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  • Fujimori-Berufungsprozess: Gericht bestätigt 25 Jahre Haft

    Ein Berufungsgericht hat die 25jährige Haftstrafe gegen den peruanischen Ex-Diktator Alberto Fujimori wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestätigt. Das Gericht folgte so der Entscheidung der ersten Instanz, die unter dem Vorsitz von César San Martín nach einem langwierigen Prozess im vergangenen April das Urteil verkündet hatte.

    Fujimori war schuldig befunden worden, für das Massaker an der Universität La Cantuta und in Barrios Altos, sowie für die Entführung des Journalisten Gustavo Gorriti und des Geschäftsmannes Samuel Dyer verantwortlich zu sein.

  • Gespannte Lage vor Fujimori-Urteil

    Gegen 9 Uhr Ortszeit (17h MEZ) wird am morgigen Dienstag in Lima die Urteilsverkündung im Prozess gegen den peruanischen Ex-Diktator Alberto Fujimori beginnen. Im Hauptsitz der Direktion für Spezialoperationen der peruanischen Nationalpolizei PNP (DIROES), wo Alberto Fujimori seit 2007 seine erste Strafe verbüßt, werden die Richter Auszüge aus dem über 600 Seiten umfassenden Dokument vortragen, in dem das Urteil begründet wird.

    In dem Prozess geht es um die Frage, inwiefern Fujimori während seiner Zeit als Präsident und später als Diktator Verantwortung und Kenntniss hatte von und für Geheimoperationen des peruanischen Geheimdienstes und der „irregulären“ Militäreinheit „Grúpo Colina“, deren Existenz die Verteidigung bestreitet. Die „Colina“-Gruppe war nach Ansicht der Ankläger Teil einer Strategie, den Terrorismus nicht nur durch „reguläre“ Aktionen von Polizei und Militär zu bekämpfen, sondern auch durch eine – weitgehend geheim arbeitende – paramilitärische Organisation. Neben der Entführung und Folterung von Geschäftsleuten und Journalisten werden dieser Einheit – und als politisch verantwortlichem so auch dem Ex-Diktator – mehrere Massaker angelastet. So waren beispielsweise an der Universität „La Cantuta“ mehrere Studierende und Lehrbeauftragte ermordet worden, nachdem Gerüchte in Umlauf kamen, es würden sich dort Anhänger terroristischer Organisationen befinden.

    Die Staatsanwaltschaft fordert für den Ex-Diktator 30 Jahre Haft, die Verteidigung Freispruch.

    Im Umfeld der Urteilsverkündung rechnet die Polizei mit Zusammenstößen zwischen Anhängern des Ex-Diktators, der noch zahlreiche weitere Prozesse vor sich hat, und Angehörigen der Opfer der Fujimori-Diktatur. Für diese Nacht haben beide Lager friedliche Mahnwachen angekündigt.

  • Opfer von "La Cantuta" beerdigt

    16 Jahre nach Entführung und Tod von 9 Studenten und einem Professor der Univeristät „Enrique Guzmán y Valle“, bekannt als „La Cantuta“, durch die paramilitärische Gruppe „Colina“ des peruanischen Diktators Alberto Fujimori werden die sterblichen Überreste der Opfer nun beerdigt. Die Studenten Luis Enrique Ortiz Perea, Armando Richard Amaro Cóndor, Bertila Lozano Torres, Dora Oyague Fierro, Robert Edgar Teodoro Espinoza, Heráclides Pablo Meza, Felipe Flores Chipana, Marcelino Rosales Cárdenas Juan Gabriel Mariños Figueroa und der Professor Hugo Muñoz Sánchez waren am 18. Juli 1992 von der „Colina“-Gruppe hingerichtet worden, weil diese dachte, es würde sich um Mitglieder der Terrororganisation Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) handeln.

    Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Mord an den 10 Personen Teil des schmutzigen Krieges, den Alberto Fujimori gegen die Guerillagruppen Perus führte. Nachdem die Opfer entführt worden waren, wurden sie erschossen und verbrannt. Im Januar 2007 waren die sterblichen Überreste exhumiert und anschließend in Frankreich von Forensikern untersucht worden. 6 Opfer konnten trotz der Verbrennungen identifiziert werden.

    Derzeit steht Alberto Fujimori, Diktator Perus in den 90er Jahren, für dieses Verbrechen vor Gericht.

    Bambú: Weitere Opfer der Diktatur beerdigt

    In Bambú, südlich von Aucayacu wurden die sterblichen Überreste von 10 Opfern des Massakers  einer Marineeinheit den Angehörigen übergeben. Sie waren am 10. März 1992 von Marineeinheiten getötet worden. 5 der Opfer waren Kinder. Von 4 weiteren Opfern fehlt bisher jede Spur.

    Quellen: CNR, ANDINA