Schlagwort: Spionage

  • Militärgericht verurteilt Spion Víctor Ariza zu 25 Jahren Haft

    Ein Militärtribunal der peruanischen Luftwaffe hat den Spion Víctor Ariza Mendoza des Vaterlandsverrats schuldig befunden und zu 25 Jahren Haft, sowie einer Geldstrafe in Höhe von 700.000 Nuevos Soles verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Ariza als sicherheitsrelevant eingestufte Dokumente an das Nachbarland Chile verkauft hatte. Alle weiteren Angeklagten wurde freigesprochen.

    Der Verteidigung Arizas legte Berufung ein, ebenso die Staatsanwaltschaft.

    Ariza wird zur Last gelegt, geheime Planungsdokumente unter anderem zur Strategieentwicklung der peruanischen Luftwaffe für den Zeitraum bis 2012 heimlich in seiner Aktentasche mit nach Hause genommen und dort abfotografiert zu haben, mit dem Ziel die Bilder weiterzugeben.

  • Peruanischer Kongress verurteilt Spionage

    „Das Plenum des peruanischen Kongresses bringt im Angesicht des Spionagefalls, der kürzlich von peruanischen Autoritäten angeprangert wurde und in den die Republik Chile stark involviert ist, ihren energischen Protest und Ablehnung zum Ausdruck“, so die offizielle Stellungnahme des peruanischen Parlamentes. Der Text wurde von allen Fraktionen unterstützt.

    Die Stellungnahme der Parlamentskommission für das Äußere findet sich unter http://www.congreso.gob.pe/I_comunicados/Pronunciamiento-Espionaje.pdf

  • Mehr Verschwörungtheorie, wenig konkretes: Spionage-Skandal schwelt weiter

    „Wir werden daraus kein militärisches Thema machen. Wir werden daraus keinen Anlass für Gewalttaten zwischen Brüdervölkern machen.“ Soweit die guten Nachrichten, die der peruanische Präsident Alan García gestern bei seiner offiziellen Stellungnahme zum Spionage-Fall, in den angeblich der südliche Nachbar Chile verwickelt ist, zum besten gab.

    Das ist in jedem Fall besser so. Etwas anderes hätte er aber auch nicht sagen können, denn finanziell und von der Ausrüstung her ist das chilenische Militär wesentlich besser aufgestellt. Das liegt nicht nur an der Wirtschaftskraft Chiles, sondern vor allem daran, dass dem chilenischen Militär ein Prozentsatz der Gewinne aus der Kupferförderung des Landes zustehen – eine Regelung von der die peruanische Armee derzeit auch wiederholt laut geträumt hat, was aber im Kongress und vor allem unter den Regionalpräsidenten zu starkem Widerstand führte.

    Ansonsten gab es nur wenige gute Nachrichten. Hauptsächlich schwammiges und wenige Fakten über den angeblichen Spion, der als Techniker mit einigen Komplizen aus dem Innern der peruanischen Luftwaffe (FAP) als vertraulich eingestufte Informationen per E-Mail nach Chile geleitet haben soll. Herausgefunden habe das die „Spionageabwehr“ und man habe „den Versand von E-Mails von der IP (Netzwerkadresse) des Computers des (spionagevertächtigen, anm. d. Chachablog.) Agenten Ariza an eine IP in Santiago de Chile“ bestätigen können. Was aber genau an wen versandt wurde, dazu hielt sich der Präsident eher bedeckt. Von „Personen, Sektoren oder Institutionen einer anderen Regierung“ sprach García. Das lässt erahnen, dass damit das chilenische Militär gemeint war – oder eben, dass der peruanische Präsident selbst keinerlei Anhaltspunkte hatte.

    Der einzige klare Punkt der Ansprache war, dass der FAP-Techniker per WesternUnion Geld aus Santiago de Chile erhalten hatte. Eine E-Mail aus Peru nach Chile zu schreiben und Geld per WesternUnion zu erhalten macht noch keinen Spion, tausende peruanische Familien haben Verwandte in Chile, dass diese Geld nach Peru überweisen ist da wohl nicht weiter ungewöhnlich. So bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen Minister und Abgesandten des militärischen Abschirmdienstes, die dieser Tage vom peruanischen Kongress vorgeladen werden, etwas mehr zum Thema sagen können, als der Präsident. Ansonsten hat Alan García Peru auf internationaler Ebene sehr schwer blamiert.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=4fk0TdCuet0

  • Mal wieder was neues von den Lieblingsnachbarn: Peru wirft Chile Spionage vor

    Heiß geht es wieder mal her zwischen den beiden Lieblingsfeinden Peru und Chile. Grund für die neue Aufregung: Der Bericht des peruanischen Außenministers, man habe einen Angehörigen der peruanischen Luftwaffe FAP der Spionage für das südliche Nachbarland überführt. Präsident Alan García sagte darauf hin ein Treffen mit der chilenischen (noch-)Präsidentin Bachelet ab, Produktionsministerin Aráoz denkt laut darüber, ihre für die kommenden Tage geplante Chile-Reise abzusagen. Um das ganze dann noch etwas dramatischer zu gestalten, werden in Peru abenteuerliche Theorien gesponnen, die den Spionageskandal in einer Linie mit einer Waffeneinkaufstour Chiles in den Vereinigten Staaten von Amerika sehen. Produktionsministerin Aráoz wollte in Chile eigentlich einen Plan des peruanischen Präsidenten präsentieren, nach dem alle südamerikanischen Staaten ihre Verteidigungshaushalte senken sollen, um mit dem eingesparten Geld Sozialprogramme zu finanzieren.

    Außenminister José Antonio García Belaunde hatte gestern vor Medienvertretern erklärt, ein FAP-Techniker habe mit mehreren Komplizen vertrauliche Informationen an das chilenische Militär geliefert. Eine sprecherin der chilenischen Regierung wies den Vorwurf zurück und warf der peruanischen Regierung vor, ohne genaue Untersuchung schwere Vorwürfe zu erheben.

    Gegen den angeblichen Spion Víctor A. M. wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. In Lima hat Ermittlungsrichter Luis Alberto Garzón Castillo ein Gerichtsverfahren gegen ihn eröffnet, die Vorwürfe lauten auf Verrat von Staatsgeheimnissen, Spionage und Geldwäsche.