Schlagwort: Bahn

  • „Tren Macho“ fährt wieder

    Die Strecke des Tren Macho - Huancayo - Huancavelica. Karte: MTC
    Die Strecke des Tren Macho – Huancayo – Huancavelica. Karte: MTC

    Nach mehrmonatigen Aufräumarbeiten ist seit gestern die als „Tren Macho“ bekannte Zugstrecke zwischen Huancayo und Huancavelíca wieder befahrbar. Die Schienen waren im vergangenen Januar, insbesondere im Abschnitt der Provinz Yauli, von mehreren Erdrutschen verschüttet worden. Nachdem nun die Sanierungsarbeiten weitgehend abgeschlossen wurden, soll nach Angaben von Carlos Noriega García, Staatssekretär für Eisenbahnwesen im peruanischen Transport- und Kommunikationsministerium (MTC), schon in den kommenden Tagen der normale Betrieb wieder aufgenommen werden.

    Der „Tren Macho“, bis heute im Besitz des peruanischen Staates, wird dann wieder jeden Morgen -außer Mittwochs- gegen 6:30 mit seinen drei Passagier- und einem Gepäckwagen vom Bahnhof Chilca (Huancayo) nach Huancavelica fahren. Er überquert auf einer Fahrstrecke von 128 Kilometern 15 Brücken und durchfährt 38 Tunnel.

  • Herzlichen Glückwunsch, Eisenbahner

    Nicht jeder Tag ist der Tag des peruanischen Eisenbahners. Das ist wohl auch besser so, denn in diesem Falle würde täglich für eine Stunde der Bahnbetrieb lahm liegen, damit die Eisenbahner zur feierlichen Messe gehen könnten. Da aber nur der 8. September eines jeden Jahres in Peru der „Tag des Eisenbahners“ ist, können die Züge auch in dem Andenland normalerweise ganztägig verkehren.

    Schon seit 64 Jahren wird der Gedenktag begangen, denn 1945 beschloss der peruanische Kongress, dass allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Eisenbahnunternehmen ein Tag gewidmet werden solle.

    Dabei könnte dieser 64. Jahrestag für die Eisenbahner wahrhaftig ein besonderer werden: Derzeit werden in Peru zahlreiche neue Zugstrecken geplant und erträumt, darunter eine durch die Region Cajamarca, ein weiterer, der die nordperuanischen Anden mit der Amazonas-Stadt Iquitos verbindet, zahlreiche Güterstrecken für den Großbergbau, sowie eine Zugverbindung bis nach Brasilien.

    So wünscht denn auch der CHACHABLOG:

    Viel Glück und viel Segen liebe Eisenbahner, auf viele neue Bahnstrecken.

    Salud.

  • Fizcarraldos Traum

    In einem Film von Werner Herzog kämpft Klaus Kinski alias Brian Sweeney Fitzgerald gegen Natur und Establischment, um seinen Traum zu verwirklichen, ein Opernhaus in Iquitos, mitten in der peruanischen Urwald-Region Loreto zu bauen. Damit dieser Traum in Erfüllung gehen kann, braucht Fitzgerald, auf spanisch Fizcarraldo genannt, viel Geld, das ihm ein alter Flußdampfer und eine Eisenbahn bringen soll, die Kautschuk aus Iquitos über den Amazonas und schließlich auch über die Anden an die Pazifikküste bringen sollen. Fizcarraldo im Film scheitert. Aber die Idee einer Eisenbahn von Iquitos bis zur östlichen Andenkette lebt und wenn es nach dem derzeitigen Regionalpräsidenten von Loreto geht, wird sie eher früher als später Wirklichkeit.

    Die Vorteile liegen auf der Hand: Auch schwere Güter könnten sicherer und umweltfreundlicher als wie bisher auf der Straße transportiert werden. Da Iquitos keinen Anschluss an das landesweite Straßennetz besitzt und die wenigen Zufahrtsstraßen bzw. Schiffswege in die Region Loreto bereits stark ausgelastet sind, könnte eine Zugstrecke auch verhindern, was in vielen anderen Urwaldregionen bereits passiert ist: Meist entstehen dort, wo neue Straßen gebaut werden, nach kurzer Zeit an den Straßenrändern neue Orte. Auch werden die neu erschlossenen Gebiete oft gerodet für Holz- und Landwirtschaft. Da aber eine sinnvolle Verkehrsinfrastruktur für die Region Loreto dringend notwendig ist, drängt sich auch hier der Zug auf: Durch die Festlegung von Haltepunkten und Bahnhöfen könnte die Besiedlung gezielt gesteuert werden, der Regenwald würde nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Auch der Präsident Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva, erklärte sein Interesse an diesem Projekt. Von einer besseren Anbindung des Amazonasbeckens an den Pazifik würde auch die brasilianische Wirtschaft profitieren. Aus diesem Grund treiben er und sein peruanischer Amtskollege García auch die sogenannte „Carretera Interocianica“, eine Straße, die Pazifik und Atlantik miteinander verbinden soll, voran.

    Nach Angaben von Yván Vásquez Valera, Regionalpräsident von Loreto, würde der Bau einer Eisenbahn von Iquitos nach Yurimaguas, dem zentralen Hafen zum Amazonas in Nordperu, rund 700 Millionen US-$ verschlingen. Dafür sollen private Investoren gefunden werden.

    Kautschukbarone wie Fizcarraldo hat er dabei aber wohl nicht im Visier.

    Quelle: ANDINA