Schlagwort: Eduardo Geovanni Acate Coronel

  • Alto Amazonas / Loreto: Gericht spricht Journalisten frei

    Radio Oriente Yurimaguas. Bild: roriente.org
    Radio Oriente Yurimaguas. Bild: roriente.org

    Ein Gericht in der peruanischen Provinz Alto Amazonas (Region Loreto) hat die Unschuld der Journalisten Geovanni Acate und Pater Mario Bertolini festgestellt, denen Anstachelung zu Straßenblockaden vorgeworfen wurde. Gleichzeitig verurteilte das Gericht allerdings mehrere führende Köpfe lokaler sozialer Bewegungen zu jeweils vier Jahren Freiheitsstrafe. Allen war vorgeworfen worden, im Juni 2009 – im Umfeld der als „Baguazo“ bekannten Zusammenstöße zwischen Ureinwohnern, lokaler Bevölkerung und der Polizei – zu Straßenblockaden und anderen Protestaktionen aufgerufen zu haben. Die Verteidigung hatte stets auf die Meinungsfreiheit verwiesen.

    Pater Mario Bertolini, Pfarrer der Gemeinde Barranquita in San Martín, stand wegen des Prozesses bereits kurz vor der Abschiebung. Geovanni Acate Coronel ist Direktor des Diözesandsenders „Radio Oriente“ aus Yurimaguas. Die Verteidigung der verurteilten Adilia Tapullima, Gorki Vásquez, Elias Sánchez, Javier Alava und Bladimiro Tapayuri kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

    Radioantennen. Foto: D. Raiser
    Radioantennen. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Seit dem 5. Juni 2009, dem Tag des „Baguazo“, kam es wiederholt zu Maßnahmen gegen kirchliche oder der katholischen Kirche nahestehende Radiosender im Norden Perus. So wurde den Sendern „Radio La Voz“ (Bagua) und „Radio Horizonte“ (Chachapoyas) vorrübergehend Lizenzen entzogen. Erst nach großem Protest durften die Radios wieder senden.

  • TV Oriente zurück On Air

    Der Fernsehkanal des Vikariates Yurimaguas darf wieder auf seinem angestammten Kanal (Kanal 8) senden. Das berichtet der Radiosenderverbung CNR. Im Januar war dem zu Radio Oriente gehörenden Sender vom peruanischen Transport- und Kommunikationsministerium (MTC) die Sendeerlaubnis wegen angeblicher Mängel bei einer technischen Überprüfung entzogen worden. Nach Ansicht von Beobachtern war der Grund allerdings vorgeschoben, es ging vor allem darum, eine kritische Stimme ruhig zu stellen.

    Radio Oriente Yurimaguas. Bild: roriente.org
    Radio Oriente Yurimaguas. Bild: roriente.org

    Nicht betroffen von der Wiederherstellung der Sendeerlaubnis ist der Strafprozess gegen Geovanni Acate Coronel, Direktor von Radio Oriente. Ihm wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr die Ureinwohner-Proteste in der nordostperuanischen Urwaldregion Loreto mit angezettelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von 10 Jahren.

  • Peru 2009: 3.243 Tote bei 86.026 Verkehrsunfällen

    Obwohl noch immer sehr hoch, nahm die Zahl der Verkehrstoten auf peruanischen Straßen im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2007 leicht ab. Das geht aus dem jüngsten Bericht über Verkehrssicherheit der peruanischen Volksanwaltschaft (Defensoría del Pueblo) hervor. Demnach kamen 2009 bei 86.026 offiziell registrierten Verkehrsunfällen insgesamt 3.243 Menschen ums Leben – was beinahe 10 Verkehrstoten pro Tag entspricht. Verletzt wurden 48.395 Personen.

    Allein in der Hauptstadt Lima verloren 635 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Jeder fünfte dieser Unfälle wurde von „Combis“, für den Personennahverkehr umgebauten Minivans, verursacht.

    Doch der Bericht stellt nicht nur diese Zahlen vor, die zumindest zaghaft in die richtige Richtung weisen, er gibt auch konkrete Hinweise, wo es Handlungsbedarf gibt. So sollte die Zusammenarbeit zwischen den Regionalregierungen und der Polizei gestärkt werden, so Eduardo Vega Luna von der peruanischen Volksanwaltschaft. Außerdem müsste so schnell wie möglich die Verkehrs- und Transportaufsichtsbehörde SUTRAN ihren Betrieb aufnehmen.

    Zu Beginn des vergangenen Jahre wurden in Peru die Strafen für Verkehrsdelikte drastisch erhöht. Zudem wurde eine Verkehrssünderdatei eingerichtet.

  • Alto Amazonas / Loreto: Radio Oriente bedroht

    Nach Radio La Voz in Bagua und Radio Horizonte in Chachapoyas sieht sich derzeit die Radiostation Radio Oriente unhaltbaren Vorwürfen ausgesetzt. Eduardo Geovanni Acate Coronel, Geschäftsführer des Radios des Vikariates Yurimaguas in der nordostperuanischen Region Loreto, wird Komplizenschaft in Verbrechen „gegen das Transportwesen, Kommunikation und andere öffentliche Dienstleistungen“ vorgeworfen. Konkret bedeutet das, Geovanni Acate habe im vergangenen Mai und in den ersten Junitagen die Teilnahme an Protesten gutgeheißen. Dessen Anwalt Roberto Pereira erklärte gegenüber dem Radiosenderverbund CNR, selbst wenn Acate diese Meinung geäußert haben sollte, könne er für seine Meinung nicht bestraft werden.

    Der ebenfalls angeklagte Vorsitzende der Lehrergewerkschaft von Alto Amazonas, Gorqui Vásquez Silva, erklärte inzwischen, vor Gericht habe man um allen Preis versucht, ihn dazu zu bringen, Geovanni Acate zu belasten.

    Auch in Alto Amazonas kam es bei den Protesten gegen mehrere Gesetzesdekrete im Mai/Juni 2009 zu Ausschreitungen.

    „Missionare aus Jaén“ verläumdet

    Auch die Jesuiten des Vikariates Jaén waren dieser Tage Opfer einer Verläumdungskampagne. In einer angeblichen Vorabversion des Untersuchungsberichtes über die tragischen Vorkommnisse um die nordperuanische Stadt Bagua am 5. Juni diesen Jahres werden „Missionare aus [dem Vikariat] Jaén“ beschuldigt, die „Gewalt anzuheizen“. Am prominentesten brachte das Thema die wirtschaftsnahe Tageszeitung „El Comercio“ am Dienstag – wo es die halbe Titelseite einnahm. Die Tageszeitung weißt zwar klein am oberen Rand darauf hin, dass es sich um eine Information aus einem „möglichen Vorabbericht“ handelt, aber „viele Leute werden es nur überfliegen und als Tatsache hinnehmen“, so Monseñor Santiago García, Bischof des Vikariates Jaén.

    Nach den Protesten um den 5. Juni 2009 wurde bereits Radio „La Voz“ in Bagua Grande geschlossen. Bereits am Abend des 5. Juni hatten Mitglieder der peruanischen Regierung erklärt, die Radiostation hätte zur Gewalt aufgerufen. Nachdem für eine solche Anschuldigung keine Beweise präsentiert werden konnten, wurden administrative Mängel vorgeschoben, um eine Schließung zu rechtfertigen. Auch bei Radio Horizonte, dem Radio der Diözese Chachapoyas waren angebliche administrative Mängel der offizielle Schließungsgrund. Ein gefährlicher Trend.