Sobald das Gesetz des „Recycling-Facharbeiters- vom Präsidenten unterschrieben- im Gesetzblatt veröffentlicht wird, haben alle Personen, die sprichwörtlich vom Müll leben – also diesen auf die eine oder andere Art weiterverwerten – eine Berufsbezeichnung und Peru einen neuen Gedenktag: 1. Juni, Tag des Recyclers (Día del Reciclador). Außerdem wird es dann einen jährlichen landesweiten Recycling-Wettbewerb geben, in dem besonders herausragende Abfall-Wiederverwertungsideen prämiert werden.
Dem Gesetzestext nach sind Recycling-Facharbeiter diejenigen, die -egal ob beauftragt oder selbstständig – selektiv wiederverwertbare Materialien aus dem Abfall filtern und möglicherweise mit diesen handeln.
Was die Recycling-Facharbeiter genau tun und lassen dürfen, müssen und sollen, müssen letztendlich die Städte selbst regeln. Diese müssen dafür ein Recycling-Facharbeiter-Register anlegen. Für die Kontrolle sind dann das Gesundheits- und das Umweltministerium zuständig.
Im Manu-Nationalpark und verschiedenen Hochtälern der nordperuanischen Region Cusco haben Forscher der University of California drei neue Froscharten entdeckt. Keine davon wird größer als 25 Millimeter, wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA unter Berufung auf Alessandro Catenazzi meldet, der die Forschungen leitete.
Demnach handelt es sich um die Arten Bryophryne hanssaueri, die in den Höhen des Manu-Nationalparkes entdeckt wurde;Â Bryophryne zonalis, die man im Marcapata-Tal fand und Bryophryne gymnotis, die auf dem Málaga-Pass auf dem Weg in die Provinz „La Convención“ entdeckt wurde.
Besonders sei auch der Geburtsprozess der Frösche. Demnach bilden sich aus den gelegten Eiern keine Kaulquappen, die im Wasser leben, sondern die 18-25 Eier werden auf Blättern gelegt und schlüpfen direkt als kleine Frösche.
„Seit vergangenem Jahr untersucht zum Beispiel das peruanische Meeresinstitut (IMARPE), ob es möglich ist, aus Algenpulver Öl für die Treibstoffherstellung zu pressen“. Wilfredo Salinas Ruiz-Conejo von der Nationaluniversität für Ingenieruwesen.
Nachdem die für die Vorhersage des „Niño“-Effektes zuständigen Institutionen ein solches Wetterphänomen für Ende diesen Jahres prognostizierten, begann das peruanische technische Hilfswerk (Defensa Civíl) heute, die Krisenpläne zu aktuallisieren. Das peruanische Wetteramt SENAMHI und das Meereswissenschaftliche Institut IMARPE hatten gewarnt, dass es Ende des Jahres ein „Niño“ geben könnte – was für Peru extreme Niederschläge mit meist verheerenden Folgen bedeuten würde.
Als einen „Akt der Menschlichkeit“ bezeichnete heute Wilfredo Sosa Valenzuela, Direktor des städtischen Zoos von Huancayo (Region Junin), die Einschläferung des bei den Zoobesuchern beliebten Löwen Pepelucho. Der Löwe war 2006 vom peruanischen Naturgüterinstitut INRENA aus einem Zirkus befreit worden, in dem er über Jahre hinweg geschlagen wurde. Unter anderem litt Pepelucho deshalb an schweren, unheilbaren Rückenproblemen. Deswegen hatte die Zooleitung nun zwei Monate nach ihrem entsprechenden Antrag bei INRENA und der Staatsanwaltschaft für Umweltangelegenheiten nun die Erlaubnis bekommen, Pepelucho einzuschläfern. Er sei betäubt worden und sei sanft entschlafen, so Sosa Valenzuela.
„Ich rede nicht vom Tanzen und nicht vom Schmerz der Liebe“ beginnt der Text der neusten Produktion der peruanischen Musikers Pedro Suárez Vértiz. Wobei zweiteres vielleicht nicht so ganz stimmt. Denn diesmal ist das – wie schon in seinen letztne Liedern nicht einfache – Thema der Klimaschutz.Die Bilder, die den Video zum Titel „Amazonas“ bilden, sind nicht ganz so drastisch wie bei Michael Jacksons „Earth Song“, aber sie rütteln durchaus auf und – zeigen eine gewisse Liebe Suarez Vertiz‘ zur unberührten Natur. Eine sichtbar schmerzvolle Liebe.
Pedro Suárez Vértiz. Foto: offizielles Pressefoto von Solver Productions.
Mit diesem Lied hat der peruanische Sänger wohl die inoffizielle Hymne eines Events geschrieben, das am Samstag, dem 28. März, in allen Teilen Perus durchgeführt wird: Die „Stunde des Planeten“ (hora del planeta). Für eine Stunde (von 20:30 bis 21:30) soll in öffentlichen Einrichtungen – und wenn es nach dem peruanischen Umweltministerium geht auch in Privathaushalten – das Licht und sämtliche Elektrogeräte abgeschaltet werden. Angetrieben wird dies auch vom peruanischen Umweltminister Brack Egg. Mehr noch als Energie sparen, soll diese „Stunde“ aber vor allem darauf aufmerksam machen, dass das Problem „Klimawandel“ besteht und Peru in besonderem Maße betreffen wird.
Am kommenden Donnerstag nun wird Pedro Suárez Vértíz eine ganz besondere Ehre zu Teil Er darf in Lima sein Lied spielen. Und zwar im peruanischen Kongress.
Bis zu fünf Jahre soll es dauern, dann soll Cerro de Pasco, Hauptstadt der zentralperuanischen Region Pasco, vollständig umgesiedelt worden sein. Das erklärte Arturo Delgado, abgesandter der peruanischen Regierung, gegenüber dem Radiosenderverbund CNR. Die Umsiedlung ist notwendig, weil seit einigen Jahrzehnten in der Nähe der Stadt mehrere Bergbauunternehmen im Tagebau diverse Metalle abbauen, wobei in Folge dessen sowohl Kinder als auch Erwachsene überhöhte Schwermetallwerte im Blut aufweisen. Seit vergangenem Jahr arbeitet die peruanische Zentralregierung gemeinsam mit der Regionalregierung von Pasco sowie diversen Akteuren der Zivilgesellschaft an einem Plan zur Umsiedlung der Stadt.
Wer Lima kennt, hat dort vermutlich schon so manche Nacht nur schwer ein Auge zugedrückt, weil permanent vor dem Fenster uralte VW-Busse vorbeibrausen, aus denen nicht nur laut „Callao, Callao, Callao, Tacna, Tacna, Tacna“ geschrieb wird und weil deren Fahrer auch exzessiv die Hupe einsetzen um sich den Weg freizuhupen oder mögliche Passagiere auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem im vergangenen Jahr bereits der Kampf gegen die „optische Umweltverschmutzung“ aufgenommen wurde, in dessen Folge mehrere überdimensionierte Werbetafeln abmontiert werden mussten, geht es nun der „akustischen Umweltverschmutzung“ an den Kragen.
Hupen nur im Notfall erlaubt
Im Nobelstadtteil Miraflores müssen Auto- und Busfahrer nun mit einer Strafe in Höhe von 71 Nuevos Soles rechnen (Wechselkurs bei chachapoyas.eu), wenn sie ohne Not die Hupe erklingen lassen.
„Die Hupe darf nicht verwendet werden, um Passagiere anzulocken oder um jemanden auf der Straße auf sich aufmerksam zu machen. Sie darf nur im Notfall oder zur Verhinderung eines Verkehrsunfalles verwendet werden“, heißt es in der Erklärung des Stadtrates von Miraflores. Dafür werden jetzt erst einmal 1443 Informationsschreiben verteilt. Ob die Durchsetzung und Ahndung wirklich möglich sind, wird sich aber noch zeigen müssen.
Im Bergbauzentrum Winchumayo (Provinz Carabaya)Â in der südperuanischen Region Puno kamen am vergangenen Montag Abend nach offiziellen Angaben mindestens 10 Personen ums Leben. Es wird aber davon ausgegangen, dass sich diese Zahl noch erhöht. Ein Augenzeuge sprach gegenüber der staatlichen Agentur ANDINA von 20 bis 40 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks am Ort aufhielten.
Bergbauaktivitäten waren nicht genehmigt
Neben Bergarbeitern sollen sich darunter auch mehrere Kinder und fahrende Händler befinden. Nach Angaben des Energie- und Bergbauministeriums MEM ist das Bergbauzentrum nicht offiziell genehmigt, es war allerdings auf dem Weg der Anerkennung. Anteilseigner der Unternehmung sind nach Angaben des MEM auch ein Kongressabgeordneter der Regierungspartei APRA, sowie ein lokaler Bürgermeister.
Notunterkünfte in Winchumayo. Bild: ANDINA
PNP schickt Hubschrauber
Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig, da das Bergbauzentrum allein über einen Reitweg verfügt und der nächstgrößere Ort, Ayapata, in rund 70 Kilometern Entfernung liegt. Inzwischen sind Hubschrauber der peruanischen Nationalpolizei auf dem Weg ins Unglücksgebiet. Auch der Zivilschutz ist inzwischen vor Ort, wie RPP berichtet.
Was genau die Lawine auslöste, ist noch ungeklärt.
Bergbausiedlung Winchumayo (Puno). Bild: ANDINA
Informeller Bergbau – ein landwesweites Problem
Die Bergarbeiter suchen in Winchumayo nach Gold, das sie auf Pferde- und Maultierrücken in die nächste Stadt transportieren.
Ein Sprecher der Regionalregierung von Puno erklärte, demnächst werde eine Kampagne zur formalisierung der Bergbauaktivitäten in der Region gestartet.
Nach Schätzungen des MEM leben Peruweit rund 100.000 Personen vom informellen Bergbau, die meisten von ihnen in den Regionen Puno, Madre de Dios, Ica und Piura. Über 95% dieser Personen sind nach Angaben des Ministeriums Goldsucher.
Winchumayo liegt im Distrikt Ituata, Provinz Carabayo. 2005 wurden dort 58 Wohnhäuser gezählt.
Die peruanische Polizei hat den größten Teil des Schutzgebietes „Bosques de Pómac“ bei Chiclayo geräumt. Viele der noch verbleibenden Siedler, die sich teils schon vor 10 oder mehr Jahren dort gesiedelt hatten, wurden von den Sicherheitskräften abtransportiert. Dabei kamen mindestens 2 Polizisten ums Leben, 8 weitere wurden schwer verletzt. Der Radioverbund „CNR“ berichtet sogar von 3 Toten. Die Siedler wehrten sich mit Macheten, Pistolen, Molotivcoctails und Gewehren gegen die Polizei. Neben den genannten Waffen fand die Polizei in den Siedlungen auch Munition für Maschinengewehre, sowie mehrere versteckte Sprengfallen. 22 Siedler wurden festgenommen. Wie das peruanische Innenministerium ursprünglich mitteilte, trugen die Polizisten keine Waffen, verfügten aber über Tränengas. Nach aufkommender Kritik an der schlechten Vorbereitung der Räumung hat das Ministerium inzwischen aber seine Meinung geändert. So habe es doch 50 bewaffnete Polizeibeamte gegeben. Nach Angaben von Carlos Elera Arévalo, dem Direktor des „Sicán“-Museums in dessen Einflussbereich das Schutzgebiet gehört, erklärte gegenüber „ANDINA“, die Ausrüstung der Siedler habe sich gezeigt, dass es sich nicht um arme Bauern ohne Land handle, sondern um gefährliche Gewalttäter mit Waffen.
Erste Kritik an der Planung
Inzwischen mehrt sich auch die Kritik an der Planung der Siedlungsräumung. Wie die Tageszeitung „La Republica“ meldet, war die Polizei bereits Tage vor der Räumung über die Existenz einer bewaffneten Söldnertruppe informiert, die von einem Kriminellen angeheuert worden sein soll, der mit Land handelt, das ihm nicht gehört. Zudem sei die Logistik und Verpflegung der Sicherheitskräfte unzureichend geplant gewesen. So habe, so La Republica, nicht einmal die Verpflegung der Polizisten funktioniert.
Inzwischen sind schwere Maschinen in der Siedlung eingetroffen, um viele der noch verbiebenen Häuser abzureißen. Zudem werden weiterhin Polizisten in der Nähe verbleiben, um eine Rückkehr der Siedler in die bereits geräumten Gebiete zu verhindern. Noch immer sollen sich noch mehrere Tausend Personen dort aufhalten. Gleichzeitig erklärten lokale Autoritäten, in den bereitgestellten Notunterkünften für Obdachlose Siedler hätten sich bisher höchstens „15, 16“ Siedler eingefunden.
Die Räumung der Siedlungen innerhalb des Schutzgebietes waren Ende vergangenen Jahres auf Antrag des Landwirtschaftsministeriums vom peruanischen Höchstgericht angeordnet und vom Umweltministerium unterstützt worden. Insgesamt waren 1.350 Polizisten an der Aktion beteiligt. Sie hatte Dienstag Mittag begonnen.