Schlagwort: Jorge del Castillo

  • APRA unterstützt Pedro Pablo Kuczynski

    Die peruanische (noch-)Regierungspartei APRA hat zur Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag eine Wahlempfehlung für den konservativen Pedro Pablo Kuczynski abgegeben. Das berichtet der Nachrichtensender RPP unter Berufung auf APRA-Generalsekretär Jorge del Castillo. Zunächst habe man bis zur Stichwahl warten wollen, sich dann aber entschieden, den umfragenstärksten Kandidaten aus dem Spektrum der „demokratischen Kräfte“ zu unterstützen, so del Castillo. Damit wolle man „die Demokratie retten“ und das „Wirtschaftsmodell verteidigen“. In den vergangenen Tagen hatten auch die Kandidaten Luis Castañeda und Alejandro Toledo um eine Wahlempfehlung der APRA des amtierenden Präsidenten Alan García gebeten. Beide seien aber, so del Castillo, in den Umfragen „zurückgefallen“.

    Zunächst hatte die APRA-Partei mit der parteilosen Mercedes Aráoz selbst eine recht populäre Kandidatin. Diese zog aber ihre Kandidatur zurück, da Jorge del Castillo, der wegen Korruptionsvorwürfen gegen sein Kabinett vom Amt des Premierministers zurücktreten musste, nicht auf einen Platz auf der APRA-Kongressliste verzichten wollte.

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  • Petroaudios: Parlamentsausschuss spricht Del Castillo frei

    Gegen dem Willen des Vorsitzenden des Petroaudios-Untersuchungsausschusses Abugattas hat der peruanische Kongress gestern in einer Marathonsitzung den Bericht des Ausschusses angenommen. In dem Bericht wird der ehemalige Premier Del Castillo von dem Verdacht freigesprochen, an der unrechtmäßigen Vergabe von Ölförderlizenzen an das Unternehmen DiscoverPetroleum beteiligt gewesen zu sein. Der Ausschusvorsitzende Abugattas erklärte, er sei weiterhin von der Schuld Del Castillos überzeugt, habe aber bisher noch keine Beweise finden können. Er hatte zusätzlich zu dem Bericht, den der Ausschuss mit der Mehrheit seiner Mitglieder dem Parlament vorgelegt hatte, einen anderen Bericht vorgelegt, der im Parlament selbst allerdings keine Mehrheit fand.
    In den vergangenen Monaten waren verschiedenen Medienunternehmen wiederholt Mitschnitte von Telefonaten zwischen diversen Politikern und Unternehmern zugespielt worden, nach deren Inhalt auch die ehemalige peruanische Regierung an Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Förderlizenzen beteilitgt war.

  • Minister für Bau und Verkehr/Kommunikation vereidigt.

    Wie der peruanische Premier Yehude Simon bekannt gab, wurde heute die neue Bauministerin, die APRA-Abgeordnete Nidia Vílchez, und der neue Verkehrs- und Kommunikationsminister, Enrique Cornejo, vereidigt. Letzterer ersetzt so Verónica Zavala, die bereits vor einigen Wochen einen Rücktritt nicht mehr ausschloss. Dieser Wechsel ist Teil des Kabinettumbaus, den Yehude Simon nach dem Rücktritt von Jorge Del Castillo als Premierminister wegen der „Petroaudio“-Affäre eingeleitet hat.

  • Warum das Kabinett Del Castillo geschlossen zurückgetreten ist

    Der peruanische Präsident Alan García hat das Rücktrittsgesuch der peruanischen Regierung unter Premier Jorge del Castillo angenommen. Jorge del Castillo hatte den Rücktritt des gesamten Kabinettes angeboten, nachdem vor wenigen Tagen im Fernsehen Tonaufnahmen von Telefongesprächen zwischen dem APRA-Politiker (Präsidentenpartei) Rómulo León Alegría und dem inzwischen von seinen Ämtern enthobenen Chef der Ölfördergesellschaft Discover Petroleum, Alberto Químper, mit dem Anwalt Ernesto Arias Schreiber veröffentlicht worden waren. Auf diesen Tonaufnahmen ist zu hören, wie die drei besprechen, wie sie gegen Geld einem norwegischen Ölförderunternehmen Vorteile bei der Vergabe von Förderlizenzen und -gebieten verschaffen können. Bisher konnte noch keine Verbindung zwischen den Tonaufnahmen und den Ministern hergestellt werden. Del Castillo sagte gegenüber der amtlichen Agentur ANDINA, sein Kabinett verlasse seine Ämter „sauber“, wolle „möglichen Schaden abwenden“ und „umfassende Untersuchungen ermöglichen“.
    Ein weiteres Problem, dass es sich nicht nur um einen Skandal handelt, der das Land erschüttert, sondern um zwei. Es handelt sich nicht nur ein Korruptionsskandal um ein Parteimitglied, das 1991 bereits einmal wegen ähnlicher Vorwürfe aus der Partei ausgeschlossen worden war. Es ist auch ein Abhörskandal, denn bisher sagt niemand, wie genau die Tonaufnahmen eigentlich entstanden sind.
    Dabei sind diese Skandale am Ende nur eine Art Katalysator, nur wenige der Minister waren auch nur ansatzweise geschätzt oder beliebt. Innenminister Luis Alva Castro und Verteidigungsminister Ántero Flores-Aráoz stanten unter anderem wegen ihrem Vorgehen gegen Überbleibsel der Terrorgruppe „leuchtender Pfad“ in den Tälern der Flüsse Apurimac und Ene in der Kritik, wo nach Berichten des Verbundes „freier“ (hauptsächlich kirchlicher) Radiosender, CNR, kürzlich mehrere Zivilisten im Rahmen einer Militäraktion umkamen, die von Verteitigungsminister Flores-Aráoz vehement abgestritten wird. Wirtschafts- und Finanzminister Luis Valdivieso war wegen seines extremen Sparkurses in die Kritik geraten. So beklagten die obersten Richter, das Geld würde bald nicht einmal mehr für die Stromkosten der Gerichte ausreichen.
    Zudem hatte das Parlament die Minister in den vergangenen Wochen mehrfach in ihre Schranken verwiesen und diverse Gesetze wieder aufgehoben, die von der peruanischen Regierung verabschiedet worden waren. Das peruanische Parlament hatte ursprünglich der Regierung weitreichende Freiheiten eingeräumt, um zur Abschließung des Freihandelsabkommens mit den USA (TLC) notwendige Gesetze ohne Zustimmung des Parlaments verabschieden zu können. Die Regierung hatte diese Freiheit weit ausgeschöpft, was immer wieder zu Konflikten führte, wie zuletzt bei der Besetzung der Brücke bei Corral Quemado, die Amazonas über den Marañón mit Cajamarca verbindet und so Hauptverkehrsachse zwischen der peruanischen Küste, Chachapoyas, und den Urwaldregionen San Martín und Loreto bildet. Angehörige diverser indigener Gemeinschaften, wie z.B. Aguaruna und Huambisa, hatten die Brücke besetzt, um gegen zwei Dekrete zu protestieren, die den Verkauf, die Verpachtung oder Umwidmung jeder Art von Gemeinschaftsländereien vereinfachen sollten. Nach mehrtägigen Protesten beschloss der peruanische Kongress, also das Nationalparlament, die Dekrete zurück zu nehmen. Viele werfen der Regierung Del Castillo vor, Konflikte nicht zu lösen, bevor sie eskalieren.
    Dabei steht der Nachfolger von Del Castillo bereits in den Startlöchern und wird vermutlich in den nächsten Stunden vereidigt. Yehude Simon Munaro, Regionalpräsident von Lambayeque, bestätigte gegenüber dem Radiosender RPP, von Präsident García angefragt worden zu sein und akzeptiert zu haben. Zudem erklärte der Politiker und Gründer der Mitte-Links-Partei „Humanistische Bewegung Perus“, manche der bisherigen Minister würden auch in seinem Kabinett weiterarbeiten.
    Die Bestätigung von Präsident García bleibt bisher noch aus. Politiker aller Parteien gratulierten bereits dem designierten Premierminister. Zudem die Vorsitzenden der streikfreudigsten Gewerkschaften CGTP und SUTEP
    Quellen: ANDINA, CNR, El Comercio, RPP