Schlagwort: Gentechnik

  • Peru: Zehnjähriges Gentechnik-Moratorium in Kraft

    Peruanische Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Vermutlich Gentechnikfrei: peruanische Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Mit der Verabschiedung des Reglements durch den Ministerrat ist seit vergangener Woche das vom peruanischen Kongress beschlossene 10jährige Einfuhr- und Herstellungs-Moratorium für genetisch modifizierte Organismen in Kraft getreten. Das Reglement, von Umweltschützern seit langem gefordert, sieht Kontrollen und Strafen vor, letztere bis zu einer Höhe von 10.000 UIT-Steuereinheiten (derzeit etwa 36,5 Millionen Nuevos Soles, rund 11 Millionen Euro). Zudem lege es erstmals spezifische Zuständigkeiten für die Kontrolle fest, so Umweltminister Manuel Pulgar Vidal.

    Demnach sind künftig vor allem das Umwelt-, sowie das Landwirtschaftsministerium zuständig, aber auch der Zoll und das Außenhandels- und Tourismusministerium, so der Minister. Agrarverbände wie Conveagro und der Unternehmerverband CONFIEP, sowie Vertreter von Umweltschutzverbänden sollen bei der Implementierung der Kontrollen unterstützen. Neben Kontrollen und dem vorübergehenden Einfuhrverbot setzt das Umweltministerium vor allem auf Bildung und Wertschätzung des vorhandenen Artenreichtums: Es sei wichtig, die technischen Grundlagen zu erwerben, die heimische Biodiversität zu untersuchen und zu schützen, so Pulgar Vidal.

    Moratorium stand auf der Kippe

    Zuletzt hatte es ausgesehen, als ob das geplante Moratorium scheitern würde, der damalige Präsident Alan García Pérez verweigerte Mitte 2011 seine Unterschrift. Der Kongress beharrte allerdings darauf und beschloss vor rund einem Jahr das 10jährige Moratorium.

  • Peruanische Regierung knickt vor Gentechnik-Lobby ein

    Die peruanische Regierung hat einem Beschluss des peruanischen Parlaments die Unterschrift verweigert, der ein 10jähriges Einfuhrmoratorium für genetisch modifizierte lebende Organismen (OVM) vorsah. Damit tritt das Moratorium vorerst nicht in Kraft und wird erneut den Kongressabgeordneten vorgelegt. Landwirtschaftsminister Jorge Villasante erklärte, ein 5jähriges Moratorium reiche vollkommen aus, um ein System zur Kontrolle der gentechnisch veränderten Organismen aufzubauen. Zudem verhindere das Moratorium die Einfuhr von Impfstoffen auf Basis von OVM und werde dem Handel mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Uruguay und Argentinien, sowie den CAN-Staaten Bolivien und Kolumbien schaden.

    Am 7. Juni hatte der peruanische Kongress beschlossen, den Import genetisch veränderter Organismen für Anbau und Züchtung für die kommenden 10 Jahre zu untersagen. Während dieser Zeit sollten neue Erkenntnisse gewonnen werden, ob OVM die peruanische Biodiversität beeinträchtigen. Im peruanischen Ministerkabinett gewann offenbar mit der nun erfolgten Entscheidung Landwirtschaftsminister Oberhand gegenüber Umweltminister Antonio Brack, der sich wiederholt für ein „Gentechnikfreies Peru“ ausgesprochen hatte. In der Landwirtschaftskommission des Kongresses hatte Brack betont, Peru sei technisch nicht in der Lage, Gentechnik zu kontrollieren. Unterstützt wurde er dabei von zahlreichen Gentechnik-Gegnern, darunter die Gastronomievereinigung Apega, zahlreiche Landwirtschaftsverbände, sowie das Forum „Peru frei von Gentechnik“.

    Der peruanische Kongress könnte nun auf dem 10jährigen Moratorium beharren, damit würde es auch ohne Unterschrift des Präsidenten in Kraft treten. Wahrscheinlich ist das nicht, da sich die Regierungspartei APRA, die im Moment auch den Kongresspräsidenten stellt, von Beginn an für ein kürzeres Moratorium ausgesprochen hatte und deshalb wohl versuchen wird, die Entscheidung weiter hinauszuzögern. Dann würde sich – wenn überhaupt – erst der neu zusammentretende Kongress nach dem 28. Juli wieder des Themas annehmen.

    Kürzlich war bekannt geworden, dass einer der Berater des Landwirtschaftsministers in Fragen der Gentechnik, Alexander Grobman Tversqui, gleichzeitig über die NGO PeruBiotec Lobbyarbeit für die Gentechnik-Industrie betreibt. Das Ministerium trennte sich inzwischen von dem Berater.

  • Perus Kongress beschließt Gentechnik-Moratorium für 10 Jahre

    Das peruanische Parlament hat ein 10jähriges Gentechnik-Moratorium beschlossen. Damit ist über diesen Zeitraum hinweg der Import genetisch veränderter Organismen (OVM) für Anbau und Züchtung untersagt. Nicht verboten ist allerdings die Einfuhr von Lebens- beziehungsweise Futtermitteln und pharmazeutischen Produkten, die OVM enthalten. Auch die Einfuhr von OVM zu Forschungszwecken bleibt erlaubt. Während der kommenden 10 Jahre soll nun die Entwicklung der genetisch veränderten Organismen genauer beobachtet werden, um dann eventuell ein unbefristetes Einfuhrverbot einzuführen oder den Import freizugeben. Neben dem Moratorium beschlossen die Parlamentarier auch die Einrichtung einer Kommission, die sich mit Risikoevaluierung und -vorsorge im Gentechnikbereich beschäftigen soll.

    Einigkeit herrschte unter den Abgeordneten darüber, dass die peruanische Biodiversität geschützt und gefördert werden müsse. Kontrovers war allerdings die Länge des Moratoriums. So forderten die Unidad Nacional-Abgeordneten Raúl Castro und Juan Carlos Eguren einen kürzeren Zeitraum, da nach ihrer Einschätzung die Gentechnik zu niedrigeren Nahrungsmittelpreisen führe, so Castro. Auch die Regierungspartei APRA sprach sich für eine kürzere Laufzeit aus. Die Organisation „Perú Libre de Transgénicos“ hatte sich hatte sich für ein längeres Moratorium oder ein dauerhaftes Einfuhrverbot ausgesprochen.

    Das Gesetz im Wortlaut finden Sie auf dem Portal des Kongresses.

  • Peru: Landwirtschafts- und Umweltministerium streiten über Gentechnik

    Der Streit über eine Verordnung des peruanischen Landwirtschaftsministeriums, durch die der Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) geregelt wurde, wird immer schärfer. Als die Verordnung 003, die unter anderem den Weg für die Einfuhr und den Anbau solcher Organismen unter Auflagen frei macht, vergangene Woche veröffentlicht wurde, kam es zunächst zu einem Aufschrei unter denjenigen, die sich in Peru für mehr ökologische Landwirtschaft einsetzen. Wortführer war zunächst Starkoch Gaston Acurio, dessen Stimme allerdings etwas leiser wurde, nachdem Vorwürfe laut wurden, auch manche Produkte seines Unternehmens wären nicht frei von Gentechnik. Seinem Ruf aber folgten zahlreiche Umwelt- und Agrarorganisationen.

    Auch Crisólogo Cáceres, Vorsitzender der Verbraucherschutzorganisation ASPEC, bedauerte das Vorgehen des Landwirtschaftsministeriums. „Während [GVO] in anderen Ländern verboten werden, wird hier die Einfuhr erlaubt, anstatt die Biodiversität zu schützen“, so Cáceres gegenüber der Tageszeitung „La República“. ASPEC kritisiert zudem, dass das im vergangenen Jahr in Kraft getretene peruanische Verbraucherschutzgesetz bislang nicht konsequent umgesetzt wird. So sind bislang viele nicht Gentechnik-freie Lebensmittel noch immer nicht ausreichend gekennzeichnet.

    Nach mehreren Tagen seltsamer Ruhe hat sich nun auch das peruanische Umweltministerium zu der Verordnung geäußert. Das Ministerium von Antonio Brack, der sich in der Vergangenheit wiederholt für ein „gentechnik-freies“ Peru ausgesprochen hatte, veröffentlichte auf seiner Internetseite eine Verlautbarung, in der es sich zwar nicht direkt gegen die Einfuhr gentechnisch veränderter Organismen ausspricht, aber darauf hinweist, dass diese peruanischen Landwirten in keinster Weise Vorteile, dagegen aber Nachteile und neue Abhängigkeiten bringen. Zudem, so die Verlautbarung, sei ökologische Landwirtschaft mit GVO unvereinbar, obwohl sie für Peru eine sehr wichtige Einnahmequelle darstelle.

    Die Reaktion des Landwirtschaftsministeriums ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Stunden später wurde ebenfalls eine Verlautbarung ins Internet gestellt, in der darauf hingewiesen wurde, man habe die Gentechnik-Verordnung vorab mit dem Umweltministerium abgestimmt und bewege sich im Rahmen der aktuellen Rechtslage. Zudem habe man das hauseigene Agrarforschungszentrum INIA mit einem Labor ausgestattet, das gentechnisch veränderte Organismen identifizieren könne, so das Ministerium.

    Worin sich beide einig sind, ist, dass eine Regelung des Umgangs mit solchen Organismen nötig war, da für eine effiziente Kontrolle bislang die Rechtsgrundlage fehlte. Auch der peruanische Kongress hätte wiederholt die Möglichkeit gehabt, ein mehrjähriges Moratorium festzulegen, durch das ein Einfuhrverbot zugunsten neuer Forschungen hätte erreicht werden können. Entsprechende Gesetzesinitiativen gingen unter.

  • Tarapoto/San Martín: Genmanipuliertes Soya auf allen Märkten

    Bei vierzehn von fünfzehn entnommenen Soyaproben auf verschiedenen Märkten der peruanischen Regenwaldstadt Tarapoto handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um genmanipulierte Produkte. Das berichtet die Lokalzeitung „Hoy“. Die Einfuhr und der Verkauf genetisch veränderten Saatgutes ist in der Region San Martín verboten.

    Studierende und Wissenschaftler der San Marcos-Universität (UNSM) hatten auf zwei Großmärkten und in mehreren Lebensmittelgeschäften Mais- und Soyaproben entnommen. Von den vierzehn Maisproben war ebenfalls eine genmanipuliert.

    Am 19. Oktober hatte die Regionalregierung die Einfuhr, den Anbau, die Lagerung, die Erforschung, den Tausch und den Verkauf genetisch veränderter Organismen verboten, um die eigene Biodiversität nicht zu gefährden.

  • Umweltminister Brack: Import genmanipulierter Samen bis 2014 verboten

    Zumindest bis zum Jahr 2014 soll die Einfuhr genetisch veränderten Saatgutes nach Peru verboten sein. Das gab heute der peruanische Umweltminister Antonio Brack Egg bekannt. Bis dahin sollen die entsprechenden Kontrollinstitutionen mit der entsprechenden Labortechnik ausgestattet sein, um illegal eingeführtes genmanipuliertes Saatgut erkennen zu können.

    Zudem sollen demnächst die Ausführbestimmungen in Kraft treten, die den Umgang mit dem Saatgut regeln sollen. Die Ausführbestimmungen waren 2005 ausgearbeitet worden. Bei dem anschließenden Konsultationsprozess meldeten nur das Umweltministerium, das Nationalinstitut für Agrarinnovation (INIA), sowie die Plattform „Peru frei von transgenetischen Pflanzen“ Änderungswünsche an, die nach Angaben des Umweltministers auch teilweise in die endgültige Version eingearbeitet wurden. Inzwischen sollen auch das INIA und Landwirtschaftsmnister Adolfo de Córdova ihr „OK“ gegeben haben.

    Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Vorwürfe gegeben, Saatgutimporteure würden illegal genmanipuliertes Saatgut ohne Genehmigung einführen. Nachgewiesen werden konnte es meist nicht. Der peruanische Umweltminister sprach sich wiederholt gegen den Import aus. Peru brauche als Land mit unglaublicher Artenvielfalt kein genetisch verändertes Saatgut, so Brack Anfang des Jahres.

  • Landwirtschaftsminister: Einführung genetisch veränderter Samen hat keine Priorität

    Die Einührung genetisch veränderten Saatgutes nach Peru hat steht nicht an erster Stelle. Das erklärte der peruanische Landwirtschaftsminister Carlos Leyton gegenüber der staatlichen peruanischen Nachrichtenagentur ANDINA im Rahmen der Vorstellung eines Gesetzesentwurfes über die Regulierung der Einfuhr des Saatgutes, das vom Nationalinstitut für Agrarinnovation (INIA) erstellt wurde.. Vorerst sollte das Gesetzesprojekt veröffentlicht und eingehend diskutiert werden. Das Gesetzesprojekt sieht vor, unter bestimmten Bedingungen den Import einzelner Sorten zuzulassen. Gleichzeitig soll mit drastischen Strafen der illegale Import verhindert werden. Wie Leyton erklärt, können z.B. bestimme Impfstoffe nur mit Hilfe gentechnisch veränderten Saatgutes hergestellt werden. Der peruanische Umweltminister Brack Egg fordert dagegen, Peru zu einem „Gentechnikfreien“ Land zu erklären und anstatt dessen mehr den bereits vorhandenen Reichtum in Flora und Fauna des Landes zu erforschen und einzusetzen.

  • INIA legt Gentechnikregeln vor

    Das peruanische Nationalinstitut für Landwirtschaft (Instituto Nacional de Innovación Agraria, INIA) wird in den kommenden Tagen verbindliche Regeln für die Kultivierung gentechnisch veränderter Pflanzen vorlegen. Das gab Juan Risi bekannt, der das Institut leitet. Die Regelungen sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem Freihandelsabkommen mit den vereinigten Staaten von Amerika (USA). Bisher war der Sektor gentechnisch veränderter Pflanzen noch nicht reglementiert, weswegen der Anbau zwar verboten war, Verstöße aber nicht geahndet wurden. Nach den neuen Regeln kann das INIA bei Verstößen Sanktionen verhängen.

    Hoffnungen machen sich die Verfassers des Gesetzes vor allem auch für die Entwicklung gegen Schädlinge resistenter oder ertragreicherer Pflanzen. So sollen z.B. Papayapflanzen gegen diverse Krankheiten „immunisiert“ werden.

    Für die Verabschiedung des Gesetzes ist die Zustimmung des peruanischen Kongresses übrigens nicht notwendig. Die Abgeordneten hatten der Regierung weitrechende gesetzgebende Kompetenzen eingeräumt, um fehlende Gesetze auf dem Weg zum TLC ohne öffentliche Diskussion verabschieden können. Von diesen Kompetenzen macht die Regierung im Moment auch reichlich gebraucht. Sie gelten noch bis zum 30. Juni.

    Quelle: ANDINA