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6. Juni 2008
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Lima: In 4 Monaten 30.000 Wasserzähler gestohlen

Fleissige Diebe in Lima haben in den ersten 4 Monaten des Jahres 2007 eine ganz besondere Vorliebe gezeigt: Sie raubten insgesamt 30.000 Wasserzähler im Wert von rund 800.000 US-Dollar. Dies erklärte Guillermo León Suematsu, Präsident des Wasserversorgungs- und Abwasserdienstes Sedapal gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Andina.

Neben dem Weiterverkauf der Zähler auf dem Schwarzmarkt sei besonders das Metall zum weiterverarbeiten sehr beliebt. Seit dem Jahr 2001 sind Sedapal hierdurch Schäden im Wert von über 6 Millionen Dollar entstanden, Tendenz steigend.

Um dem einen Riegel vorzuschieben, sollen in Zukunft wesentlich kleinere Wasserzähler ohne große Metallteile benutzt werden. Die Diebe scheinen sich aber bereits mit dieser Änderung abgefunden zu haben: Die Nummer der Diebstähle von Kanaldeckeln aus Metall ist in den letzten Monaten dramatisch angestiegen. Allein im Jahr 2006 wurden in Lima 2.237 Kanaldeckel entwendet.

DR 14.05.2007 00:04am

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Wasserfall Gocta: Über 5000 Besucher seit März ’06

Chachapoyas [Andina]. Seit im März 2006 die Entdeckung von “Gocta”, dem mit 771 Metern drittgrößten bekannten Wasserfall der Welt, veröffentlicht wurde, zählte die zuständige Dorfverwaltung von Cocachimba (Amazonas) bereits über 5200 Besucher.

Freddy Gómez López, Regionaldirektor für Tourismus, führt den strark ansteigenden Besucherstrom zurück auf das starke Medienecho im In- und Ausland, das Gocta schon kurz nach seiner Entdeckung erfuhr.

Er hob auch den Eifer der Bevölkerung von Cocachimba hervor, die es nicht nur schafft, ungezwungen und unaufdringlich Kontakt zu den Besuchern aufzubauen und diesen sogar Unterkunft und Verpflegung zu Verfügung stellen.

“Die ständige Koordination zwischen der Ortsansässigen und den Tourismusdienstleistern haben es sogar möglich gemacht, gemeinsam die Zufahrtswege zu verbessern” stellte Gómez fest. Erfreulich sei auch das große Interesse daran, den Tourismus in der Region weiter zu entwickeln und versprach, dass die Regionaldirektion für Tourismus mit der Fort- und Weiterbildung den Entwicklungsprozess aktiv unterstützen werde.

Nach Cocachimba kommt man mit dem Auto von Chachapoyas aus in 2 Stunden, von Cocachimba bis zum Wasserfall selbst sind es noch rund 3 Stunden zu Fuß bis zum Wasserfall.

Der höchste derzeit bekannte und in seiner Höhe bestätigte Wasserfall ist der “Salto del Ángel” in Venezuela mit 972 Metern, gefolgt von den “Tugela Falls” in Südafrika und “Gocta” in Amazonas, Peru.

DR 30.01.2007 05:16pm

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historische Bauwerke in Lima “verschwunden”

Zugegeben, das historische Zentrum Limas ist oft Schauplatz kleinerer oder größerer Verbrechen. Meist geht es um Taschendiebstahl oder kleine Überfälle. Eine Pressemeldung der staatlichen Nachrichtenagentur “Andina” erschreckt aber doch ein wenig…

Am vergangenen Dienstag wurde vom Nationalen Kulturinstitut Perus (INC) im Zusammenhang mit einigen Bauwerken die Rücknahme des Status “Nationales Kulturerbe” bekannt gegeben.

Das erste Bauwerk, ein Haus in kollonialer Bauweise, ist eingestürzt, wodurch es nach der Meldung “alle seine originalen architektonischen Elemente verloren hat, inklusive der Fassade”. Bereits seit einiger Zeit beherbergt das Gelände einen nicht genehmigten Parkplatz. Auch wenn dieser Tag und Nacht von einem Parkwächter überwacht wird, hat er nach Meinung des INC “keinen historischen Wert mehr”.

Ein weiteres Monument wurde aus der Liste gestrichen, weil sich die Denkmalschützer bei der Aufnahme der Bauwerke in der Adresse geirrt hatten und sie deshalb nur aus versehen aufgenommen worden waren.

Die große Überraschung hielt sich der INC aber bis zum Schluss auf:

“Zwei Bauwerke [...] werden in Zukunft nicht mehr in der Liste auftauchen, weil sie nicht mehr existieren.” An Stelle des einen findet man heute ein 5-stöckiges Haus. Das zweite ist wohl spurlos verschwunden.

DR 24.09.2007 21:11

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Kongress: Debatte um Wiedereinführung der 2. Kammer

Wer dieser Tage den politischen Diskurs in Peru verfolgt, wird neben einigen großen und kleinen Skandalen um Parlamentsabgeordnete und Ministerialbeamte vor allem die Debatte um die Wiedereinführung des Senats, der zweiten Kammer des peruanischen Parlamentes finden. Diese Kammer wurde im Jahr 1992 während des so genannten “Selbstputsches” des damaligen Präsidenten Alberto Fujimori aufgelöst. Im Jahr 2011 soll sie nach Meinung einer überparteilichen Kommision wieder eingeführt werden.

Am gestrigen Dienstag, 15. Mai 2007, hatte die Kommision für Verfassungsangelegenheiten die Wiedereinführung des Senates empfohlen. Die Kammer, welche hauptsächlich die Aufgabe haben soll, Gesetze vor ihrer entgültigen Verabschiedung zu überprüfen und eventuell eine Überarbeitung zu erzwingen, soll aus 50 Senatoren bestehen.

Felipe Osterling, der letzte Senatspräsident vor dessen Auflösung, forderte in Gesprächen mit der staatlichen Nachrichtenagentur Andina, dem Senat auch die Berufung und Kontrolle von Botschaftern zu unterstellen. Osterling widersprach zudem der Darstellung der Anhänger des ehemaligen Präsidenten Fujimori, die Wiedereinführung des Senates würde Gesetzgebungsprozesse verlangsamen und parlamentarische Verwaltungskosten explodieren lassen. Besonders im Hinblick auf die in diesen Tagen aufgekommenen Vorwürfe der Korruption gegen zwei Kongressabgeordnete zeigten, dass eine zweite Kammer als Kontrollinstanz notwendig ist. “In fast allen Ländern mit demokratischem System existiert das 2-Kammern-System und die Qualität der Gesetze ist höher”.

Diese Meinung teilt auch Javier Velásquez Quesquén, Fraktionsvorsitzender der Apra. In seiner Rede stellte er fest, das 1-Kammer-System habe unter Fujimori als politisches Unterdrückungsinstrument gedient. Das Parlament sei so kein wirkliches Gegengewicht zur Regierung mehr, sondern war über mehrere Jahre hinweg nur Handlanger, um dem “diktatorischen Rgime” unter Fujimori einen demokratischen Anstrich zu geben.

Auch Aurelio Pastor, Vorsitzender der Kommision für Verfassungsangelegenheiten, widersprach den Kritikern des Projektes. Die Kosten für die Wiedereinführung seien wesentlich geringer als die, welche durch schlecht gemachte Gesetze entstanden, so Pastor am Dienstag. Insgesamt vier Fraktionen unterstützen derzeit den Antrag, neben Apra und Unidad Nacional auch Union por el Perú und die Alianza Parlamentaria.

Es gibt aber nicht nur positive Stimmen, so warnt Manuel Saavedra vom Marktforschungsinstitut CPI davor, dass das Thema in der Bevölkerung eher negativ aufgenommen werde. Der Kongress habe derzeit den Ruf, ineffizient und korrupt zu sein, was die Einführung der zweiten Kammer erschwere, so Saavedra. Gegenüber der Agentur Andina schilderte er, eine großangelegte Informationskampagne sei notwendig, um Sinn und Nutzen der zweiten Kammer bekannt zu machen.

Santiago Fujimori, Sprecher der Fraktion der Anhänger Alberto Fujimoris, beharrt noch immer auf seiner Meinung, ein 2-Kammer-System sei uneffizient und würde nur unnötige Kosten produzieren.

Seit der Ausrufung der Republik in Peru gab es nur wenige Jahre ohne die zweite Kammer, die erste Periode dauerte von 1826 bis 1867, die zweite dauert von 1993 bis heute an.

DR 17.05.2007 01:15

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JAEN: Journalist ermordet

Miguel Pérez Julca – Foto: Radio Marañón

Das Leben als Journalist in Peru bleibt eine gefährliche Angelegenheit. In der Nacht auf Samstag, 17. März 2007, wurde in Jaén (Cajamarca) der Radiojournalist Miguel Pérez Julca (38) mit mehreren Kopfschüssen ermordet. Seine Frau wurde schwer verletzt.

Der Journalist und Jurastudent, der auf der lokalen Radiostation “Éxitos” die tägliche Nachrichtensendung “El informativo del pueblo” moderierte, hatte in seiner letzten Sendung sowohl die Machenschaften des Stromanbieters Electronorte wegen der hohen Strompreise, als auch den Bürgermeister Jaime Vílchez wegen seiner Untätigkeit im Zusammenhang mit der der überbordenden Kriminalität in der Stadt kritisiert. Zum Tatzeitpunkt war Miguel Julca gerade mit dem Motorrad nach Hause gekommen, als zwei vermummte Gestalten vor den Augen seiner Frau Nelly Guevara Arrascue (32) und seiner Kinder ihm mehrere Male in den Kopf schossen. Ein weiterer Schuss verletzte seine Frau über dem Knie, sie wird derzeit im Krankenhaus Jaén ärztlich behandelt.

Die Witwe Nelly Arrascue erklärte gegenüber Radio Marañón: “Es gab bereits vor ein paar Tagen einen Vorfall. Er rief mich vom Handy aus an und sagte, ich soll die Tür offen stehen lassen damit er mit dem Motorrad sofort ins Haus fahren kann, ein weißes Auto würde ihn verfolgen.”

Nach Angaben der Familie und Zeugen aus der Nachbarschaft waren die zwei Täter von heruntergekommenem äusseren. Während der Tat waren sie nicht vermummt.

Als Reaktion auf den Mord riefen alle öffentlichen und privaten Institutionen Jaéns zu einer Großdemonstration vor dem Bürgermeisteramt auf. Wie die Tageszeitung El Comercio berichtet, hat das Innenministerium bereits “DIRINCRI”, eine Eliteeinheit der peruanischen Polizei, nach Jaén beordert, um die Ermittlungen der örtlichen Polizei zu übernehmen. Im Gedenken an den ermordeten Journalisten und um auf die Sicherheitssituation aufmerksam zu machen, werden am morgigen Dienstag alle Radio- und Fernsehkanäle von 6 bis 18 Uhr den Sendebetrieb aussetzen.

In einer auf allen Sendern verlesenen Nachricht riefen sie zudem die zuständigen Autoritäten auf, alle Mitglieder des Provinzgerichtes und der örtlichen Polizei zu entlassen und die Stellen neu zu besetzen.

Der Mord an Pérez Julca war der erste Journalistenmord in Peru seit dem 21. April 2004, als Alberto Rivera Fernández, Journalist in Pucallpa, ermordet worden war. Am 14 Februar des selben Jahres war auch Antonio de la Torre Echandía in Yungay wegen seines Berufes getötet worden. Beide Verbrechen sind bis heute nicht abschließend aufgeklärt worden.

DR 20.03.2007 1:55h

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Sachen gibts: PREPAID-STROM

Stromkabel in Chachapoyas, Peru

Vom Mobiltelefon kennt man es schon lange und in Peru existiert es auch schon lange im Festnetzbereich: Das Prepaid-System. Bei diesem System bekommt der jeweilige Nutzer gegen eine Gebühr einen Anschluss, kann diesen aber nur nutzen, wenn er vorher eine Karte mit einem Zugangscode erworben hat. Nach Informationen der staatlichen peruanischen Nachrichtenagentur ANDINA soll dieses Angebot nun auch auf den Stromsektor ausgeweitet werden.

Grundlage dieses Systems ist die Installation so genannter “intelligenter Stromzähler”, die den Stromanschluss erst aktivieren, wenn die Zugangskarte oder -nummer eingegeben wird. Die nötigen Nummern und Karten kann man je nach Zählerart in der Zweigstelle des Elektrizitätsversorgers am Ort oder über das Internet erwerben. Beim Kauf über das Internet kann man den Wert selbst bestimmen, die Karten werden ab einem Wert von 2 Sol vertrieben (ca. 0,5 Euro), wobei keine Obergrenze festgelegt wurde.

Ausserdem gibt es wie bereits erwähnt 3 verschiedene Zugangssysteme. Das günstigste System, das bereits seit 2005 in Porcón (Cajamarca), in Humay (Ica), in Cora Cora (Ayacucho) und im Garaguay-Tal (Canta) erfolgreich eingesetzt wird, ist das Kartensystem, bei dem man in den Stromzähler eine erworbene Magnetkarte einführt. Ein System, das sich derzeit noch in der Erprobungsphase befindet, ist das Internet-Buchungssystem. Wurde der gewünschte Betrag abgebucht, bekommt der Kunde einen Code, den er über die Tastatur dem Zähler mitteilt, der darauf hin die gebuchte Energiemenge freischaltet. Das dritte System stellt eine Vereinigung dieser beiden Geräte dar, ist aber mit 100 US$ gegen den 70 US$ bei System 2 und den 45 US$ bei System 1 auch wesentlich teurer.

Bessere Kostenkontrolle und Bürokratieabbau

Wohnt man in einer etwas entlegeneren Gegend, wo es eben auch einmal vorkommen kann, dass der Strom länger ausfällt, muss nach dem bisherigen System trotz allem bezahlt werden – bereits die Zustellung der Rechnung kostet. Dies gilt aber nicht nur für den Fall von Stromausfällen, insgesamt würden die Stromlieferanten die Zustellungskosten einsparen und haben bereits angekündigt, diese Ersparnisse direkt an die Verbraucher weiter zu geben: Bis zu 5% des Strompreises könnten Eigentümer eines “intelligenten Stromzählers” sparen.

Ein weiterer praktischer Vorteil liegt darin, dass man am Ende des Monats keine bösen Überraschungen erlebt, ist es doch möglich, sich in jedem Moment das Guthaben anzeigen lassen. Der Stromzähler benachrichtigt den Besitzer bereits 4 Tage vor dem vermutlichen Ende des Guthabens. Und wer nicht über die Mittel verfügt, auf einmal die gesamte Rechnung zu bezahlen, kann dies in mehreren Raten tun.

Im Moment ist es zudem so, dass dem Kunden, der seine Stromrechnung nicht bezahlt, nach einer bestimmten Frist der Strom abgestellt wird. Das Wiederaufnehmen der Stromlieferung kostet den Kunden rund 11 Sol. Dieser zusätzliche Aufwand für Kunden wie auch den Stromlieferanten im derzeitigen System könnte durch die Umstellung auf Prepaid-Strom eingespart werden.
Wie die staatliche Kontrollinstanz für Investitionen in Energie und Minen Osinergmin feststellt, entscheidet aber letztendlich der Kunde über Erfolg oder Misserfolg des prepaid-Systems. Und auch, ob diese Umstellung so sozialverträglich ist, wie sie bisher scheint, muss sich noch zeigen.

DR 23.02.2007 23:48

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Kampagne gegen Sextourismus

NO AL TURISMO SEXUAL INFANTIL – Nein zum Kindersextourismus, das ist das Motto und Programm der Kampagne des peruanischen Staates, der gemeinsam mit UNICEF, zahlreichen Reiseveranstaltern und verschiedenen Nichtregierungsorganisationen gegen das leider auch in Peru anzutreffende Problem krimineller Sextouristen kämpft, die nicht einmal vor dem Missbrauch von Kindern zurückschrecken.

“Unsere Kinder sind der wertvollste Schatz unseres Landes” – noch vor Machu Pichu und den Nazca-Linien – das ist die Botschaft der Kampagne, in deren Verlauf neben dem Verteilen von Flyern, dem Ausstrahlen von Spots besonders auch das Sensibilisieren der lokalen Bevölkerung gegenüber diesem Thema im Mittelpunkt gestellt wird, um Prävention zu betreiben und betroffenen Mut zu machen, sich an die Polizei oder andere Stellen, wie z.B. das Kinder- und Jugendbüro der Stadtverwaltung, Lehrer oder kirchliche Einrichtungen zu wenden.

Im Rahmen der Informationskampagne wird bereits an den internationalen Flughäfen Perus darauf hingewiesen, Fälle von Kindersextourismus anzuzeigen. Aktiv wird auf das Gesetz 28251 hingewiesen, in dem für den Missbrauch von Kindern eine lebenslange Haftstrafe festgelegt wird. Außerdem wurden von allen Beteiligten ein Kodex zum Schutz der Kinder ausgearbeitet. Dieser enthält Forderungen wie die ausdrückliche Erwähnung der Ablehnung von Sextourismus in Reisekatalogen, -webseiten, – zeitschriften und Faltblättern und die Information der Reisenden über die schrecklichen Folgen der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen sowie bei Reiseanbietern die Aufnahme von speziellen Vertragsklauseln, bei der sich die Reisenden verpflichten, Keine Kinder zu missbrauchen.

DR 30.01.2007 00:39 AM

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35% der sexuell ausgebeuteten Kinder und Jugendlichen waren bereits vorher Vergewaltigungsopfer

Lima (ANDINA). 35 % der Kinder und Jugendlichen, die zur Prostitution gezwungen werden, wurden bereits vor der dem Beginn ihrer sexuellen Ausbeutung Opfer einer Vergewaltigung durch Familienangehörige oder “Freunde der Familie”.

In einer Studie, für welche die Organisation “Vía Libre” in vier Stätden über 160 Opfer befragt hat, kam heraus, dass ein Viertel der Opfer diese grausigen Erfahrungen bereits zwischen 12 und 13 Jahren erlitt, 60 Prozent zwischen 14 und 15 Jahren. 57% der befragten Opfer gab zu Protokoll, dass ein “Freund” sie gedränt habe, sich zu prostituieren. Als Gründe für die Prostitution gaben die meisten die “Armut”, “den Wunsch etwas neues auszuprobieren” und “die Notwendigkeit, im Haushalt ökonomisch Verantwortung zu übernehmen”.

Die meisten der Vergewaltiger, welche die Kinder kaufen, sind heterosexuelle Männer (61%). Es gibt aber auch zahlreiche homosexuelle Männer, sie machen in Lima 33% aus, im Landesinneren sind es 16,4%.

Die Opfer sind aber nicht nur Opfer der Prostitution, sondern meist geht extreme Armut, verschiedene Arten von Misshandlung oder Einsperren, der Schulausschluss, Schwangerschaften bei Jugendlichen, Drogensucht, Vernachlässigung oder Verlassen der Familie, psychologische, physische und sexuelle Gewalt und das wenig effektive Eingreifen der zuständigen Behörden damit einher.

Eine große Zahl der Befragten gaben zudem an, dass sie das Geld einer anderen Person geben müssen, meistens sind es “Freunde”, zu denen eine enge Beziehung besteht oder auch die Besitzer der Hotels, Diskotheken und Nachtklubs, in denen sie ausgebeutet werden.

Erschreckende aber kaum überraschende Ergebnisse brachte auch die Frage über das Familienleben und die Folgen der Vergewaltigung durch Prostitution von Kindern und Jugendlichen. Sie kommen kaum mit ihrem Umfeld zurecht, fühlen sich oft selbst von ihrer Familie ausgestoßen. Eine große Anzahl zeigt sich sehr Agresiv und mit dem Wunsch, am sozialen Leben teilzuhaben, aber sie sind verschreckt und schüchtern und können deshalb diesen Wunsch fast nie verwirklichen.

Eine weitere erschreckende Tatsache ist, dass 63% der Kinder und Jugendlichen Opfer, die in Lima an der Studie teilnahmen, ursprünglich aus dem Landesinneren kommen und durch ein Familienmitglied in die Hauptstadt geholt wurden. Die Schwierigkeiten während des Einlebens in Lima würden das abrutschen in die Prostitution stark begünstigen, so die Studie.

Ein weiterer Punkt, den die Studie darstellt, ist das geringe Interesse der Öffentlichkeit an diesem Thema. Viele befragte meinten gar, die Opfer der Ausbeutung seien die Verantwortlichen der aktuellen Situation und sagten gegenüber den Untersuchenden, dass die betroffenen Personen freiwillig diesen Lebensweg gewählt hätten. Die meisten Erwachsenen wissen um die Wahrheit, zeigen aber eine übermäßige Toleranz gegenüber den Tätern und sehen so keine notwendigkeit, diese anzuzeigen.

Die Studie, erstellt von der 1990 von Ärzten und HIV-infizierten zur Aufklärung über Aids und Prostitution gegründeten Organisation “Vía Libre” erstellte die Studie mit dem Namen “Unverzeihlich. Studie über die die sexuelle kommerzielle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Peru: Cajamarca, Cusco, Iquitos und Lima” und wurde dabei unter anderem auch von der Weltarbeitsorganisation unterstützt.

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