über eine kleine Antenne verfügen. Das ganze kostet nur 19 Soles im Monat und enthält 3.600 Freisekunden ins lokale Festnetz – wenn man rechtzeitig seine Telefonrechnung bezahlt. Möchte man Ferngespräche führen oder länger Telefonieren, muss man eine zusätzliche Prepaidkarte kaufen. Damit das Angebot nicht von weniger Bedürftigen ausgenutzt wird, kann man bisher auch nur in ärmeren Regionen wie Apurímac, Huancavelica, Ayacucho, Cajamarca, Huánuco und Puno darauf zugreifen.
Das ist aber nicht der einzige Haken: Das Telefon funktioniert über das Handynetz und hat einen Akku eingebaut. Das ist sehr praktisch, da man keine Kabel verlegen braucht und das Telefon auch noch auf dem Feld funktioniert – Immer und Wenn das Handynetz so weit reicht und der Akku gut geladen ist. Da besonders viele ländliche Regionen Perus bisher noch nicht über ein Handynetz verfügen (zumindest nicht über „Telefónica“) und die nächste Steckdose oft mehrere Tagesreisen entfernt ist, funktioniert das Telefon leider dort, wo es vielleicht am dringendsten gebraucht würde, auch weiterhin nicht. Zudem liegt der wirkliche Preis zumindest die ersten 15 Monate über 19 Soles: Obwohl die „Installation“ kostenlos ist, kostet das Gerät selbst 100 Soles – die man aber netterweise in 16 Raten abstottern kann.
Über 500 Solarpanele, die normalerweise Antennen, Telefone oder Computer betreiben sollten, wurden im ersten Halbjahr diesen Jahres dem peruanischen Ableger der Telefongesellschaft Telefónica gestohlen oder mutwillig zerstört. Das teilte Telefónica in einer Pressemitteilung mit. Die meisten Solarpanele verschwinden, so Telefónica, in Cajamarca, Cusco, Huánuco, Piura und Lima. Deshalb muss Telefónica, um seinen Dienst aufrecht zu erhalten, immer häufiger auf Dieselmotoren zurückgreifen, wie María Herrera Portuondo erklärt, die bei dem Unternehmen für das Telefonnetz zuständig ist.
Während der letzten 3 Jahre wurden in Peru insgesamt 60 Personen festgenommen, als sie Solarpanele stehlen wollten. 21 davon wurden bereits zu Haftstrafen zwischen einem und drei Jahren verurteilt. Damit gleicht sich die Zahl der Paneldiebstähle langsam den Zahlen der anderen 3 gern gestohlenen Objekte an:Â Stromleitungen (unter- und überirdisch), Telefonleitungen und Gullideckel.
Langsam spricht sich unter peruanischen (bzw. in diesem Falle spanischen) Unternehmern herum, dass auch Quechua- und Aymaramuttersprachler aus den Andenregionen Zentral- und Südperus durchaus kaufkräftige Kunden sein können. Das staatliche peruanische Statistik- und Informatikinstitut INEI hatte schon 2007 festgestellt, dass mehr als 13% der peruanischen Bevölkerung die Inkasprache Quechua oder einen ihrer Dialekte, und 1,8% Aymara spricht. Nachdem Google schon seit einiger Zeit seinen Dienst in Quechua anbietet und einige Unternehmen wie z.B. das Milchimperium „Gloria“ und der spanische Telefonmonopolist „Telefónica“ auf Quechua werben, bietet Telefónica für seine Kunden nun auch ve