Schlagwort: Altamirano Quispe

  • Amazonas kämpft gegen Mehrwertsteuerbefreiung

    Einen eher ungewöhnlichen Kampf kämpfen derzeit die sieben Provinzen und die Regionalregierung der nordperuanischen Region Amazonas. Sowohl rund 60 Bürgermeister, als auch der Regionalpräsident fordern in einem offenen Brief den peruanischen Präsidenten Alan García auf, auf keinen Fall das Gesetz zu unterschreiben, das sie bis Ende 2015 von der Mehrwertsteuer befreien würde. Grund für den Wiederstand ist, dass die Bevölkerung die Mehrwertsteuerbefreiung gar nicht spürt und nur einige wenige Unternehmer davon profitieren, so der offene Brief. Das seien insgesamt 22 Unternehmen, bei denen es sich zu großen Teilen nur um Briefkastenunternehmen handle, die nur die Steuerbefreiung nutzen wollten, ohne jedoch der Region selbst Vorteile einzubringen.

    Auch in den umliegenden Regionen mehrt sich der Protest gegen die Gesetzesinitiative, die bereits vom peruanischen Kongress nach 7stündiger Debatte mit knapper Mehrheit verabschiedet worden war. So rief inzwischen auch der Präsident der Region San Martín, César Villanueva, dazu auf, den Vorschlag nicht Gesetz werden zu lassen. Das Geld fehle anschließend in den Kassen, um Straßen oder Projekte im Bereich Gesundheit, Hygiene oder Bildung besonders im ländlichen Raum zu finanzieren, so Villanueva.

    Der peruanische Kongress hatte am 1. Oktober entschieden, die Dekrete 977 und 978 außer Kraft zu setzen, in denen der schrittweise Ausstieg aus der Mehrwertsteuerbefreiung festgelegt worden war. In der Vergangenheit war es unter anderem zu Treibstoffschmuggel gekommen, da der Treibstoff in Amazonas ohne die 19% Mehrwertsteuer verkauft wurde.

  • Strömt der Strom bald störungsfrei?

    Seit Jahren stehen wegen der Mangelhaften Stromversorgung von Chachapoyas und ganz Südamazonas neben dem jeweiligen Regionalpräsidenten auch jedes Mal die beiden staatlichen Energieversorgungs-unternehmen Electro Norte Selva und Electrooriente in der Kritik. Alle Beteiligten schieben bei jedem Stromausfall die Schuld auf die jeweils anderen, unzählige „Notfallzusammenkünfte“ der Verantwortlichen führten zu dem selben Ergebnis, nämlich zu keinem. Vor wenigen Tagen kam es in Lima zu einer neuen Zusammenkunft, diesmal mit dem Minister für Bergbau und Energie. Besonders einer der Beschlüsse, die Regionalpräsident Altamirano Quispe vor wenigen Tagen in einer Pressekonferenz bekannt gab, könnte zu einer Verbesserung beitragen: Electro Norte Selva (ENSA), bisher nur für die Stromdistribution zuständig, wird nun auch den Betrieb des Wasserkraftwerkes Caclic übernehmen, das große Teile der Region Amazonas mit Strom versorgt. Bisher wird das Wasserkraftwerk von Electro Oriente betrieben. Obwohl Electro Norte und Electro Oriente zum selben Konsortium gehören, machten sie sich in der Vergangenheit immer gegenseitig für Ausfälle verantwortlich. Zumindest dies wird, sollte der Beschluss umgesetzt werden, in Zukunft so nicht mehr möglich sein.

    Neben der Übertragung der Verantwortung über das Wasserkraftwerk Caclic an Electro Norte an Electro Oriente kündigte Altamirano Quispe an, im Umfeld von Caclic würden mehrere Dieselmotoren zur Stromproduktion installiert, um Stromausfälle in Zukunft abzufedern.

    Vor einigen Wochen hatte Gilmer Trigoso Tafur, Regionaldirektor für Bergbau und Energie, gegenüber einem Lokalsender erklärt, wegen der fehlenden Industrie und der geringen Gewinnerwartung würde kein privater Energieversorger in Verbesserungen der Energieproduktions- und Distributionseinrichtungen der Gegend um Chachapoyas investieren.

    Quelle: Radio Horizonte, Dirección Regional de Energía y Minas Amazonas (DREM)